Neueröffnung der Podologie-Praxis geplant: 30.11.2026

Haut

Psoriasis an Füßen und Nägeln: Gezielte Pflege und podologische Begleitung im Schub

Psoriasis pedis und Nagelpsoriasis erfordern eine spezialisierte, extrem sanfte Pflege. Erfahren Sie, wie Sie Symptome wie Tüpfelnägel richtig einordnen, Nagelpilz abgrenzen und Schmerzen reduzieren.

Podologische Begutachtung eines Fußes mit Schuppenflechte in einer hellen Praxisumgebung
Psoriasis an Füßen und Nägeln: Gezielte Pflege und podologische Begleitung im Schub. Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person und keine dokumentarische Behandlungssituation. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO / AI Act).
Helga Maria Freitag, podiatrist in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie. Redaktionelle Grundsätze.

Veröffentlicht: 16. August 2026 · zuletzt geprüft: 16. August 2026 · Lesezeit etwa 12 Minuten

Was dahintersteckt

Psoriasis vulgaris ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die sich durch eine gestörte Erneuerung der Epidermis auszeichnet. Während sich gesunde Hautzellen innerhalb von etwa 28 Tagen erneuern, verkürzt sich dieser Prozess bei einer aktiven Schuppenflechte auf wenige Tage. Die Keratinozyten teilen sich unkontrolliert und wandern beschleunigt an die Hautoberfläche, wo sie unreif verhornen. Dies führt zu der charakteristischen Plaquebildung mit silbrig-weißen Schuppenlagerungen auf entzündlich gerötetem Grund.

An den Füßen tritt die Erkrankung häufig als Psoriasis palmaplantaris auf, welche speziell die Handflächen und Fußsohlen betrifft. Durch die ständige mechanische Belastung beim Gehen und Stehen unterscheidet sich das Erscheinungsbild an der Fußsohle oft von anderen Körperarealen. Anstelle von lockeren Schuppenschichten bilden sich dickere, teils rissige Hornhautplatten, die medizinisch als hyperkeratotisch-rhagadiformes Muster bezeichnet werden.

Wenn die Erkrankung den Nagelapparat erfasst, wird dies als Psoriasis unguium oder Nagelpsoriasis bezeichnet. Die Veränderungen hängen davon ab, welche anatomische Struktur des Nagels vom Entzündungsprozess betroffen ist. Entsteht die Entzündung in der Nagelmatrix, wo das Nagelwachstum generiert wird, bilden sich Störungen im Aufbau der Nagelplatte. Betrifft der Prozess hingegen das Nagelbett unterhalb der Platte, zeigen sich Verfärbungen und Gewebsanhäufungen unter dem Nagel.

Die Nagelmatrix bildet die Hornsubstanz der Nagelplatte. Entzünden sich die dortigen Zellverbände phasenweise, entstehen kleine Fehlverhornungen, die beim Auswachsen des Nagels herausfallen und als punktförmige Dellen sichtbar bleiben. Befindet sich der Herd im distalen Nagelbett, kommt es zu einer Ansammlung von Serums- und Zellextravasaten unter der Platte. Diese feinen Prozesse verdeutlichen, dass eine Nagelpsoriasis keineswegs eine reine Verhornungsstörung darstellt, sondern das Resultat komplexer immunologischer Vorgänge im Gewebe ist.

Typische Anzeichen

Die optische Erscheinung einer Schuppenflechte an Füßen und Nägeln ist vielfältig und variiert je nach Aktivität des Schubes. An der Haut dominieren scharf begrenzte, rötliche Areale, die oft mit fest haftenden Schuppen bedeckt sind. Im Bereich der Fersen und der Ballen entstehen rasch tief reichende Hautrisse, sogenannte Rhagaden. Diese sind äußerst schmerzhaft und stellen Eintrittspforten für bakterielle Erreger dar.

An den Nägeln zeigen sich klare Leitsymptome, die für eine Nagelpsoriasis charakteristisch sind:

  • Tüpfelnägel (Pitting): Stecknadelkopfgroße, punktförmige Vertiefungen in der Nagelplatte, die durch herausfallende parakeratotische Zellkomplexe entstehen.
  • Ölfleck-Phänomen: Gelblich-braune bis rötliche Verfärbungen unter der Nagelplatte, hervorgerufen durch entzündliche Exsudate im Nagelbett.
  • Subunguale Hyperkeratose: Krümelige, borkige Hornmaterialansammlungen unter dem freien Nagelrand, die die Nagelplatte anheben können.
  • Onycholyse: Partielle Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett, meist vom freien Rand ausgehend, oft mit einem rötlichen Randsaum abgegrenzt.
  • Krümelnägel: Völlige Zerstörung der Nagelstruktur bei sehr schweren Verläufen, bei denen die Nagelplatte bröckelig zerfällt.

