
Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie. Redaktionelle Grundsätze.
Veröffentlicht: 16. August 2026 · zuletzt geprüft: 16. August 2026 · Lesezeit etwa 12 Minuten
Was dahintersteckt
Das menschliche Nervensystem leitet Signale wie Berührung, Temperatur, Vibration und Schmerz von der Peripherie des Körpers zum Rückenmark und weiter ins Gehirn. Die Nervenfasern, die für die Sensibilität der Füße zuständig sind, verlaufen von den Lendenwirbeln über die Beine bis in die kleinsten Verästelungen der Zehen. Medizinisch unterscheidet man verschiedene Arten von Gefühlsstörungen. Parästhesien sind nicht schmerzhafte Fehlempfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder Prickeln. Unter einer Hypästhesie versteht man eine Herabsetzung der normalen Empfindlichkeit für Berührungs- oder Schmerzreize. Eine Anästhesie beschreibt den vollständigen Verlust jeglicher Empfindung in einem abgegrenzten Areal.
Für die Weiterleitung der Sinneseindrücke sind unterschiedliche Nervenfasertypen verantwortlich. Dicke, myelinisierte A-Beta-Fasern leiten Berührungs- und Vibrationsreize extrem schnell weiter. Dünnere A-Delta-Fasern und unmyelinisierte C-Fasern sind für das Schmerz- und Temperaturempfinden zuständig. Wenn peripher gelegene Nerven durch anhaltenden Druck, Entzündungsprozesse oder Nährstoffmangel Schaden nehmen, gerät die Signalübertragung durcheinander. Das Gehirn interpretiert die fehlerhaften oder ausbleibenden Impulsfolgen als Kribbeln, Brennen oder Taubheit.
Neben den Nerven spielt die Mikrozirkulation eine zentrale Rolle. Die feinsten Blutgefäße, die sogenannten Vasa nervorum, versorgen die Nervenbahnen mit Sauerstoff und Glukose. Wird dieser Blutfluss durch Gefäßverengungen oder arteriosklerotische Ablagerungen gedrosselt, geraten die Nervenzellen in einen Sauerstoffmangel. Die Nerven stellen ihre Funktion schrittweise ein. Eine gestörte Durchblutung verstärkt somit das sensorische Defizit und verzögert regenerative Prozesse im Gewebe.
Typische Anzeichen
Die Symptomatik von Gefühlsstörungen an den Füßen entwickelt sich meist schleichend. Häufig beginnen die Beschwerden an den Kappen der Zehen und breiten sich im weiteren Verlauf symmetrisch über den gesamten Vorfuß aus. Fachleute sprechen in diesem Fall von einer strumpfförmigen Verteilung der Sensibilitätsstörung. Betroffene berichten oft, sie fühlten sich beim Gehen wie auf Watte, auf Sand oder als trügen sie stets zu dicke Socken. Ein typisches Zeichen ist auch die Unfähigkeit, feine Unebenheiten des Bodens mit den Fußsohlen zu ertasten.
Neben dem reinen Taubheitsgefühl treten häufig brennende Schmerzen auf, die sich vor allem in den Abend- und Nachtstunden intensivieren. Dieses Phänomen wird in der Neurologie als Burning-Feet-Syndrom bezeichnet. Auch das Gefühl, kalte Füße zu haben, obwohl sich die Haut bei Berührung warm anfühlt, deutet auf eine fehlerhafte Signalverarbeitung der Nerven hin. Umgekehrt können tatsächlich eiskalte Füße mit einer blassen oder bläulich verfärbten Haut auf eine reine Durchblutungsstörung hinweisen.
Eine deutliche Abgrenzung zwischen nervlich bedingten und gefäßbedingten Ursachen ist zwingend erforderlich. Bei arteriellen Durchblutungsstörungen treten Schmerzen vorrangig unter körperlicher Belastung auf, etwa beim zügigen Gehen, und zwingen Betroffene zum Stehenbleiben. Neuropathische Beschwerden zeigen sich hingegen bevorzugt in Ruhephasen und bei absoluter Entlastung der Beine. Ein genauer Blick auf den zeitlichen Verlauf und die exakte Lokalisation hilft dabei, das ursächliche Problem einzugrenzen.
