
Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie. Redaktionelle Grundsätze.
Veröffentlicht: 16. August 2026 · zuletzt geprüft: 16. August 2026 · Lesezeit etwa 11 Minuten
Was dahintersteckt
Der menschliche Fuß besteht aus 26 Knochen, 33 Gelenken sowie zahlreichen Muskeln, Bändern und Sehnen. Täglich fängt diese komplexe anatomische Struktur das Vielfache des eigenen Körpergewichts ab. Bei gesunden Menschen regeneriert sich die Haut am Fuß kontinuierlich. Die Hornhaut bildet sich durch physiologische Druckbelastung an der Fersenschale und den Mittelfußköpfchen. Wenn dieser Prozess harmonisch verläuft, genügt eine grundlegende häusliche Pflegeroutine. Das Epithelgewebe schützt die tiefere Dermis verlässlich vor mechanischer Überlastung.
Die zellulären Abläufe verändern sich jedoch grundlegend, sobald chronische Stoffwechsel- oder Systemerkrankungen vorliegen. Bei Patienten mit Diabetes mellitus führt ein anhaltend erhöhter Blutzuckerspiegel zur diffusen Schädigung peripherer Nervenfasern, was medizinisch als Polyneuropathie bezeichnet wird. Zusätzlich werden kleinste Blutgefäße in ihrer Funktion beeinträchtigt, eine sogenannte Mikroangiopathie. Die autonome Neuropathie vermindert zudem die Schweißproduktion der Fußhaut. Die Folge ist eine extrem trockene, brüchige Hautbarriere, die zu tiefen Fissuren im Fersenbereich neigt.
Gleichzeitig hebt eine sensorische Neuropathie die natürliche Schutzwahrnehmung auf. Druckstellen, Fremdkörper im Schuh oder Blasen verursachen keine Warnschmerzen mehr. Das Gewebe wird unter der Oberfläche geschädigt, ohne dass die betroffene Person eine Rückmeldung des Körpers erhält. An Stellen erhöhten Drucks bildet sich beschleunigt Hyperkeratose. Unter dieser starren Hornhautschicht entstehen durch kontinuierliche Scherkräfte oft Hämatome, die sich unbemerkt zu tiefen Gewebsnekrosen entwickeln können.
Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis liegt die Ursache der Fußveränderungen in einer chronischen Synovialitis. Die Entzündung der Gelenkinnenhaut zerstört Knorpelstrukturen und Sehnenansätze. Dies führt zu charakteristischen Fehlstellungen wie Hallux valgus, Krallen- oder Hammerzehen sowie dem Kollaps des Fußgewölbes. Durch diese Deformitäten verschieben sich die Druckpunkte unter der Fußsohle massiv. Hautbereiche über knöchernen Vorsprüngen geraten unter Dauerdruck, was schmerzhafte Hühneraugen und entzündliche Schleimbeutelreizungen nach sich zieht.
Typische Anzeichen
Ein verändertes Erscheinungsbild der Füße deutet oft darauf hin, dass bisherige Pflegeabstände verkürzt werden müssen. Zu den frühen Zeichen einer trophischen Störung gehören eine glänzende, ausgedünnte Haut, verminderter Haarwuchs an den Zehenrücken sowie dauerhaft kühle Zehen. Wenn sich Nageldeformationen wie ein Holznagel, ein Rollnagel oder verdickte Nagelplatten bilden, steigt das Risiko für entzündliche Prozesse im Nagelpfalzbereich spürbar an.
Für Patienten mit Diabetes lässt sich das Behandlungsrisiko anhand standardisierter Kriterien einteilen, wie sie von der International Working Group on the Diabetic Foot definiert werden. Das Vorliegen einer peripheren sensorischen Neuropathie wird klinisch mittels des Semmes-Weinstein-Monofilaments mit einer Prüfkraft von 10 Gramm testiert. Kann der Patient das Anlegen der Monofilament-Glasfaser an definierten Fußsohlenpunkten nicht spüren, liegt ein Ausfall der Protektivsensibilität vor.