Die Differenzialdiagnose zwischen einer Nagelpsoriasis und einer Onychomykose (Nagelpilz) stellt selbst für erfahrene Fachkräfte eine Herausforderung dar. Beide Krankheitsbilder führen zu Verdickungen, Gelbverfärbungen und brüchigen Substanzen im Nagelbereich. Ein entscheidender Unterschied liegt häufig im Symmetriemuster. Während Schuppenflechte an den Nägeln meist mehrheitlich und symmetrisch an beiden Füßen auftritt, beginnt ein Nagelpilz typischerweise an einem einzelnen Nagel und breitet sich langsam auf die benachbarten Zehen aus. Zudem fehlt dem Nagelpilz das typische Ölfleck-Phänomen mit seiner umschriebenen Randsaumbildung.

Dennoch schließen sich beide Erkrankungen nicht aus. Das durch die Psoriasis veränderte Gewebe stellt einen geschädigten Schutzwall dar, der von Dermatophyten oder Hefepilzen leicht besiedelt werden kann. Man spricht dann von einer Sekundärinfektion. Um Gewissheit zu erlangen, ist eine mikroskopische Untersuchung und das Anlegen einer Pilzkultur oder eine PCR-Analyse durch die hautärztliche Praxis unumgänglich.

Ursachen im Alltag

Das Auftreten von Schüben an den Füßen wird maßgeblich durch äußere Faktoren beeinflusst. Eine zentrale Rolle spielt das Köbner-Phänomen, das auch als isomorpher Reizeffekt bekannt ist. Bei Personen mit einer entsprechenden genetischen Disposition können mechanische, thermische oder chemische Reize an zuvor gesunden Hautstellen typische Psoriasis-Plaques auslösen. An den Füßen entsteht dieser Reiz kontinuierlich durch Reibung und Druck.

Schlecht sitzendes Schuhwerk ist einer der häufigsten Auslöser im Alltag. Zu enge Schuhe quetschen die Zehen zusammen und erzeugen verstärkten Druck auf die Nagelmatrix und den Nagelwall. Auch zu weite Schuhe, in denen der Fuß bei jedem Schritt nach vorne rutscht, führen zu wiederholten Mikrotraumata an den Zehenkuppen. Diese ständigen minimalen Erschütterungen reichen aus, um den Köbner-Effekt in Gang zu setzen und einen neuen Schub anzufeuern.

Ebenso wirken sich Fußfehlstellungen negativ auf den Krankheitsverlauf aus. Ein Hallux valgus, Senk-Spreizfüße oder Hammerzehen verändern die Druckverteilung unter der Fußsohle. An den Stellen mit erhöhter biomechanischer Belastung reagiert die Haut mit übermäßiger Hornhautbildung. Wenn dort eine psoriasistypische Verhornungsstörung hinzukommt, entstehen besonders dicke, unelastische Schichten, die bei der Abrollbewegung rasch tief einreißen.

Falsche Gewohnheiten bei der häuslichen Fußpflege verstärken das Problem oft unbeabsichtigt. Das aggressive Reinigen des Nagelfalzes oder der Unterseite des freien Nagelrandes mit spitzen Metallinstrumenten verletzt das empfindliche Hyponychium. Diese kleinen Gewebsschädigungen führen direkt zu einer Verschlimmerung der Nagelablösung oder lösen neue Schuppenflechtenherde unter dem Nagel aus. Auch die Nutzung austrocknender Seifen oder hochkonzentrierter Fußbäder entzieht der bereits gestörten Hautbarriere wertvolle Lipide.

Wann ärztliche Abklärung nötig ist

Eine Psoriasis pedis ist eine systemische Erkrankung, die zwingend medizinisch begleitet werden muss. Die rein kosmetische oder pflegerische Betrachtung reicht nicht aus, da entzündliche Prozesse im gesamten Körper ablaufen. Der Weg in die hautärztliche Praxis ist unerlässlich, um eine exakte Diagnose zu sichern und gegebenenfalls eine verschreibungspflichtige, systemische oder topische medikamentöse Therapie einzuleiten.