Eine Patientin aus dem Landkreis Unterallgäu beschrieb in unserer Praxis, dass sie das heiße Wasser beim Fußbad erst bemerkte, als die Haut am Fußrücken bereits stark gerötet war. Solche Schilderungen sind klassische Indikatoren für den Verlust des thermischen Schutzempfindens. Wenn heiße oder kalte Reize nicht mehr richtig wahrgenommen werden, steigt die Verletzungsgefahr im Alltag drastisch an.
Ursachen im Alltag
Gefühlsstörungen an den Unterschenkeln und Füßen können vielfältige Auslöser haben. Im Alltag spielen mechanische Kompressionen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das Tragen von zu engem, unflexiblem Schuhwerk übt kontinuierlichen Druck auf die interdigitalen Nervenbahnen aus. Beim sogenannten Tarsaltunnelsyndrom wird der Nervus tibialis beim Durchtritt durch den knöchernen Kanal hinter dem Innenknöchel eingeengt. Dies führt zu Schmerzen und Taubheit an der Fußsohle, die bis in die Zehen ausstrahlen können.
Veränderungen an der Wirbelsäule stellen eine weitere häufige Ursache dar. Ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule oder eine Verengung des Spinalkanals kann die Nervenwurzeln der Segmente L4 bis S1 quetschen. Diese Wurzelreizung projiziert Missempfindungen genau in das Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs am Fuß. Auch Fußfehlstellungen wie ein ausgeprägter Spreizfuß oder ein Hallux valgus verändern die Druckverteilung beim Abrollen, was zu lokalen Nervenreizungen führt.
Zu den systemischen Grunderkrankungen zählt an erster Stelle der Diabetes mellitus. Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte schädigen sowohl die feinen Blutgefäße als auch die Nervenstruktur direkt. Es entwickelt sich eine diabetische Polyneuropathie, die unbehandelt zu einem vollständigen Verlust des Schmerzempfindens führt. Auch chronischer Alkoholkonsum, Nierenerkrankungen oder eine Unterfunktion der Schilddrüse schädigen die peripheren Nerven nachhaltig.
Ein oft übersehener Faktor ist ein Mangel an Vitamin B12. Dieses Vitamin ist essenziell für die Bildung der Myelinschicht, welche die Nervenfasern isoliert. Ein langfristiges Defizit, hervorgerufen durch chronische Magen-Darm-Erkrankungen, rein vegane Ernährung ohne Supplementierung oder die dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente wie Metformin, führt zu einer Degeneration der Hinterstränge im Rückenmark und der peripheren Nerven.
Wann ärztliche Abklärung nötig ist
Nicht jedes kurzzeitige Kribbeln erfordert sofortigen Alarm. Wenn ein Fuß nach langem Sitzen mit überschlagenen Beinen einschläft und nach dem Aufstehen rasch wieder normal reagiert, liegt lediglich eine vorübergehende Leitungsunterbrechung vor. Treten Gefühlsstörungen jedoch anhaltend auf oder nehmen sie an Intensität zu, ist eine strukturierte medizinische Diagnostik unverzichtbar.
Es gibt klare Warnzeichen, bei deren Auftreten Sie unverzüglich einen Arzt oder eine Rettungsstelle aufsuchen sollten. Diese Symptome weisen auf akute, potenziell gefährliche Störungen des Nervensystems oder der Gefäße hin:
- Plötzlich auftretende Taubheit in einem Bein oder Fuß, insbesondere in Kombination mit einer Lähmung oder einer Schwäche beim Anheben der Zehen
- Plötzlicher Verlust des Gefühlsempfindens zusammen mit Sprachstörungen, Sehstörungen oder Schwindel, was auf einen Schlaganfall hindeuten kann
- Akuter, extremer Schmerz im Bein verbunden mit Blässe, Kälte der Haut und fehlendem Puls an der Fußrückenarterie, was für einen arteriellen Gefäßverschluss spricht
- Sichtbare Wunden, Blasen oder dunkle Hautveränderungen am Fuß, die Sie selbst nicht gespürt haben und die keine Schmerzen verursachen
- Schnelle Zunahme der Gefühlsstörung innerhalb weniger Tage oder Übergreifen der Symptome auf die Hände
Eine frühzeitige Abklärung durch Neurologen, Diabetologen oder Gefäßspezialisten verhindert, dass irreversible Schäden an den Nervenstrukturen entstehen. Je früher die Grunderkrankung erkannt und eingestellt wird, desto höher sind die Chancen auf eine Stabilisierung oder gar Rückbildung der Missempfindungen.