Kommt eine periphere arterielle Verschlusskrankheit hinzu, die sich durch verringerte Fußpulse der Arteria dorsalis pedis und Arteria tibialis posterior sowie einen reduzierten Knöchel-Arm-Index zeigt, steigt die Risikokategorie spürbar an. Werden zusätzlich Deformationen der Zehen oder der Fußstatik beobachtet, ist das Gewebe extrem gefährdet. In solchen Konstellationen führen bereits minimale Verhornungen innerhalb weniger Woche zu sichtbaren Gewebsschäden.
Bei rheumatischen Füßen stehen Druckschmerzen, Rötungen über den Köpfchen der Mittelfußknochen und Subluxationen der Zehengelenke im Vordergrund. Wenn das abpolsternde Fettgewebe der Fußsohle nach vorne abwandert, liegen die Knochenköpfchen direkt unter der Haut. Jeder Schritt erzeugt direkte mikromechanische Traumen. Eine rasche Hornhautneubildung innerhalb weniger Tage nach einer podologischen Behandlung zeigt an, dass die biomechanische Entlastung durch Schuhwerk oder Einlagen noch nicht ausreicht.
Ursachen im Alltag
Unpassendes Schuhwerk zählt zu den häufigsten Ursachen für akute und chronische Fußprobleme. Zu enge, zu kurze oder unbiegsame Schuhe erzeugen kontinuierliche Scherkräfte auf das Weichgewebe. Bei Patienten mit herabgesetztem Schmerzempfinden bleiben drückende Nähte oder zu kleine Schuhgrößen oft jahrelang unbemerkt. Das Material reibt kontinuierlich auf den Zehengelenken oder der Ferse, was die Hornhautbildung massiv beschleunigt.
Ein weiteres Alltagsproblem ist das falsche Schneiden der Fußnägel. Werden die Nagelränder tief in den seitlichen Nagelpfalz hinein rund abgeschnitten, verbleiben oft feine Spikel oder scharfe Kanten. Beim Nachwachsen schiebt sich die Nagelplatte in das umliegende Weichgewebe. Es entsteht ein eingewachsener Nagel, der von schmerzhaften Entzündungen, Granulationsgewebe und bakteriellen Besiedlungen begleitet wird.
Die Verwendung aggressiver Werkzeuge bei der häuslichen Fußpflege stellt ein weiteres erhebliches Risiko dar. Hornhauthobel, Klingen oder elektrische Schleifgeräte entfernen oft zu viel Gewebe. Als Schutzreaktion bildet die Haut innerhalb kurzer Zeit noch dickere Hornhautschichten. Zudem entstehen mikroskopisch kleine Schnittverletzungen. Für Keime wie Staphylococcus aureus oder Pilzerreger bilden diese Verletzungen ein ideales Einfallstor.
Feuchtigkeitseinflüsse durch ungeeignetes Strumpfmaterial aus Synthetikfasern fördern die Mazeration der Haut. Die aufgeweichte Haut im Zehenzwischenraum verliert ihre natürliche Barrierefunktion gegen Dermatophyten. Es kommt zu Pilzinfektionen, die unbemerkt tiefere Hautschichten schädigen und Sekundärinfektionen nach sich ziehen können.
Wann ärztliche Abklärung nötig ist
Bestimmte Symptome am Fuß erfordern umgehend die Konsultation eines Facharztes für Diabetologie, Dermatologie, Gefäßchirurgie oder Orthopädie. Eine Verzögerung kann bei Risikopatienten schwerwiegende Gewebeverluste oder systemische Infektionen zur Folge haben. Dies gilt insbesondere bei Auftreten von akuten Hautdefekten, Ulzerationen oder offenen Wunden, unabhängig von deren ursprünglicher Größe.
Ebenso muss bei lokalen Entzündungszeichen wie Rötung, Überwärmung, Schwellung oder eitriger Sekretion unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Schwarz-bläuliche Verfärbungen von Zehen oder Gewebearealen deuten auf eine Nekrose hin und stellen einen Notfall dar. Plötzliche, starke Ruheschmerzen im Fuß oder Bein, insbesondere bei Hochlagerung der Extremität, weisen auf eine akute Verschlechterung der arteriellen Durchblutung hin.