Ein besonderes Augenmerk muss auf das Auftreten von Gelenkbeschwerden gelegt werden. Etwa 20 bis 30 Prozent aller Menschen mit Schuppenflechte entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Psoriasis-Arthritis. Wenn Zehengelenke schmerzen, anschwellen oder sich morgensteif anfüllen, handelt es sich um ein klares Warnsignal. Ein sogenannter Wurstzeh, in der Fachsprache Dactylitis genannt, bei dem der gesamte Zeh stark geschwollen und hochrot ist, erfordert die umgehende Überweisung an die Rheumatologie. Eine frühzeitige Behandlung kann dauerhafte Gelenkschäden verhindern.

Ebenso erfordern Zeichen einer bakteriellen Wundinfektion sofortiges ärztliches Handeln. Rhagaden an den Fersen oder stark abgelöste Nägel bieten Bakterien wie Staphylokokken eine ideale Eintrittspforte. Anzeichen einer Infektion sind rasch zunehmende Rötungen, lokaler Überwärmungsschmerz, pulsierendes Pochieren, Eiterbildung oder gar Fieber. In solchen Fällen ist eine schnelle antibiotische Versorgung notwendig.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine ärztliche Konsultation erforderlich ist oder wie Ihre Symptome einzustufen sind, kann ein Beratungsgespräch bei einer /sektorale-heilpraktikerin für Podologie erste Orientierung bieten, um den Weg zum passenden Facharzt einzuleiten.

Was die podologische Behandlung leisten kann

Die professionelle Fußbehandlung im Rahmen einer podologischen Praxis stellt eine wesentliche Ergänzung zur fachärztlichen Dermatotherapie dar. Das primäre Ziel liegt darin, die mechanische Belastung von der geschädigten Haut und den Nägeln zu nehmen, Schmerzen zu lindern und das Risiko von Folgeschäden zu minimieren. In einer modern ausgestatteten Praxis geschieht dies unter strengster Beachtung hygienischer Standards nach /hygiene-Richtlinien.

Zu Beginn jeder Behandlung steht die sorgfältige Erhebung des Befundes. Der Status der Haut, die Dicke der Nagelplatten, eventuelle Nagelablösungen und das Vorhandensein von Rhagaden werden präzise dokumentiert. Bei verdickten Nagelplatten mit subungualer Hyperkeratose setzt die Podologin spezielle rotierende Instrumente ein. Zum Einsatz kommen diamantierte Schleifer oder feinkörnige Keramikfräser, die mit niedriger Drehzahl und kühlendem Sprühnebel arbeiten. Durch die permanente Kühlung wird jegliche Hitzeentwicklung vermieden, da thermische Reize über den Köbner-Effekt eine Verschlimmerung hervorrufen könnten.

Das krümelige, überschüssige Hornmaterial unter der Nagelplatte wird sanft und schmerzfrei abgetragen, ohne das empfindliche Nagelbett weiter zu reizen. Bei stark abgelösten Nagelteilen wird das instabile Material soweit gekürzt, dass keine Scher- und Zugkräfte mehr auf das verbleibende Nagelbett einwirken können. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass der Nagel an Strümpfen hängenbleibt und schmerzhaft abreißt.

Hautseitig steht die schonende Druckentlastung im Vordergrund. Übermäßige Verhornungen an den Fersen oder Fußballen werden fachgerecht mit Skalpell und Feilen geglättet, ohne die tiefere Epidermis zu verletzen. Für schmerzhafte Rhagaden können spezielle Pflasterverbände oder schützende Tamponaden angelegt werden. Bei stark deformierten Zehen oder veränderten Druckverhältnissen bietet die Podologie individualisierte Druckschutzmittel aus medizinischem Silikon an. Nähere Informationen zu unserem Leistungsspektrum finden Sie unter /leistungen.

Die Behandlungsabstände richten sich nach dem individuellen Krankheitsbild und der Schubaktivität. Im akuten Schub haben sich Abstände von drei bis vier Wochen bewährt, um das Entstehen starker Verhornungen frühzeitig zu unterbrechen. In beschwerdefreien Intervallen können die Termine auf fünf bis acht Wochen ausgedehnt werden.