Was die podologische Behandlung leisten kann
Die Podologie nimmt eine Schlüsselrolle in der Prävention, Früherkennung und fachgerechten Versorgung von Patienten mit Sensibilitätsstörungen ein. Als medizinischer Fachberuf arbeitet die Podologie eng mit den behandelnden Fachärzten zusammen. In unserer Praxis beginnt jede Erstbehandlung mit einer eingehenden podologischen Anamnese und einer gründlichen Inspektion der Füße.
Zur Überprüfung der Sensibilität nutzen wir wissenschaftlich evaluierte Testverfahren. Mit einem Semmes-Weinstein-Monofilament, das eine definierte Biegekraft von genau zehn Gramm aufweist, prüfen wir das Berührungs- und Schutzempfinden an spezifischen Messpunkten der Fußsohle. Kann der Patient den leichten Druck der Kunststofffaser nicht mehr wahrnehmen, liegt ein relevantes Schutzverlustrisiko vor. Das Vibrationsempfinden testen wir mithilfe einer neurologischen Stimmgabel nach Rydel-Seiffer mit 128 Hertz an knöchernen Orientierungspunkten wie dem Großzehengrundgelenk und den Knöcheln. Zur Beurteilung des Temperaturempfindens kommt ein spezielles Instrument mit einer kalten Metall- und einer warmen Kunststoffseite zum Einsatz.
Ergänzend kontrollieren wir die vascular-periphere Situation durch die Palpation der Fußpulse, der Arteria dorsalis pedis und der Arteria tibialis posterior. Zeigen sich Auffälligkeiten im Befund, veranlassen wir eine gezielte Weiterleitung an die entsprechenden Fachärzte. Als /sektorale-heilpraktikerin besitzt Frau Freitag zudem die Qualifikation, eigenständig podologische Befunde zu erheben und zielgerichtete Therapien einzuleiten.
Die praktische podologische Komplexbehandlung umfasst die fachgerechte Abtragung von Hornhaut, Schwielen und Hühneraugen. Bei Patienten mit verminderter Sensibilität ist dies eine hochsensible Aufgabe. Das Gewebe unter übermäßiger Hornhaut steht unter enormem Druck. Es können sich unbemerkt Hämatome und Gewebsnekrosen bilden, die ohne Behandlung zu tiefen Ulzera führen. Wir setzen rotierende Diamantschleifer und sterile Skalpellklingen mit höchster Präzision ein, um die Haut schmerz- und verletzungsfrei zu entlasten.
Auch die Pflege der Zehennägel erfordert spezialisierte Techniken. Eingewachsene oder verdickte Nägel werden schonend gekürzt und in Form gebracht. Sollte die Nagelplatte deformiert sein oder Druck auf das Nagelbett ausüben, bieten wir therapeutische Verfahren wie die /leistungen der Nagelspangentechnik an, um den Druck nachhaltig zu nehmen. Alle Instrumente werden nach strengsten Hygienevorschriften aufbereitet und sterilisiert. Nähere Einblicke in unsere hohen Qualitätsstandards erhalten Sie unter /hygiene.
Die Behandlung erfolgt in regelmäßigen Intervallen von vier bis sechs Wochen. Diese Abstände stellen sicher, dass pathologische Hautveränderungen oder Mikrotraumen frühzeitig erkannt werden, bevor sie sich zu chronischen Wunden entwickeln. Für schmerzhafte Nervenreizungen oder entzündliche Prozesse bieten wir zudem moderne Ergänzungstherapien wie die gezielte Kältetherapie an, welche in unserer /kaeltekammer durchgeführt werden kann.
Was Sie selbst tun können
Neben der professionellen Betreuung in der Praxis erfordert die Bewältigung von Gefühlsstörungen Ihre aktive Mitarbeit im Alltag. Da verringerte Sensibilität das natürliche Warnsystem des Körpers außer Kraft setzt, müssen die Augen die Aufgabe der Nerven übernehmen.
Etablieren Sie eine feste tägliche Routine, um Ihre Füße vor Schaden zu bewahren. Folgende Maßnahmen helfen Ihnen dabei, das Verletzungsrisiko effektiv zu minimieren:
- Kontrollieren Sie jeden Abend Ihre Fußsohlen, die Fersen und die Zehenzwischenräume sorgfältig auf Rötungen, Druckstellen, Blasen oder kleine Schnittwunden. Nutzen Sie bei Bedarf einen unzerbrechlichen Handspiegel oder bitten Sie Angehörige um Unterstützung.
