Neueröffnung der Podologie-Praxis geplant: 30.11.2026

Prävention

Sturzprophylaxe beginnt am Fuß: Halt, Sensibilität und das richtige Schuhwerk

Ein unsicherer Gang im eigenen Zuhause entsteht häufig durch unterschätzte Fußprobleme. Richtige Nagellänge, wache Nervenenden und feste Hausschuhe schaffen Sicherheit im Alltag.

Gepflegter Fuß in einem stabilen Hausschuh auf Holzfußboden zur Verdeutlichung der Sturzprophylaxe
Sturzprophylaxe beginnt am Fuß: Halt, Sensibilität und das richtige Schuhwerk. Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person und keine dokumentarische Behandlungssituation. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO / AI Act).
Helga Maria Freitag, podiatrist in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie. Redaktionelle Grundsätze.

Veröffentlicht: 16. August 2026 · zuletzt geprüft: 16. August 2026 · Lesezeit etwa 11 Minuten

Was dahintersteckt

Das aufrechte Stehen und Gehen ist eine komplexe biomechanische Höchstleistung. Der menschliche Körper stützt sich dabei auf ein ausgeklügeltes Sensormodell, das als Propriozeption bezeichnet wird. In der Haut der Fußsohle befinden sich Tausende spezialisierte Mechanorezeptoren. Diese Nervenendigungen erfassen kontinuierlich den Druck, die Dehnung der Haut sowie die Beschaffenheit des Untergrunds. Zu den wichtigsten Rezeptortypen gehören Merkel-Zellen für anhaltenden Druck, Meissner-Körperchen für feine Berührungen und das Erkennen von Rutschbewegungen sowie Vater-Pacini-Körperchen für Schwingungen. Ruffini-Körperchen registrieren zudem Gewebedehnungen bei Verschiebungen des Schwerpunktes.

Diese hochsensiblen Sensoren senden ihre Signale über periphere Nervenbahnen über das Rückenmark direkt an das Gehirn und das Kleinhirn. Das Nervensystem verarbeitet diese Informationen in Echtzeit, um die Körperhaltung anzupassen. Die Ausgleichsbewegungen erfolgen oft reflexartig über die Waden- und Fußmuskulatur. Wenn der Fuß den Boden berührt, muss der Körper sofort wissen, wie hart, schräg oder glatt der Untergrund ist. Nur so lässt sich die Schwerpunktverlagerung sicher steuern.

Verändert sich die Anatomie des Fußes oder wird das Gefühl an der Fußsohle gedämpft, verlangsamt sich diese Informationskette. Der Körperschwerpunkt schwankt stärker, da das Gehirn verzögert auf Lageveränderungen reagiert. Auch die Mechanik der Zehen spielt eine zentrale Rolle. Der große Zeh, die Hallux-Region, dient beim Gehen als entscheidender Hebel in der späten Stützphase. Ist die Beweglichkeit des Grundgelenks eingeschränkt oder übt ein zu langer Zehennagel Druck auf das Endglied aus, verändert sich die gesamte Abrollbewegung des Fußes.

Eine übermäßige Hornhautbildung, medizinisch als Hyperkeratosis bezeichnet, wirkt in diesem System wie eine dicke Isolationsschicht. Die mechanischen Reize des Bodens werden stark abgeschwächt an die darunterliegenden Rezeptoren weitergeleitet. Das Gehirn erhält ein unscharfes Bild der Umgebung. Die Betroffenen gehen daraufhin unbewusst vorsichtiger, versteifen ihr Gangbild und verlieren die Fähigkeit, kleine Unebenheiten flexibel auszugleichen.

Typische Anzeichen

Eine beginnende Unsicherheit beim Gehen kündigt sich meist schleichend an. Viele Betroffene bemerken zuerst ein verändertes Gehgefühl auf unebenen Wegen, etwa auf Kopfsteinpflaster oder Kies im Garten. Es entsteht das Gefühl, wie auf Watte oder auf einem fremden Untergrund zu gehen. Um den fehlenden Halt auszugleichen, wird das Gangbild breiter. Ein vergrößerter Abstand zwischen den Füßen erhöht zwar die statische Unterstützungsfläche, erschwert jedoch die dynamische Anpassung bei schnellen Richtungswechseln.