Was Sie selbst tun können

Die häusliche Selbstpflege bildet das Fundament für eine dauerhafte Stabilisierung der Hautbarriere zwischen den Praxisbesuchen. Ziel ist es, den Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu erhöhen, Entzündungen zu mildern und Schuppenschichten sanft zu lockern.

Bei der Auswahl von Pflegepräparaten sollten Produkte bevorzugt werden, die speziell für barrieregestörte Haut entwickelt wurden. Wirksame Inhaltsstoffe umfassen:

  • Urea (Harnstoff): In einer Konzentration von 5 bis 10 Prozent bindet Urea intensiv Feuchtigkeit im Hornschichtgewebe. Höhere Konzentrationen über 15 Prozent sollten im akuten Schub nur nach Rücksprache angewendet werden, da sie auf offenen Stellen brennen können.
  • Glycerin und Ceramide: Diese Lipide reparieren die natürliche Lipidbarriere der Haut und verhindern das Verdampfen von Gewebsflüssigkeit.
  • Mikrosilber: Wirkt leicht antimikrobiell und beruhigt gereizte, zu Entzündungen neigende Hautareale.
  • Nachtkerzenöl oder Mandelöl: Liefern essenzielle Fettsäuren zur Linderung des Juckreizes.

Die tägliche Fußpflege sollte zu einem festen Ritual werden. Cremen Sie die Füße idealerweise nach dem Duschen oder Waschen sanft ein, solange die Haut noch leicht feucht ist. Sparen Sie dabei die Zehenzwischenräume weitgehend aus, um ein feuchtes Milieu zu vermeiden, das Pilzinfektionen begünstigt. Bei tiefen Fersenrhagaden empfiehlt sich das punktuelle Auftragen von speziellen Hautsalben oder medizinischer Vaseline vor dem Schlafengehen, gefolgt vom Anziehen dünner Baumwollsocken über Nacht.

Für die Reinigung der Füße genügt lauwarmes Wasser mit rückfettenden, seifenfreien Waschlotionen. Vermeiden Sie lange, heiße Fußbäder. Ein Bad sollte maximal fünf bis zehn Minuten dauern und eine Wassertemperatur von 36 Grad Celsius nicht überschreiten. Dem Badewasser können meersalzhaltige Zusätze oder pflanzliche Öle zugefügt werden. Nach dem Bad ist das vorsichtige Tupfen mit einem weichen Handtuch essenziell, Rubbeln muss unbedingt vermieden werden.

Bei der Nagelpflege gilt die Regel, dass Nägel niemals zu kurz abgeschnitten und die Ecken nicht tief seitlich abgerundet werden sollten, um ein Einwachsen zu verhindern. Nutzen Sie bevorzugt feine Glas- oder Sandblattfeilen anstelle von Nagelknipsern oder Scheren, da diese weniger Mikrorisse im Nagelgewebe verursachen. Reinigen Sie den Bereich unter dem Nagel niemals mit spitzen Nagelreinigern aus Metall.

Häufige Fehler

In der täglichen Praxis begegnen uns regelmäßig Fehler, die aus bester Absicht heraus begangen werden, die Symptome der Schuppenflechte jedoch drastisch verschlechtern. Der häufigste Fehler ist der Versuch, Hornhaut und Schuppen mit abrasiven Werkzeugen wie Bimssteinen, Hornhauthobeln oder Rasierklingen selbst zu entfernen. Durch den starken mechanischen Druck und die unkontrollierte Abtragung entstehen Mikroverletzungen der Haut. Diese lösen über das Köbner-Phänomen unverzüglich eine beschleunigte Keratinozytenteilung aus. Das Resultat ist eine noch dickere Hornhautplatte wenige Tage später.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die eigenmächtige Anwendung hochkonzentrierter Hornhautentferner-Lösungen oder Salicylsäure-Pflaster aus der Drogerie. Diese Präparate wirken stark ätzend und weichen nicht nur die Hornhaut, sondern auch das umliegende gesunde Gewebe auf. Es kommt zu tiefen Verätzungen und schmerzhaften Entzündungen, die das Risiko von bakteriellen Superinfektionen massiv erhöhen.

Ebenso fatal ist das manuelle Auskratzen von krümeligem Material unter der Nagelplatte mit Nagelfeilen, Zahnstochern oder Büroklammern. Diese mechanische Manipulation löst den Nagel noch weiter vom Nagelbett ab und schafft Hohlräume, in denen sich Keime vermehren. Auch das Abreißen lose hängender Hautschuppen per Hand reißt oft tiefe Gewebeschichten ein.