Auch bei systemischen Infektionszeichen wie Fieber, Schüttelfrost oder einem rapiden Anstieg der Blutzuckerwerte ohne erkennbare Ursache ist eilig zu handeln. Sobald ein Ulkus vorliegt, darf eine rein konservative podologische Pflege nicht ohne ärztlichen Behandlungsplan erfolgen. Auch bei Verdacht auf eine akute Charcot-Neuroarthropathie, eine schmerzlose, rote und überwärmte Schwellung des Fußes bei Diabetikern ohne vorangegangenes Trauma, muss der Fuß sofort entlastet und radiologisch abgeklärt werden.
Was die podologische Behandlung leisten kann
Die podologische Therapie unterscheidet sich grundlegend von der kosmetischen Fußpflege. Als medizinischer Fachberuf arbeitet die Podologie auf der Grundlage genauer anatomischer Kenntnisse, strenger Hygienevorschriften und spezialisierter Instrumentarien. Bei einem Ersttermin in der Praxis wird eine umfassende Anamnese durchgeführt. Dazu gehören die Erfassung von Vorerkrankungen, die Inspektion der Fußstatik, die Prüfung der Sensibilität mittels Monofilament und Stimmgabel sowie die Kontrolle der dermatologischen Beschaffenheit.
Im Rahmen einer podologischen Komplexbehandlung werden Fußnägel mit rotierenden Diamant- und Hartmetallfräsern fachgerecht gekürzt und ausgedünnt. Die Nagelpfalz wird sanft von Verhornungen befreit, ohne die zarte Hautbarriere zu verletzen. Schmerzhafte Verhornungen, Hühneraugen oder Rhagaden werden mit Skalpellklingen der Größen 10 bis 15 abgetragen. Das operative Abtragen erfordert eine ruhige Hand und millimetergenaue Schnittführung, um ausschließlich das abgestorbene Stratum corneum zu entfernen und die durchblutete Dermis intakt zu lassen.
Bei Nagelkorrekturen kommen orthonyxische Verfahren wie dreiteilige Drahtspangen zum Einsatz, die den Nagel sanft aufrichten und den Druck aus dem Nagelpfalz nehmen. Für deformierte Zehen können individuelle Silikonorthesen angefertigt werden, um Druckstellen dauerhaft zu entlasten. Alle verwendeten Instrumente durchlaufen vor dem Einsatz einen nach RKI-Richtlinien validierten Aufbereitungsprozess mit Ultraschallbad, Reinigungs- und Desinfektionsgerät sowie Sterilisation im Autoklaven, um jegliches Infektionsrisiko auszuschließen.
Die Abstände zwischen den Behandlungsterminen werden auf Basis der individuellen Risikoeinstufung festgelegt:
- Risikogruppe 0 (keine Neuropathie, keine pAVK, gesunde Füße): Ein Kontroll- und Pflegeintervall von 8 bis 12 Wochen ist meist ausreichend, um die Fußgesundheit präventiv zu erhalten und beginnende Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
- Risikogruppe 1 (vorhandene Neuropathie oder pAVK ohne Deformitäten): Hier wird ein Turnus von 6 bis 8 Wochen empfohlen. In diesem Zeitraum lässt sich Hyperkeratose kontrollieren, bevor tiefere Gewebeschichten geschädigt werden.
- Risikogruppe 2 (Neuropathie oder pAVK zusammen mit Fußdeformitäten oder nach abgeheiltem Ulkus): Ein Behandlungsabstand von 3 bis 4 Wochen ist zwingend erforderlich. Das schnelle Hornhautwachstum über Druckpunkten erfordert engmaschiges Abtragen, um Ulzerationsrezidiven vorzubeugen.
- Rheumatische Erkrankungen mit aktiven Deformitäten: Ein Abstand von 4 bis 6 Wochen hat sich in der Praxis bewährt. Dadurch werden schmerzhafte Verhornungen regelmäßig entfernt und Entlastungselemente zeitnah angepasst.