Ein weiteres typisches Warnzeichen ist das Anstoßen der Zehen an kleinen Hindernissen. Wenn die Zehen beim Schwingen des Beines nicht ausreichend angehoben werden, bleiben sie an Teppichkanten oder Türschwellen hängen. Dies deutet häufig auf eine verminderte Beweglichkeit der Fußgelenke oder auf zu lange Nagelplatten hin. Auch das wiederholte Verlieren von Hausschuhen beim Treppensteigen weist auf ein fehlendes Zusammenspiel zwischen Fuß und Schuh hin.

Zur Veranschaulichung dient das Beispiel einer 74-jährigen Patientin aus dem Landkreis Unterallgäu. Sie berichtete in unserer Praxis, dass sie sich in ihren eigenen vier Wänden zunehmend unsicher fühle und nachts auf dem Weg ins Badezimmer an den Türrahmen entlangtappe. Die Untersuchung zeigte eine ausgeprägte Hornhautplatte unter den Metatarsalköpfchen sowie stark verdickte Nagelplatten. Die Sensibilitätsprüfung mittels Monofilament ergab eine deutlich reduzierte Druckwahrnehmung. Nach der fachgerechten Abtragung der Hornhaut und dem Einkürzen der Nägel verbesserte sich die taktile Rückmeldung messbar, was der Patientin bereits nach wenigen Tagen spürbar mehr Sicherheit zurückgab.

Abzugrenzen sind diese mechanisch und sensorisch bedingten Ursachen von zentralnervösen Störungen. Ein plötzlicher Verlust der Koordinationsfähigkeit, von Drehschwindel begleitetes Gehen oder eine einseitige Lähmung der Fußhebermuskulatur sind keine reinen Fußprobleme, sondern erfordern eine umgehende fachärztliche Diagnostik.

Ursachen im Alltag

Im häuslichen Umfeld treffen oft mehrere Risikofaktoren aufeinander. Ein unterschätzter Faktor ist die falsche Nagellänge. Zu lange Zehennägel stoßen bei jedem Schritt an die Vorderkappe des Schuhs. Dadurch entsteht ein rückwärtiger Druck auf das Nagelglied, der die normale Abrollbewegung blockiert. Die Zehen können sich nicht strecken, was das Gleichgewicht in der Abstoßphase beeinträchtigt. Zudem führt die ständige Stauchung zu Nagelmikrotraumata, die Nagelablösungen oder Nagelpilzinfektionen begünstigen.

Ein zweiter Hauptgrund liegt in der Wahl des Schuhwerks, insbesondere bei Hausschuhen. Beliebt sind offene Pantoletten, Clogs oder Schlappen ohne Fersenriemen. Diese Schuhe bieten dem Rückfuß keinerlei Führung. Um den Schuh beim Anheben des Beines nicht zu verlieren, krallen sich die Zehen unbewusst im Schuhboden fest. Diese dauerhafte Anspannung der Zehenbeuger führt zu Fehlstellungen wie Hammer- oder Krallenzehen und verändert die Statik des gesamten Fußgewölbes. Gleichzeitig besitzen viele ältere Hausschuhe ausgetretene, glatte Sohlen, die auf Fliesen oder Parkett kaum Haftung bieten.

Neben Nagellänge und Schuhwerk spielen chronische Erkrankungen eine wesentliche Rolle. Eine diabetische Polyneuropathie oder periphere arterieller Verschlusskrankheit schädigen die feinen Nervenbahnen und Blutgefäße. Das Schmerz- und Druckempfinden lässt nach. Druckstellen und Blasen werden nicht mehr rechtzeitig wahrgenommen. Es bilden sich Schmerzvermeidungsstrategien heraus, bei denen die Betroffenen Schonhaltungen einnehmen, die das Sturzrisiko durch die veränderte Statik weiter erhöhen.

Pflegefehler tragen ebenfalls zur Entstehung von Unsicherheiten bei. Die eigenständige Fußpflege wird mit zunehmendem Alter durch eingeschränkte Beweglichkeit oder nachlassende Sehkraft erschwert. Das runde Schneiden der Nagelränder führt häufig zu eingewachsenen Nägeln, deren Schmerz ein normales Auftreten unmöglich macht. Die unsachgemäße Anwendung von Rasierklingen oder scharfen Raspeln zur Hornhautentfernung erzeugt wiederum unebene Hautflächen und Schmerzpunkte.