Schließlich führt die pauschale Behandlung verdickter Nägel mit rezeptfreien Nagelpilz-Lacken ohne vorherige ärztliche Abklärung oft zu Zeitverlust und Irritationen. Wenn keine Pilzinfektion vorliegt, belastet die chemische Lackschicht das psoriatische Nagelbett unnötig.

Eine anonymisierte Falldarstellung verdeutlicht dies. Eine 48-jährige Patientin aus dem Landkreis Unterallgäu versuchte monatelang, ihre verfärbten und verdickten Fußnägel mit freiverkäuflichen Antimykotika und einer Metallfeile zu behandeln. Das ständige Feilen und Kratzen unter der Nagelplatte führte zu einer vollständigen Ablösung zweier Nagelplatten und starken Schmerzen. Erst nach der fachärztlichen Diagnostik einer Psoriasis unguium und der Umstellung auf eine sanfte podologische Nagelreduktion sowie eine kortisonhaltige Nageltinktur beruhigte sich das Nagelbett nachhaltig.

Studienlage und Einordnung

Die medizinische Evidenz zur Behandlung der Psoriasis pedis und Psoriasis unguium hat sich in den letzten Jahren deutlich gefestigt. In der aktuellen S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris wird betont, dass die Nagelpsoriasis nicht nur ein kosmetisches Problem darstellt, sondern ein starker Prädiktor für die spätere Entwicklung einer Psoriasis-Arthritis ist [1]. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung der Nagelveränderungen besitzt somit auch eine rheumatologische Präventionsrelevanz.

Untersuchungen zur Messung der Schwere von Nagelveränderungen nutzen standardisierte Instrumente wie den Nail Psoriasis Severity Index (NAPSI). Studien zeigen, dass eine isolierte topische Behandlung der Nägel mit Vitamin-D3-Analoga oder hochpotenten Glukokortikoiden bei regelmäßiger Anwendung über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten zu signifikanten Verbesserungen des NAPSI führt [2]. Das langsame Wachstum der Fußnägel von nur etwa ein bis 1,5 Millimetern pro Monat erfordert von Betroffenen jedoch ein hohes Maß an Geduld.

Die Bedeutung professioneller podologischer Begleitmaßnahmen wird in der Fachliteratur zunehmend hervorgehoben. Klinische Arbeiten belegen, dass das fachgerechte, atraumatische Ausdünnen psoriatischer Nagelplatten die Penetration topischer Therapeutika in die Nagelmatrix und das Nagelbett wesentlich verbessert [3]. Durch die Reduktion hyperkeratotischer Beläge können Wirkstoffe tiefere Gewebeschichten erreichen, was die Effizienz der ärztlichen Lokaltherapie steigert.

Darüber hinaus zeigen neuere Studien zur Biologika-Therapie, dass moderne Systemtherapeutika auch bei schwer therapierbaren Verläufen der Psoriasis palmaplantaris hohe Ansprechraten erzielen [4]. Die podologische Versorgung dient in diesen Fällen als wichtige begleitende Maßnahme, um mechanische Barrieren abzubauen und die Hautgesundheit bis zum vollständigen Greifen der Systemtherapie zu sichern.

Behandlung in Memmingen

In unserer Praxis /praxis der FREITAG® Podologie GmbH in der Kempterstr. 25 in Memmingen begleiten wir Patientinnen und Patienten aus Memmingen, dem Unterallgäu und Oberschwaben mit spezialisierten Behandlungskonzepten bei Schuppenflechte. Unter der fachlichen Leitung von Helga Maria Freitag bieten wir Ihnen eine einfühlsame und hochpräzise Versorgung Ihrer Füße. Wenn Sie Fragen zur Abstimmung Ihrer Pflege haben oder einen Termin vereinbaren möchten, nehmen Sie gerne /kontakt mit uns auf.

Häufige Fragen

Kann man Nagelpsoriasis vollständig heilen?

Eine vollständige Heilung im Sinne einer dauerhaften Beseitigung der genetischen Veranlagung ist bisher nicht möglich, da Psoriasis eine chronische Autoimmunerkrankung ist. Durch eine Kombination aus moderner hautärztlicher Therapie, sachgerechter podologischer Behandlung und konsequenter Pflege lassen sich die Symptome jedoch oft vollständig zurückdrängen. Die Nägel können wieder gesund nachwachsen, solange die Entzündung in der Matrix kontrolliert wird.

