Neueröffnung der Podologie-Praxis geplant: 30.11.2026

Diabetisches Fußsyndrom

Diabetischer Fuß

Regelmäßige podologische Behandlung ist beim Diabetes mellitus kein Komfort, sondern Vorsorge. Sie schützt vor Wunden, Infektionen und ihren Folgen.

Warum der Fuß bei Diabetes besonders ist

Wenn der Fuß seine Warnfunktion verliert

Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt über die Jahre feine Nerven und Gefäße. Zwei Entwicklungen sind für den Fuß entscheidend: die diabetische Polyneuropathie, bei der das Schmerz- und Druckempfinden nachlässt, und die periphere arterielle Verschlusskrankheit, bei der die Durchblutung der Füße abnimmt. Häufig treten beide gemeinsam auf.

Die Folge ist tückisch: Eine Druckstelle im Schuh, eine zu kurz geschnittene Nagelecke oder ein kleiner Fremdkörper werden nicht mehr bemerkt. Aus einer unauffälligen Hornhautschwiele kann innerhalb weniger Tage ein Ulkus entstehen, das wegen der verminderten Durchblutung nur langsam heilt. Genau an dieser Stelle setzt die podologische Behandlung an – sie erkennt und beseitigt die Vorstufen, bevor eine Wunde entsteht.

Fachgesellschaften und die Nationale VersorgungsLeitlinie zum diabetischen Fußsyndrom empfehlen deshalb eine strukturierte Fußuntersuchung mindestens einmal jährlich, bei erhöhtem Risiko deutlich häufiger, sowie die regelmäßige podologische Behandlung durch eine staatlich anerkannte Fachkraft.

Warnsignale

Wann Sie nicht abwarten sollten

  • Taubheitsgefühl, Kribbeln oder ein „Laufen auf Watte“
  • Nachlassendes Schmerz-, Temperatur- oder Vibrationsempfinden
  • Trockene, rissige Haut und ausbleibende Schweißbildung
  • Druckstellen, Blasen oder Hornhaut mit Einblutungen
  • Verfärbte, verdickte oder eingewachsene Nägel
  • Wunden, die nicht innerhalb weniger Tage abheilen

Bei einer offenen Wunde, Rötung mit Überwärmung, Fieber oder plötzlichem Formwandel des Fußes gehören Sie umgehend in ärztliche Behandlung. Die Podologie ersetzt in diesen Fällen keine Wundversorgung, begleitet sie aber sinnvoll.

Behandlungsablauf

So behandeln wir den diabetischen Fuß

01

Anamnese und Fußstatus

Wir erheben Ihre Diabetesdauer, HbA1c-Werte, Begleiterkrankungen und Medikation. Anschließend beurteilen wir Haut, Nägel, Fußform, Druckstellen und Schuhwerk.

02

Neurologische und vaskuläre Basisuntersuchung

Sensibilitätsprüfung mit Monofilament, Stimmgabeltest zum Vibrationsempfinden sowie Tasten der Fußpulse. So erkennen wir eine Polyneuropathie oder Durchblutungsstörung frühzeitig.

03

Risikoklassifizierung

Anhand der Befunde ordnen wir Ihren Fuß einer Risikokategorie zu. Daraus ergibt sich, wie engmaschig behandelt werden sollte – meist alle vier bis sechs Wochen.

04

Podologische Komplexbehandlung

Schonendes Kürzen und Fräsen der Nägel, Abtragen von Hornhaut und Hühneraugen ohne Verletzung der Haut, Entlastung von Druckstellen, Pflege der Haut.

05

Dokumentation und Rückmeldung

Jeder Befund wird schriftlich dokumentiert. Auffälligkeiten melden wir unmittelbar an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt zurück.

06

Beratung für zu Hause

Tägliche Fußinspektion, geeignete Pflegeprodukte, passendes Schuhwerk und klare Warnzeichen, bei denen Sie sofort ärztlichen Rat einholen sollten.

Kostenübernahme

Die Krankenkasse übernimmt die Behandlung

Bei einem diagnostizierten diabetischen Fußsyndrom mit Schädigungen der Haut oder der Nerven ist die podologische Komplexbehandlung eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt stellt eine Heilmittelverordnung aus, in der Regel über sechs oder zehn Behandlungen. Sie zahlen lediglich die gesetzliche Zuzahlung, sofern Sie nicht davon befreit sind.

Alle Einzelheiten zu Verordnung, Fristen und Zuzahlung finden Sie auf unserer Seite für Kassenpatienten. Die Preise für Selbstzahlerleistungen sind in der Preisübersicht aufgeführt.