Wann ärztliche Abklärung nötig ist

Nicht jede Gangunsicherheit kann ausschließlich podologisch behandelt werden. Es gibt Warnzeichen, die eine zügige medizinische Abklärung durch eine Hausärztin, einen Neurologen oder einen Orthopäden erforderlich machen. Die Abklärung ist notwendig, um schwerwiegende Grunderkrankungen auszuschließen oder gezielt medikamentös und physio-therapeutisch zu behandeln.

Ein dringender medizinischer Handlungsbedarf besteht bei folgenden Befunden:

  • Plötzlich auftretende Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Beinen und Füßen
  • Einseitiges Herabfallen des Vorfußes beim Gehen, was auf eine Schwäche des Nervus peroneus hinweisen kann
  • Offene Wunden, Ulzera, dunkle Hautverfärbungen oder Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Überwärmung
  • Starker Ruheschmerz in den Füßen oder Wadenkrämpfe bei kurzen Gehstrecken
  • Wiederkehrender Schwindel, Gangabweichungen zur Seite oder neu aufgetretene Koordinationsstörungen im gesamten Körper

Liegen solche Symptome vor, stellt die Podologie eine begleitende Maßnahme dar. Sie arbeitet dann eng mit den behandelnden Fachärzten zusammen, um die Fußgesundheit im Gesamtsystem der medizinischen Versorgung zu sichern.

Was die podologische Behandlung leisten kann

Die medizinische Podologie setzt an der Schnittstelle zwischen Haut, Nagel, Mechanik und Nervensystem an. Zu Beginn einer Erstbehandlung steht eine ausführliche Anamnese und Befunderhebung. Dabei wird nicht nur der Zustand von Haut und Nägeln beurteilt, sondern auch das Gangbild, die Gelenkbeweglichkeit und die Druckverteilung im Stand analysiert. Über Tests mit dem Stimmgabeltest nach Rydel-Seiffer und dem Semmes-Weinstein-Monofilament lässt sich der Zustand der peripheren Nerven exakt dokumentieren.

Ein zentraler Baustein ist die podologische Komplexbehandlung. Hierbei werden verdickte Nägel, etwa bei Onychauxis oder Onychogryposis, mit rotierenden Diamant- und Hartmetallfräsern schmerzfrei auf eine physiologische Stärke herabgeschliffen. Die Nägel werden fachgerecht gekürzt und die Nagelränder geglättet, um jeglichen Druck aus dem Nagelpfalz zu nehmen. Dadurch wird die korrekte Hebelwirkung der Zehen beim Gehen wiederhergestellt.

Hornhautbereiche und schmerzhafte Hühneraugen, medizinisch Clavi genannt, werden unter Beachtung strenger Hygienevorgaben nach den Standards unserer Praxis /hygiene fachgerecht entfernt. Der Einsatz skalpellgeführter Abtragungstechniken ermöglicht es, Verhornungen präzise zu glätten, ohne die darunterliegende gesunde Haut zu schädigen. Sobald die dicke Hornhautbarriere abgetragen ist, können die Mechanorezeptoren der Fußsohle Bodenreize wieder unverfälscht aufnehmen.

Sollten Fehlstellungen der Zehen Druckstellen oder Reibung verursachen, fertigen wir individuelle Silikonorthesen an. Diese maßgeschneiderten Druckentlastungen korrigieren die Lage der Zehen oder schützen empfindliche Gelenke vor mechanischer Überlastung. Bei eingewachsenen oder eingerollten Nägeln kommt die Nagelspangentechnik zum Einsatz, um Schmerzen sofort zu lindern und eine normale Belastung des Fußes zu ermöglichen.

Ein Fallbeispiel aus der Praxis verdeutlicht den Effekt: Ein 81-jähriger Patient aus Oberschwaben litt unter schmerzhaften Hühneraugen unter dem zweiten Metatarsalköpfchen beider Füße. Zur Schmerzvermeidung ging er nur noch auf den Außenkanten der Füße, was zu massiver Instabilität im Sprunggelenk führte. Nach der vorsichtigen Schälung der Clavi und dem Einsatz einer druckverteilenden Einlage konnte der Patient sofort wieder plan auftreten. Die Ausweichbewegung verschwand, und seine Gangsicherheit nahm innerhalb weniger Tage deutlich zu.