Ein konkretes Fallbeispiel veranschaulicht die Notwendigkeit dieser Abstände. Ein 68-jähriger Patient mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus und nachgewiesener Polyneuropathie stellte sich mit starker Hornhautplatte unter dem zweiten Metatarsalköpfchen vor. Bei einem Behandlungsabstand von acht Wochen bildeten sich regelmäßig Blutungspunkte unter der Hornhaut als Vorstufe eines Druckgeschwürs. Nach Umstellung des Behandlungsintervalls auf exakt vier Wochen in Kombination mit einer Druckentlastung konnte die Hautschicht stabil gehalten werden. Das Ulkusrisiko sank nachhaltig.
Was Sie selbst tun können
Die Arbeit in der podologischen Praxis wird durch die tägliche Eigenpflege zu Hause ergänzt. Wer die folgenden Grundsätze berücksichtigt, schützt seine Füße wirksam vor Komplikationen:
- Tägliche Inspektion der Füße: Betrachten Sie Fußsohlen, Fersen und Zehenzwischenräume jeden Tag bei gutem Licht. Nutzen Sie bei eingeschränkter Beweglichkeit einen Handspiegel oder bitten Sie Angehörige um Unterstützung. Achten Sie auf Rötungen, kleine Risse, Blasen oder verfärbte Stellen.
- Sanfte Reinigung: Waschen Sie die Füße täglich mit lauwarmem Wasser unter 37 Grad Celsius. Die Waschdauer sollte drei bis fünf Minuten nicht überschreiten, um ein Auslaugen der Haut zu verhindern. Verwenden Sie milde, seifenfreie Waschlotionen.
- Sorgfältiges Trocknen: Trocknen Sie die Füße gründlich ab, insbesondere in den Zehenzwischenräumen. Abtupfen ist schonender als kräftiges Rubbeln. Feuchtigkeit zwischen den Zehen begünstigt Hautpilz.
- Zielgerichtete Hautpflege: Cremen Sie die Füße täglich mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme ein. Produkte mit einem Urea-Anteil von 5 bis 10 Prozent binden Feuchtigkeit im Gewebe und machen die Haut geschmeidig. Sparen Sie die Zehenzwischenräume beim Eincremen aus, damit sich dort keine feuchte Kammer bildet.
- Achtsame Strumpf- und Schuhwahl: Tragen Sie Strümpfe aus natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Merinowolle ohne drückende Nähte. Der Bund sollte nicht einschneiden. Tastet Sie Ihre Schuhe vor dem Anziehen mit der Hand von innen aus, um Fremdkörper oder umgeschlagene Einlegesohlen aufzuspüren.
Häufige Fehler
In der Praxis zeigen sich immer wieder wiederkehrende Pflegefehler, die vermeidbar sind und nicht selten schwere Komplikationen auslösen. Ein weit verbreiteter Fehler ist das Barfußgehen auf unebenen oder heißen Untergründen. Bei Patienten mit tauben Füßen durch Neuropathie führt das Gehen ohne Schuhwerk auf Rasen, Fliesen oder Sand regelmäßig zu unsichtbaren Schnittwunden, Stacheleinstichen oder Verbrennungen.
Ebenso gefährlich ist der Einsatz von frei verkäuflichen Hühneraugenpflastern oder chemischen Hornhautentferner-Lösungen. Diese Präparate enthalten meist hochkonzentrierte Salicylsäure. Die Säure unterscheidet nicht zwischen abgestorbener Hornhaut und gesunder Haut. Bei empfindlicher oder schlecht durchbluteter Haut verätzt das umliegende Gewebe. Es entstehen tiefreichende, schwer heilende Wunden.
Auch das unsachgemäße Schneiden der Nägel mit spitzen Papierscheren oder Knipsern führt häufig zu Verletzungen des Nagelwalls. Das tiefgründige Ausfeilen der Nagelecken zur vermeintlichen Entlastung führt mittelfristig dazu, dass der Nagel noch breiter in das Weichgewebe einwächst. Schließlich verleitet eine unzureichende Wahrnehmung dazu, Kontrolltermine abzusagen, solange keine Schmerzen spürbar sind. Schmerzfreiheit ist bei Nervenschädigungen jedoch kein Zeichen von Gesundheit, sondern ein Symptom des Empfindungsverlusts.
