Callus & Clavus
Hornhaut & Hühneraugen
Hornhaut ist eine Schutzreaktion der Haut auf Druck. Wer nur abträgt, ohne die Ursache zu beseitigen, hat das Problem in wenigen Wochen zurück.
Wie es entsteht
Druck erzeugt Horn – jedes Mal
Wird eine Hautstelle am Fuß dauerhaft gedrückt oder gerieben, verdickt die Oberhaut ihre Hornschicht. Das ist zunächst sinnvoll. Ab einer bestimmten Dicke wird die Verhornung jedoch selbst zum Druckkörper: Sie gibt den Druck nach innen weiter, das Gewebe darunter entzündet sich, und beim Hühnerauge wächst ein harter Kern in die Tiefe, der bei jedem Schritt auf Nervenenden drückt.
Deshalb reicht das reine Abtragen nicht aus. Zur podologischen Behandlung gehört immer die Frage, warum genau an dieser Stelle Druck entsteht – und was sich daran ändern lässt.
Erscheinungsformen
Was wir unterscheiden
Hornhautschwiele (Callus)
Flächige, gelbliche Verdickung an Ferse, Ballen oder Fußaußenrand. Zunächst schmerzlos, mit zunehmender Dicke aber druckempfindlich und rissanfällig.
Hühnerauge (Clavus)
Punktförmige Verhornung mit zentralem Dorn, der bis in tiefere Hautschichten reicht und auf Nervenenden drückt. Typisch an Zehenoberseite, Zehenkuppe oder zwischen den Zehen.
Rhagaden (Schrunden)
Tiefe Einrisse an der Ferse, meist bei sehr trockener, dicker Hornhaut. Sie schmerzen beim Auftreten und sind eine Eintrittspforte für Keime.
Weiches Hühnerauge (Clavus mollis)
Entsteht im feuchten Zehenzwischenraum, wirkt weißlich aufgequollen und wird häufig mit Fußpilz verwechselt.
Ursachen
Häufige Auslöser
- Zu enge, zu weite oder zu harte Schuhe und hohe Absätze
- Zehenfehlstellungen wie Hallux valgus, Hammer- und Krallenzehen
- Spreiz-, Senk- oder Knickfuß mit veränderter Druckverteilung
- Gangbild und Übergewicht
- Trockene Haut und fehlende Rückfettung
- Nähte, Falten im Strumpf oder barfuß laufen auf harten Böden
Behandlung
Was wir im Termin tun
- Einschätzung von Ausmaß, Lage und Ursache der Verhornung
- Schmerzarmes Abtragen mit Skalpell und Fräser – gezielt, ohne gesunde Haut zu verletzen
- Vollständiges Ausschälen des Hühneraugen-Dorns
- Druckentlastung durch individuell modellierte Silikon-Orthosen, Polster oder Filzentlastung
- Rückfettende Pflege und konkrete Empfehlungen für zu Hause
- Beratung zu Schuhwerk, Einlagen und – wenn nötig – Überweisungsempfehlung zum Orthopäden
Wichtiger Hinweis
Finger weg von Hühneraugenpflastern
Die meisten Pflaster und Tinkturen enthalten Salicylsäure. Sie weicht die Hornschicht auf – aber nicht nur an der gewünschten Stelle, sondern auch ringsherum. Bei empfindlicher Haut entstehen dadurch Verätzungen und offene Wunden. Für Menschen mit Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Nervenschäden sind solche Produkte ausdrücklich ungeeignet. Auch das Schneiden mit Hobel, Rasierklinge oder Schere zu Hause führt regelmäßig zu Verletzungen und Infektionen.
Sinnvoll für zu Hause sind stattdessen eine milde Feile, eine harnstoffhaltige Creme (meist 5–10 %, bei sehr trockener Haut auch mehr) und Schuhe, die vorne genug Platz lassen.