Die Abstände zwischen den Behandlungen richten sich nach dem individuellen Befund. Bei Diabetikern oder Patienten mit ausgeprägter Hornhautneigung haben sich Abstände von vier bis sechs Wochen bewährt.

Was Sie selbst tun können

Neben der professionellen Pflege in der Praxis können Sie durch gezielte Maßnahmen im Alltag viel für Ihre Standfestigkeit tun. Die Wahl des richtigen Hausschuhs steht dabei an erster Stelle. Ein sicherer Hausschuh sollte die gleichen Kriterien erfüllen wie ein guter Straßenschuh.

Achten Sie bei der Auswahl Ihres Schuhwerks auf folgende Merkmale:

  • Fester Fersensitz durch eine geschlossene Fersenkappe oder einen verstellbaren Fersenriemen
  • Rutschfeste, profilierte Laufsohle aus Gummi oder Synthetik, die auch auf feuchten Fliesen Haftung bietet
  • Ausreichend Raum im Vorfußbereich, damit die Zehen nicht zusammengedrückt werden
  • Verstellbare Verschlüsse wie Klettverschlüsse oder Schnürungen zur Anpassung an schwankende Fußvolumina im Tagesverlauf
  • Flacher Absatz mit einer maximalen Höhe von ein bis zwei Zentimetern für eine neutrale Beckenstellung

Ebenso wichtig ist die regelmäßige Inspektion der eigenen Füße. Wer die Fußsohlen aufgrund eingeschränkter Beweglichkeit nicht direkt einsehen kann, nutzt einen handlichen Spiegel oder bittet Angehörige um Unterstützung. Achten Sie auf Rötungen, Druckstellen, kleine Risse in der Haut oder Veränderungen an den Nägeln.

Zur Aktivierung der Fußmuskulatur und zur Verbesserung der Nervenrückmeldung eignen sich einfache Übungen, die täglich durchgeführt werden können. Das Greifen von kleinen Gegenständen wie Taschentüchern oder Murmeln mit den Zehen stärkt die Fußbinnenmuskulatur. Das vorsichtige Abrollen der Fußsohle über einen Noppenball stimuliert die Durchblutung und regt die Mechanorezeptoren an. Das Eintreten in den Einbeinstand, gesichert durch das Festhalten an einer Stuhllehne, schult die Gleichgewichtsreflexe im Sprunggelenk.

Beim Schneiden der Nägel ist darauf zu achten, dass diese gerade abgekneift oder gefeilt werden. Die Ecken dürfen nicht tief abgerundet werden, da dies das Einwachsen der Nagelränder begünstigt. Die optimale Nagellänge ist erreicht, wenn die Nagelplatte genau mit der Kuppe der Zehe abschließt.

Häufige Fehler

In der täglichen Praxis begegnen uns immer wieder Denk- und Pflegefehler, die das Sturzrisiko ungewollt erhöhen. Der verbreitetste Fehler ist das Tragen von Wollsocken oder Strümpfen ohne Sohlenhaftung auf glatten Holzböden oder Fliesen. Die Reibung zwischen Strumpf und Fußboden ist extrem gering, was leicht zum Ausrutschen führt. Auch sogenannte Stoppsocken bieten nicht den Halt eines festen Schuhs, da sie den Fuß seitlich nicht führen.

Ein weiterer Irrtum betrifft die Verwendung von Scheren mit gebogenen Schneiden bei harten Nägeln. Durch den hohen Druck beim Schneiden kann der Nagel splittern. Längs- und Querrisse reichen oft tief in das Nagelbett und verursachen schmerzhafte Entzündungen. Die Schmerzhaltung führt unmittelbar zu einer Veränderung des Gangbildes.

Ebenso kritisch ist der exzessive Einsatz von Hornhauthobeln oder chemischen Hornhautentferner-Pflastern aus der Drogerie. Diese Mittel entfernen häufig zu viel Gewebe oder erzeugen verätzungsähnliche Hautschäden. Der Körper reagiert auf den übermäßigen Abtrag mit einer beschleunigten Nachbildung von Hornhaut. Es entsteht ein Teufelskreis aus Verhornungsstörung und Verletzungsrisiko.