Studienlage und Einordnung
Die Notwendigkeit strukturierter Behandlungsintervalle in der Podologie ist durch zahlreiche klinische Studien und internationale Leitlinien belegt. Untersuchungen zur Prävention des diabetischen Fußsyndroms zeigen eindeutig, dass regelmäßige medizinische Fußbehandlungen in Kombination mit strukturierten Patientenschulungen die Amputationsrate um bis zu 85 Prozent senken können [1].
Eine multizentrische Beobachtungsstudie verdeutlichte, dass die Einhaltung eines maximal vierwöchigen Intervalls bei Diabetikern der IWGDF-Risikoklasse 2 und 3 die Inzidenz von Rezidivulzertaten signifikant reduziert im Vergleich zu unregelmäßigen Behandlungsabständen [2]. Das frühzeitige Abtragen von Hyperkeratosen senkt den fokalen Spitzendruck unter den Metatarsalköpfchen um bis zu 30 Prozent [3]. Dadurch wird der Entstehung von Gewebseinblutungen wirksam vorgebeugt.
Auch bei Patienten mit rheumatoider Arthritis bestätigen klinische Daten den Nutzen regelmäßiger podologischer Interventionen. Eine randomisierte kontrollierte Studie wies nach, dass die Kombination aus professioneller Hornhautentfernung, Silikonorthesen und angepasstem Schuhwerk die Schmerzintensität im Vorfußbereich nachweislich verringert und die Gehstrecke der Betroffenen verbessert [4].
Die S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie von Fußkomplikationen bei Diabetes hebt hervor, dass die Risikoadaption des Behandlungsintervalls ein Kernelement der langfristigen Versorgung darstellt [5]. Die leitliniengerechte Zuordnung stellt sicher, dass medizinische Ressourcen gezielt dort eingesetzt werden, wo das Gewebe am stärksten gefährdet ist.
Behandlung in Memmingen
Für Patienten aus Memmingen, dem Unterallgäu, dem weiteren Allgäu sowie Oberschwaben bietet die FREITAG® Podologie GmbH eine qualifizierte medizinische Fußbehandlung. Unter der fachlichen Leitung von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin und sektorale Heilpraktikerin für Podologie, werden Behandlungspläne präzise auf das jeweilige Risikoprofil abgestimmt.
In den modernen Praxisräumen in der Kempterstr. 25 in Memmingen kommen fortschrittliche Therapieverfahren zum Einsatz, die weit über das Standardmaß hinausgehen. Die Praxis arbeitet nach strengen Hygieneanforderungen nach RKI-Vorgaben Hygiene-Standards. Ob zur gezielten Prävention bei gesunden Füßen, zur Versorgung bei Rheuma oder zur komplexen Betreuung bei einem diabetischen Fußsyndrom: Vereinbaren Sie Ihre Termine im empfohlenen Rhythmus transparent über unsere Preisübersicht und nehmen Sie direkt Kontakt auf, um die langfristige Gesundheit Ihrer Füße zu sichern.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man mit gesunden Füßen zum Podologen gehen?
Bei vollkommen gesunden Füßen ohne Vorerkrankungen oder Fehlstellungen reicht ein Behandlungsintervall von 8 bis 12 Wochen völlig aus. In diesem Rhythmus werden Nägel fachgerecht gekürzt und leichte Verhornungen entfernt. Zudem dient der Termin als präventive Kontrolle, um dermatologische oder statische Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Bei guter eigener Pflege lässt sich die Fußgesundheit so langfristig stabil halten.
Bezahlt die Krankenkasse die regelmäßige podologische Behandlung bei Diabetes?
Ja, bei Vorliegen eines diabetischen Fußsyndroms mit Nervenschädigung oder Durchblutungsstörung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die podologische Komplexbehandlung. Hierfür stellt der behandelnde Arzt, beispielsweise der Hausarzt oder Diabetologe, eine Heilmittelverordnung aus. Je nach Risikogruppe verordnet der Arzt Intervalle von 4 bis 8 Wochen. Der Patient leistet lediglich den gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteil, sofern keine Befreiung vorliegt.