- Fühlen Sie vor jedem Anziehen mit der Hand im Inneren Ihrer Schuhe nach, ob sich Fremdkörper wie kleine Steine, drückende Nähte oder umgeschlagene Einlegesohlen darin befinden.
- Waschen Sie Ihre Füße täglich mit lauwarmem Wasser und einer milden, seifenfreien Waschlotion. Prüfen Sie die Wassertemperatur stets mit einem Badethermometer oder dem Unterarm, um Verbrennungen zu vermeiden.
- Trocknen Sie die Füße nach dem Waschen gründlich ab, insbesondere in den Zehenzwischenräumen, um der Entstehung von Pilzinfektionen vorzubeugen.
- Pflegen Sie die Haut täglich mit einer feuchtigkeitsspendenden, urea-haltigen Fußcreme oder einem Schaum mit einem Ureagehalt von fünf bis zehn Prozent. Sparen Sie die Zehenzwischenräume dabei aus, da übermäßige Feuchtigkeit dort die Haut aufweichen lässt.
- Tragen Sie stets Strümpfe ohne drückende Nähte und mit einem weichen Bund, der die Blutzirkulation nicht einschnürt. Bevorzugen Sie helle Socken aus Baumwolle oder Wolle, da Wundsekret oder Blut darauf sofort sichtbar werden.
- Laufen Sie niemals barfuß, weder im Haus noch im Freien. Selbst kleine Unebenheiten, Holzsplitter oder verschüttete Flüssigkeiten können unbemerkt zu gravierenden Gewebeschäden führen.
Achten Sie zudem auf eine optimale Schuhauswahl. Der Schuh muss dem Fuß ausreichend Raum bieten, ohne zu scheuern. Kaufen Sie neue Schuhe bevorzugt am späten Nachmittag, da die Füße im Laufe des Tages leicht anschwellen. Die Sohle sollte biegsam sein, aber genügend Schutz vor durchstechenden Gegenständen bieten.
Häufige Fehler
In der podologischen Praxis beobachten wir immer wieder gut gemeinte, aber gefährliche Pflegefehler von Betroffenen. Der häufigste Fehler ist die Anwendung von ausgedehnten, heißen Fußbädern. Menschen mit Taubheitsgefühlen klagen oft über eiskalte Füße und versuchen, diese durch sehr heißes Wasser zu erwärmen. Aufgrund des gestörten Temperaturempfindens merken sie nicht, dass das Wasser viel zu heiß ist. Es kommt zu schweren Verbrennungen zweiten oder dritten Grades, die extrem langsam heilen.
Ein weiterer gravierender Fehler ist der Versuch, Hornhaut, Hühneraugen oder Druckstellen in Eigenregie mit scharfen Instrumenten zu entfernen. Der Einsatz von Rasierklingen, Hornhauthobeln oder Nagelscheren führt bei herabgesetzter Sensibilität fast zwangsläufig zu Schnittverletzungen. Da die Schnittwunde durch die Nervenschädigung oft nicht schmerzt, wird sie nicht adäquat versorgt. Krankheitserreger dringen ungehindert ein und lösen schwere Entzündungen aus.
Auch freiverkäufliche Hühneraugenpflaster stellen eine erhebliche Gefahrenquelle dar. Diese Pflaster enthalten hochkonzentrierte Salicylsäure, die das verhornte Gewebe chemisch auflösen soll. Bei dünner, schlecht durchbluteter oder neuropathischer Haut dringt die Säure tief in gesundes Gewebe ein. Es entstehen Verätzungen und tiefgreifende Gewebsdefekte, die monatelange Behandlungen nach sich ziehen.
Das Schneiden der Zehennägel bis tief in die Nagelfalze hinein zählt ebenfalls zu den typischen Behandlungsfehlern. Abgerundete Nagelecken neigen dazu, beim Nachwachsen in die Haut einzuwachsen. Es entstehen schmerzhafte Entzündungen und Granulationsgewebe. Zehennägel sollten stets gerade gekürzt und die Ecken lediglich sanft feilt werden.