Schließlich wird das nachlassende Gefühl in den Füßen oft schicksalhaft hingenommen. Viele Betroffene werten die Gefühlsstörungen als normale Alterserscheinung und informieren weder ihre Ärztin noch ihre Podologin. Je früher eine veränderte Sensibilität erkannt wird, desto wirkungsvoller lassen sich präventive Maßnahmen wie maßgefertigte orthopädische Einlagen oder gezieltes Sensibilitätstraining einleiten.

Studienlage und Einordnung

Die Bedeutung der Fußgesundheit für die Sturzprävention ist wissenschaftlich gut dokumentiert. Internationale Studien belegen, dass Fußprobleme und ungeeignetes Schuhwerk unabhängige Risikofaktoren für Stürze im höheren Lebensalter darstellen. Eine wegweisende Untersuchung von Menz et al. (2006) zeigte, dass ältere Menschen mit Fußschmerzen, Hallux valgus, Hammerzehen oder veränderten Nägeln eine signifikant schlechtere Balance aufweisen und häufiger stürzen als Personen ohne diese Einschränkungen [1].

Eine randomisierte kontrollierte Studie von Spink et al. (2011) untersuchte die Wirksamkeit einer mehrdimensionalen podologischen Intervention. Die Kombination aus podologischer Fußpflege, der Bereitstellung orthopädischer Einlagen, Korrekturen am Schuhwerk und gezielten Fußübungen führte bei den Teilnehmern zu einer Reduktion der Sturzrate um 36 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe [2]. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass strukturierte podologische Maßnahmen einen direkten Beitrag zur Patientensicherheit leisten.

Auch systematische Übersichtsarbeiten im Rahmen der Cochrane Collaboration unterstreichen die Rolle multifaktorieller Interventionen. Während Einzelmaßnahmen wie reines Muskelkrafttraining zwar wirksam sind, erzielen integrierte Ansätze, die die Umgebungsanpassung, das Schuhwerk und die podologische Befunderhebung einschließen, die höchsten Effektstärken [3].

Zudem belegen biomechanische Untersuchungen zur Plantarsensorik den direkten Zusammenhang zwischen Hornhautdicke und Druckwahrnehmung. Eine exzessive Hyperkeratose reduziert die Empfindlichkeit der Mechanorezeptoren um bis zu 40 Prozent [4]. Die fachgerechte Debridierung dieser Verhornungen stellt die sensorische Rückmeldung nachweislich wieder her und verbessert die posturalen Kontrollmechanismen im Stand.

Behandlung in Memmingen

In unserer Praxis FREITAG® Podologie GmbH in der Kempterstr. 25 in Memmingen verbinden wir fachliche Kompetenz mit einer ruhigen, zugewandten Behandlungsatmosphäre. Unser Ziel ist es, Ihre Mobilität und Gangsicherheit bis ins hohe Alter zu erhalten. Als spezialisierte Praxis betreuen wir Patientinnen und Patienten aus Memmingen, dem Unterallgäu sowie den angrenzenden Regionen Allgäu und Oberschwaben.

Inhaberin Helga Maria Freitag ist staatlich anerkannte Podologin und sektorale Heilpraktikerin für Podologie. Durch diese Zusatzqualifikation können wir podologische Befundungen und Therapien auch unabhängig von einer ärztlichen Verordnung eigenständig durchführen. Ergänzt wird unser Spektrum durch Spezialisierungen wie die Fachexpertise für Kryotherapie. Über den Bereich /ueber-mich erfahren Sie mehr über unseren Werdegang und unseren Qualitätsanspruch.

Wenn Sie bei sich selbst oder Ihren Angehörigen eine zunehmende Unsicherheit beim Gehen bemerken, laden wir Sie ein, Kontakt mit uns aufzunehmen. Über unsere Seite /kontakt können Sie einen Termin für eine eingehende Fußuntersuchung und Beratung vereinbaren. Wir überprüfen Ihren Fußzustand, schneiden Ihre Nägel fachgerecht, entlasten schmerzende Stellen und beraten Sie umfassend zur Wahl des passenden Schuhwerks.

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Nagellänge das Sturzrisiko?

Zu lange Zehennägel stoßen beim Gehen an die Innenseite des Schuhs und erzeugen einen Druck auf das Nagelglied. Dieser Druck blockiert die natürliche Streckung und das Abrollen der Zehen in der Stützphase. Dadurch verändert sich die Statik des Vorfußes, was zu Gangunsicherheiten und Stolpern führt. Ein gerader Schnitt auf Höhe der Zehenkuppe verhindert diese Hebelseinwirkungen.