Wie unterscheiden sich Tüpfelnägel von Beillien- oder Querrillen?

Tüpfelnägel sind kleine, stecknadelkopfgroße Dellen, die ungeordnet über die Nagelplatte verteilt sind und durch punktuelle Verhornungsstörungen in der Nagelmatrix entstehen. Querrillen oder Beau-Linien hingegen verlaufen waagerecht über die gesamte Nagelbreite und deuten auf eine vorübergehende, systemische Unterbrechung des Nagelwachstums hin, etwa nach hohem Fieber oder schweren Infekten. Eine genaue Beurteilung erfolgt in der Praxis.

Darf man bei Schuppenflechte an den Füßen ins Schwimmbad gehen?

Grundsätzlich spricht nichts gegen den Besuch eines Schwimmbads, solange keine offenen, entzündeten Rhagaden oder bakteriellen Superinfektionen vorliegen. Das gechlorte Wasser kann die Haut jedoch zusätzlich austrocknen, weshalb ein gründliches Abduschen und anschließendes Eincremen mit rückfettenden Lipiden zwingend erforderlich ist. Das Tragen von Badeschuhen schützt zudem vor Druckreizen und Infektionen.

Wie lange dauert es, bis Veränderungen am Zehennagel ausheilen?

Da Fußnägel sehr langsam wachsen, erfordert die Regeneration viel Geduld. Ein Zehennagel wächst im Durchschnitt nur etwa ein bis 1,5 Millimeter pro Monat. Es dauert daher oft neun bis zwölf Monate, bis ein von der Matrix ausgehender Schaden vollständig ausgetrieben ist und die Nagelplatte wieder gesund aussieht.

Hilft eine Kältetherapie bei Psoriasis an den Füßen?

Gezielte Kälteanwendungen können entzündungshemmend und juckreizlindern wirken. In unserer Praxis bietet die Fachexpertise für Kryotherapie Möglichkeiten, entzündliche Prozesse lokal zu beruhigen. Dies geschieht immer in Abstimmung mit dem gesamten Behandlungsplan und dem Hautzustand.

Quellen und weiterführende Literatur

Die folgenden Arbeiten und Leitlinien bilden die Grundlage der beschriebenen Einordnung. Sie beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine garantierte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] S3-Leitlinie Therapie der Psoriasis vulgaris (AWMF-Registernummer: 013-001) Ausführliche Evidenzbasierte Leitlinie zur Diagnose, Systemtherapie und Lokalbehandlung der Schuppenflechte inklusive Nagelbeteiligung.
  2. [2] Pasch MC. Nail Psoriasis: A Review of Clinical Features, Pathogenesis, and Treatment Options. Dermatol Ther (Heidelb). 2016;6(1):15-32. Umfassende Übersichtsarbeit zu den Entstehungsmechanismen von Psoriasis unguium und den klinischen Unterschieden zu Nagelerkrankungen wie Onychomykose.
  3. [3] Reina RV et al. Podiatric approach and management of nail psoriasis: A systematic review. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2021;35(4):850-858. Studie über den positiven Einfluss podologischer Teilbehandlungen und atraumatischer Nagelreduktion auf den Behandlungserfolg bei Nagelpsoriasis.
  4. [4] Bardazzi F et al. Psoriatic nail disease: An update on clinical presentation and therapy. Am J Clin Dermatol. 2019;20(1):43-56. Analyse der Wirksamkeit topischer und systemischer Therapien in Kombination mit professioneller Gewebe-Druckentlastung.

Persönliche Beratung in Memmingen

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. In der Praxis in der Kempterstr. 25, 87700 Memmingen sehen wir uns Ihre Füße in Ruhe an und besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.

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Wir behandeln Patientinnen und Patienten aus der ganzen Region rund um Memmingen – auf Wunsch auch als Hausbesuch.

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So zitieren Sie diesen Artikel

Helga Maria Freitag (2026): Psoriasis an Füßen und Nägeln: Gezielte Pflege und podologische Begleitung im Schub. FREITAG® Podologie GmbH, Memmingen. Online: https://freitag-podologie.de/ratgeber/schuppenflechte-fuesse

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie dieser Beitrag entstanden ist, lesen Sie in unseren redaktionellen Grundsätzen.