Schließlich verharren viele Betroffene zu lange im Zustand des Abwartens. Das Ignorieren von feinen Missempfindungen führt dazu, dass neurodegenerative Prozesse ungestört voranschreiten. Eine frühzeitige Diagnose und die regelmäßige Inanspruchnahme professioneller Fußpflege sind der beste Schutz vor dauerhaften Funktionseinschränkungen.
Studienlage und Einordnung
Die wissenschaftliche Literatur belegt eindrücklich den engen Zusammenhang zwischen peripheren Sensibilitätsstörungen und dem Risiko schwerwiegender Komplikationen an den unteren Extremitäten. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes fasst zusammen, dass eine diabetische Neuropathie der stärkste Einzelfaktor für das Entstehen von Fußulzerationen ist [1]. Studien zeigen, dass der Verlust der Wahrnehmung des 10-Gramm-Monofilaments das Risiko für die Entwicklung einer Fußwunde um das Siebenfache erhöht.
Mehrere Multizenterstudien haben untersucht, wie wirksam präventive strukturelle Maßnahmen das Auftreten von Folgeschäden reduzieren können. Eine systematische Verfeinerung des Screenings in Kombination mit regelmäßiger podologischer Versorgung kann die Amputationsrate bei Risikopatienten um 50 bis 80 Prozent senken [2]. Die regelmäßige professionelle Entlastung von Hyperkeratosen reduziert nachweislich die plantaren Spitzendrücke, was als primärer Schutzmechanismus gegen Wundbildungen gilt [3].
Bezüglich der diagnostischen Treffsicherheit betonen neurologische Fachgesellschaften die Kombination verschiedener Testverfahren. Der alleinige Einsatz eines Monofilaments reicht oft nicht aus, um frühe Stadien einer kleinfaserigen Neuropathie, einer sogenannten Small-Fiber-Neuropathie, zu erfassen. Erst die Kombination aus Monofilament, Stimmgabeltest und Prüfung des thermischen Empfindens liefert eine hohe Sensitivität für das Erkennen peripherer Nervenschäden [4].
Forschungen im Bereich der Gefäßmedizin belegen zudem, dass mikrovaskuläre Funktionsstörungen eng mit neuropathischen Symptomen korrelieren. Eine verminderte Kapillarperfusion führt zu lokalen Hypoxien im Nervengewebe, was die Weiterleitung von Aktionspotenzialen verlangsamt [5]. Die kontinuierliche Überwachung der peripheren Durchblutung und der Hautintegrität durch geschultes Fachpersonal ist somit evidenzbasiert und medizinisch notwendig.
Behandlung in Memmingen
In unserer Praxis FREITAG® Podologie GmbH in Memmingen bieten wir Ihnen eine umfassende und fachlich fundierte Betreuung bei Gefühlsstörungen, Kribbeln und Taubheitsgefühlen an den Füßen. Wir verbinden podologisches Fachwissen mit einer ruhigen, präzisen Arbeitsweise auf universitärem Niveau.
Die Praxis liegt zentral in der Kempterstr. 25 in 87700 Memmingen. Wir betreuen Patientinnen und Patienten aus dem gesamten Stadtgebiet sowie aus dem Allgäu, dem Unterallgäu und Oberschwaben. Dank unserer fundierten Ausbildung und regelmäßigen Fortbildungen stellen wir sicher, dass Ihre Füße die bestmögliche präventive und therapeutische Pflege erhalten.
Wenn Sie bei sich Missempfindungen oder ein pelziges Gefühl an den Füßen feststellen, warten Sie nicht, bis Folgeschäden entstehen. Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit uns auf und vereinbaren Sie einen Termin für ein detailliertes Screening und eine individuelle Beratung. Wir freuen uns darauf, Sie in unseren modernen Praxisräumen begrüßen zu dürfen. Nutzen Sie für Ihre Terminansprache ganz einfach unser /kontakt.
Häufige Fragen
Warum kribbeln meine Füße vor allem abends und nachts?
In den Abend- und Ruhephasen fallen äußere Ablenkungen weg, wodurch das Gehirn die Fehlssignale der Nerven intensiver wahrnimmt. Zudem ändern sich im Liegen der Blutdruck und die Gewebedurchblutung in den Beinen. Dies kann gereizte oder geschädigte Nervenfasern zusätzlich stimulieren. Auch der Abfall des körpereigenen Cortisolspiegels zur Nacht hin kann entzündliche Nervenschmerzen verstärken.