Warum sind offene Hausschuhe im Alter gefährlich?

Offene Hausschuhe wie Clogs oder Schlappen bieten der Ferse keinen Halt. Der Fuß muss beim Anheben des Beines verkrampfen, um den Schuh nicht zu verlieren, was zu Fehlstellungen der Zehen führt. Zudem bieten ausgetretene Sohlen wenig Haftung auf glatten Böden. Ein geschlossener Fersensitz und eine rutschfeste Sohle sind für die Sturzprophylaxe unverzichtbar.

Kann Hornhaut an den Füßen das Gleichgewicht verschlechtern?

Ja, eine dicke Hornhautschicht wirkt wie ein Dämpfer für die Nervenenden an der Fußsohle. Die Mechanorezeptoren können den Untergrund und Druckveränderungen nicht mehr präzise erfassen. Das Gehirn erhält unvollständige Signale über die Körperhaltung, was die Ausgleichsreflexe verlangsamt. Die podologische Abtragung der Hornhaut stellt diese sensorische Rückmeldung wieder her.

Übernehmen Krankenkassen die podologische Sturzprophylaxe?

Bei medizinischer Notwendigkeit, etwa bei einem diabetischen Fußsyndrom oder Neuropathien, kann die Behandlung vom Arzt als Heilmittel verordnet werden. In diesen Fällen übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Kosten. Ohne Heilmittelverordnung verweisen wir auf unsere transparente Preisgestaltung unter [/preise](/preise).

Wie oft sollte eine podologische Behandlung zur Sturzprävention erfolgen?

Für die meisten Patientinnen und Patienten ist ein Behandlungsabstand von vier bis sechs Wochen ideal. In diesem Zeitraum lassen sich Nägel fachgerecht nachkürzen und nachwachsende Verhornungen abtragen, bevor sie das Gehgefühl beeinträchtigen. Der genaue Rhythmus wird bei der Erstuntersuchung in unserer Praxis individuell festgelegt.

Quellen und weiterführende Literatur

Die folgenden Arbeiten und Leitlinien bilden die Grundlage der beschriebenen Einordnung. Sie beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine garantierte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] Menz HB, Morris ME, Lord SR. Foot and ankle risk factors for falls in older people. J Am Geriatr Soc. 2006;54(11):1693-1700. Die Studie belegt den Zusammenhang zwischen Fußschmerzen, Fehlstellungen, Nagelveränderungen und einer erhöhten Sturzneigung bei älteren Erwachsenen.
  2. [2] Spink MJ, Menz HB, Fotoohabadi MR, et al. Effectiveness of a multifaceted podiatry intervention to prevent falls in community-dwelling older people: randomised controlled trial. BMJ. 2011;342:d3411. Diese klinische Studie zeigt eine Reduktion der Sturzrate um 36 Prozent durch podologische Pflege, Schuhempfehlungen und Einlagen.
  3. [3] Gillespie LD, Robertson MC, Gillespie WJ, et al. Interventions for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database Syst Rev. 2012;(9):CD007146. Umfassendes Review zur Evidenz multifaktorieller Sturzpräventionsprogramme unter Einbeziehung von Fußgesundheit und Schuhwerk.
  4. [4] Nurse MA, Nigg BM. The effect of changes in foot sensation on plantar pressure distribution and locomotion. Clin Biomech. 2001;16(9):719-727. Untersuchung zur Auswirkung reduzierter Fußsohlensensorik auf das Gangbild und die veränderte Druckverteilung beim Gehen.

Persönliche Beratung in Memmingen

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. In der Praxis in der Kempterstr. 25, 87700 Memmingen sehen wir uns Ihre Füße in Ruhe an und besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.

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Wir behandeln Patientinnen und Patienten aus der ganzen Region rund um Memmingen – auf Wunsch auch als Hausbesuch.

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So zitieren Sie diesen Artikel

Helga Maria Freitag (2026): Sturzprophylaxe beginnt am Fuß: Halt, Sensibilität und das richtige Schuhwerk. FREITAG® Podologie GmbH, Memmingen. Online: https://freitag-podologie.de/ratgeber/sturzprophylaxe-fuesse

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie dieser Beitrag entstanden ist, lesen Sie in unseren redaktionellen Grundsätzen.