Neueröffnung der Podologie-Praxis geplant: 30.11.2026

Schmerz

Plantarfasziitis verstehen: Belastung, Heilung und Alltag

Der stechende Schmerz in der Ferse beim ersten Schritt am Morgen ist das klassische Leitsymptom der Plantarfasziitis. Erfahren Sie, welche biomechanischen Ursachen zugrunde liegen und wie die Heilung gelingt.

Podologische Untersuchung des Fußes und der Ferse in einer Praxis bei Plantarfasziitis
Plantarfasziitis verstehen: Belastung, Heilung und Alltag. Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person und keine dokumentarische Behandlungssituation. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO / AI Act).
Helga Maria Freitag, podiatrist in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie. Redaktionelle Grundsätze.

Veröffentlicht: 16. August 2026 · zuletzt geprüft: 16. August 2026 · Lesezeit etwa 11 Minuten

Was dahintersteckt

Die Aponeurosis plantaris, oft auch als Plantarfaszie bezeichnet, ist eine flächenhafte, aus festen Kollagenfasern aufgebaute Sehnenplatte an der Fußsohle. Sie erstreckt sich vom Fersenbein, dem Calcaneus, fächerförmig bis zu den Grundgelenken der Zehen. Ihre primäre Aufgabe besteht darin, das mediale Längsgewölbe des Fußes statisch und dynamisch zu stützen. Bei jedem Schritt fängt sie wie eine Feder die kinetische Energie des Aufpralls ab und gibt diese beim Abstoßen des Fußes wieder ab.

Der funktionelle Ablauf wird in der Biomechanik als Windlass-Mechanismus oder Seilwinden-Prinzp bezeichnet. Wenn sich die Zehen beim Gehen im Grundgelenk nach oben biegen, zieht dies die Plantarfaszie stramm. Das Fußgewölbe richtet sich auf, der Fuß wird stabilisiert und verwandelt sich in einen starren Hebel, der einen effizienten Vortrieb ermöglicht. Wenn dieser Komplex dauerhaft überlastet wird, kommt es zu Mikrotraumen an der Sehneneinstrahlung am Fersenbein.

Histologische Untersuchungen zeigen, dass bei einer chronischen Plantarfasziitis meist keine klassischen Entzündungszellen vorliegen. Stattdessen findet man eine angiofibroblastiche Hyperplasie. Es handelt sich um eine degenerative Veränderung der Sehnenstruktur mit mikroskopischen Rissen, ungeordneten Kollagenfasern und der Einsprossung kleiner, schmerzempfindlicher Nervenfasern. Der Fachbegriff für dieses Krankheitsbild lautet daher korrekterweise Plantarfasziopathie, wenngleich der Begriff Plantarfasziitis im Sprachgebrauch dominiert. Ein Fersensporn, also eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein, ist oft ein zufälliger Begleitbefund und nicht die eigentliche Ursache der Schmerzen.

Typische Anzeichen

Das auffälligste Merkmal einer Plantarfasziitis ist der sogenannte Anlaufschmerz. Nach Phasen der Ruhe, insbesondere morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen, löst die erste Belastung heftige, lokalisierte Schmerzen an der Unterseite der Ferse aus. Der Schmerzpunkt liegt typischerweise leicht versetzt zur Innenseite des Fersenbeins am Tuberculum mediale.

Im Verlaufe der ersten Gehstrecke lässt die Schmerzintensität häufig nach. Das Gewebe erwärmt sich und passt sich der mechanischen Zugspannung an. Nach längerer Belastung, etwa am Ende eines Arbeitstages oder nach einem Spaziergang, verstärkt sich das Schmerzgefühl erneut. Der Schmerz wird dann als brennend, bohrend oder tief sitzend beschrieben. Bei fortgeschrittenem Verlauf tritt der Schmerz auch in Ruhe auf.

Zur präzisen Einordnung müssen andere Krankheitsbilder abgegrenzt werden, die ähnliche Beschwerden an der Ferse verursachen können. Hierzu gehören:

  • Kompression des ersten Astes des Nervus plantaris lateralis, bekannt als Baxter-Neuropathie
  • Tarsaltunnelsyndrom mit Brennen und Taubheitsgefühlen an der gesamten Fußsohle
  • Atrophie des Fersenfettpolsters, bei der die stoßdämpfende Fettkammerstruktur der Ferse ausgedünnt ist
  • Ermüdungsfraktur des Calcaneus, die sich durch einen beidseitigen Kompressionsschmerz des Fersenbeins zeigt
  • Achillessehnen-Tendinopathie, deren Schmerzpunkt weiter oben an der Sehne liegt
  • Systemische entzündliche Erkrankungen wie Spondylarthritiden oder Morbus Bechterew