Kann ein Vitaminmangel wirklich zu tauben Füßen führen?
Ja, insbesondere ein Mangel an Vitamin B12 schädigt die schützende Myelinschicht der peripheren Nerven nachhaltig. Ohne diese Isolationsschicht können Nervensignale nicht mehr korrekt weitergeleitet werden, was zu Taubheit und Kribbeln führt. Auch ein Mangel an Vitamin B1, B6 oder Folsäure kann neurologische Symptome an den Füßen auslösen. Eine Blutuntersuchung beim Hausarzt gibt hierüber schnellen Aufschluss.
Was ist der Unterschied zwischen Neuropathie und einer Durchblutungsstörung?
Bei einer Neuropathie liegt eine direkte Schädigung der Nervenfasern vor, was zu Missempfindungen, Brennen und Taubheit führt, oft primär in Ruhe. Eine Durchblutungsstörung ist eine Verengung der Blutgefäße, wodurch zu wenig Sauerstoff im Gewebe ankommt. Gefäßbedingte Schmerzen treten meist unter Belastung auf, und die Beine wirken dabei blass und kalt. Beide Erkrankungen können jedoch auch gleichzeitig auftreten.
Wie oft sollte man bei Gefühlsstörungen zur Podologie gehen?
Bei nachgewiesener Sensibilitätsstörung wird ein Behandlungsintervall von vier bis sechs Wochen empfohlen. Dieser Rhythmus ermöglicht es der Podologin, Verhornungen rechtzeitig abzutragen, bevor gefährlicher Druck auf das darunterliegende Gewebe entsteht. Zudem können frische Hautveränderungen oder Mikrotraumen im Frühestadium erkannt und versorgt werden. Bei akuten Druckstellen können kürzere Kontrollabstände erforderlich sein.
Übernimmt die Krankenkasse die podologische Behandlung bei tauben Füßen?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine podologische Komplexbehandlung, wenn eine ärztliche Heilmittelverordnung vorliegt. Dies ist primär bei Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom oder anderen neuropathischen Schädigungen der Fall, etwa bei Rückenmarksschädigungen oder schweren Polyneuropathien. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über die Ausstellung einer Verordnung.
Quellen und weiterführende Literatur
Die folgenden Arbeiten und Leitlinien bilden die Grundlage der beschriebenen Einordnung. Sie beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine garantierte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.
- [1] Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes: Neuropathie und Diabetisches Fußsyndrom Zeigt die Evidenz für das hohe Ulkusrisiko bei Verlust der Sensibilität und betont die Relevanz regelmäßiger Fußinspektionen.
- [2] Spoden et al. (2019): Reduction of lower limb amputations in patients with diabetes mellitus in Germany Belegt die signifikante Senkung von Amputationsraten durch interdisziplinäre Versorgung und professionelle Podologie.
- [3] Bus SA, et al. (2020): IWGDF guidelines on the prevention of foot ulcers in persons with diabetes Internationaler Konsens zur Druckentlastung, Hornhautabtragung und kontinuierlichen Risikobewertung bei neuropathischen Füßen.
- [4] Pop-Busui R, et al. (2017): Diabetic Neuropathy: A Position Statement by the American Diabetes Association Erläutert die kombinierte Diagnostik mittels Monofilament, Stimmgabel und Temperaturtests zur Früherkennung.
- [5] Tesfaye S, et al. (2010): Diabetic neuropathies: update on definitions, diagnostic criteria, estimation of severity, and treatments Beschreibt die pathophysiologischen Zusammenhänge zwischen Mikrozirkulationsstörungen und peripherer Nervendegeneration.
Persönliche Beratung in Memmingen
Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. In der Praxis in der Kempterstr. 25, 87700 Memmingen sehen wir uns Ihre Füße in Ruhe an und besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.
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Wir behandeln Patientinnen und Patienten aus der ganzen Region rund um Memmingen – auf Wunsch auch als Hausbesuch.
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Helga Maria Freitag (2026): Taube Füße und Kribbeln: Ursachen, Warnsignale und podologische Hilfen. FREITAG® Podologie GmbH, Memmingen. Online: https://freitag-podologie.de/ratgeber/taube-fuesse
Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie dieser Beitrag entstanden ist, lesen Sie in unseren redaktionellen Grundsätzen.