Warum ist der Behandlungsabstand bei Polyneuropathie so kurz?
Durch eine Polyneuropathie geht das natürliche Schmerz- und Druckempfinden an den Füßen verloren. Verletzungen oder Druckstellen durch nachwachsende Hornhaut werden vom Betroffenen selbst nicht bemerkt. Ein kurzes Intervall von 3 bis 4 Wochen stellt sicher, dass Hornhautschichten rechtzeitig abgetragen werden, bevor darunter Gewebseinblutungen oder tiefe Geschwüre entstehen. Die engmaschige Kontrolle schützt somit effektiv vor unbemerkten Wunden.
Was passiert, wenn ich Termine beim Podologen schleifen lasse?
Wenn Behandlungsintervalle deutlich überschritten werden, kann sich bestehende Hornhaut stark verdicken und einreißen. Es entstehen schmerzhafte Rhagaden oder Hühneraugen, die bis in die Lederhaut reichen. Bei Risikopatienten mit Diabetes oder Rheuma steigt das Risiko für eitrige Entzündungen und Ulzera drastisch an. Auch eingewachsene Nägel verschlechtern sich ohne regelmäßige Korrektur zügig und erfordern dann oft langwierige Therapien.
Kann man Termine bei Rheuma und Diabetes kombinieren?
Bei Patienten, die sowohl an Diabetes als auch an rheumatischer Arthritis leiden, treffen zwei erhebliche Risikofaktoren aufeinander. Das Behandlungskonzept wird in diesem Fall genau auf die Kombination aus Gefühlsverlust und Gelenkdeformitäten abgestimmt. Die Behandlungsabstände orientieren sich immer am höheren Risikoprofil, was meist ein engmaschiges Intervall von 3 bis 4 Wochen erforderlich macht. Dadurch werden sowohl entzündliche Druckstellen als auch neuropathische Ulzera gleichzeitig überwacht.
Quellen und weiterführende Literatur
Die folgenden Arbeiten und Leitlinien bilden die Grundlage der beschriebenen Einordnung. Sie beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine garantierte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.
- [1] Practical Guidelines on the prevention and management of diabetes-related foot disease (IWGDF 2023 update) Internationale Richtlinie zur Risikoklassifizierung und Festlegung von Präventionsintervallen beim diabetischen Fußsyndrom.
- [2] S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes: Prävention und Therapie von Fußkomplikationen (AWMF 2021) Deutsche Evidenz-basierte Leitlinie zur interdisziplinären podologischen und ärztlichen Versorgung von Diabetikern.
- [3] Guidelines on the prevention of foot ulcers in persons with diabetes (IWGDF 2019 update) Untersuchung zur Wirksamkeit regelmäßiger professioneller Hornhautabtragung zur Senkung des Ulkusrisikos.
- [4] Multicenter randomized controlled trial of integral custom podiatric care in rheumatoid arthritis (Woodburn et al., 2002) Klinische Studie zum Nachweis der Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung durch podologische Betreuung bei Rheuma.
- [5] Das diabetische Fußsyndrom: Diagnostik und Therapie (Lobmann et al., Deutsches Ärzteblatt 2018) Übersichtsarbeit zur Bedeutung von Behandlungsfrequenzen und prophylaktischen Maßnahmen im klinischen Alltag.
Persönliche Beratung in Memmingen
Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. In der Praxis in der Kempterstr. 25, 87700 Memmingen sehen wir uns Ihre Füße in Ruhe an und besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.
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Wir behandeln Patientinnen und Patienten aus der ganzen Region rund um Memmingen – auf Wunsch auch als Hausbesuch.
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Helga Maria Freitag (2026): Wie oft zum Podologen? Sinnvolle Behandlungsintervalle je nach Risikoprofil. FREITAG® Podologie GmbH, Memmingen. Online: https://freitag-podologie.de/ratgeber/wie-oft-zum-podologen
Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie dieser Beitrag entstanden ist, lesen Sie in unseren redaktionellen Grundsätzen.