Ursachen im Alltag

Eine Plantarfasziitis entsteht selten durch ein einzelnes Ereignis. Meist ist sie das Ergebnis einer Summation biomechanischer und externer Faktoren, die die Belastungsgrenze des Sehnengewebes überschreiten. Ein zentraler Einflussfaktor ist eine verändertes Gangbild oder eine eingeschränkte Beweglichkeit im Sprunggelenk. Insbesondere eine Verkürzung des Musculus gastrocnemius und des Musculus soleus, also der Wade, erhöht die Zugspannung auf das Fersenbein und damit auf die Plantarfaszie extrem.

Fehlstellungen des Fußes nehmen ebenfalls Einfluss. Ein ausgeprägter Senk-Spreizfuß führt zu einer Überpronationsbewegung, bei der das Fußgewölbe nach innen kollabiert und die Sehnenplatte übermäßig gedehnt wird. Umgekehrt weist ein Hohlfuß eine verminderte Stoßdämpfung auf, was die mechanische Spitzenbelastung bei jedem Fersenauftritt erhöht.

Das Schuhwerk spielt in der Alltagspraxis eine wesentliche Rolle. Schuhe mit zu weicher, instabiler Sohle bieten dem Fußgewölbe keine Führung, was zu einer Dauerüberlastung der Sehnenstruktur führt. Ebenso können abgetragene Sohlen oder Schuhe mit sehr hartem, ungepolstertem Boden ohne ausgleichende Stützung die Entstehung begünstigen. Ein abrupter Wechsel von Schuhen mit hoher Sprengung zu flachen Minimalschuhen ohne Übergangsphase führt regelmäßig zu einer Überlastung des Sehnenapparates.

Veränderungen des Körpergewichts, eine plötzliche Steigerung der Schrittzahl im Alltag sowie langes Stehen auf harten Untergründen wie Beton oder Fliesen stellen weitere Risikofaktoren dar. Auch Stoffwechselstörungen wie ein Diabetes mellitus verändern die Kollagenstruktur der Sehnen und verringern deren Elastizität.

Wann ärztliche Abklärung nötig ist

Eine podologische Befunderhebung ergänzt die medizinische Versorgung, ersetzt jedoch nicht die ärztliche Diagnostik bei Warnzeichen. Eine rasche ärztliche Abklärung ist zwingend erforderlich, wenn der Schmerz plötzlich nach einem hörbaren Knallen oder einer spürbaren Ruptur auftritt. Dies deutet auf einen Riss der Plantarfaszie hin.

Ebenso sollten Beschwerden ärztlich untersucht werden, die mit sichtbaren Rötungen, Überwärmungen oder deutlichen Schwellungen im Bereich der Ferse und des Sprunggelenks einhergehen. Tritt zusätzlich Fieber auf, muss eine infektiöse Ursache ausgeschlossen werden. Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Schmerzen, die von der Lendenwirbelsäule über das Bein in den Fuß ausstrahlen, weisen auf eine neurologische Ursache hin und erfordern eine neurologische oder orthopädische Begutachtung.

Schmerzen, die trotz konsequenter Belastungsanpassung über mehr als zwei bis drei Wochen an Intensität zunehmen oder einen ungestörten Nachtschlaf unmöglich machen, gehören ebenfalls in ärztliche Hände. Ein Röntgenbild oder eine Magnetresonanztomografie kann in diesen Fällen strukturelle Schäden oder Frakturen sichtbar machen.

Was die podologische Behandlung leisten kann

Die Praxis für Podologie bietet eine strukturierte Befunderhebung und gezielte therapeutische Maßnahmen zur Entlastung des betroffenen Gewebes. Zu Beginn erfolgt eine Anamnese sowie eine Palpation der Fußsohle und der Wadenmuskulatur. Mithilfe einer dynamischen Druckverteilungsmessung oder eines Podo-Statikkontrollsystems lässt sich feststellen, welche Bereiche des Fußes beim Stehen und Gehen übermäßig belastet werden.

Ein wesentlicher Baustein der Podologie ist das fachgerechte Taping. Spezielle kinesiologische Tapes oder funktionelle Strapping-Techniken wie das Low-Dye-Taping entlasten die Sehnenplatte mechanisch. Das Tape hebt das mediale Gewölbe leicht an und reduziert den Zug am Fersenbeinansatz spürbar. Dies führt bei vielen Betroffenen zu einer sofortigen Schmerzlinderung beim Gehen.

Zur Vermeidung von Druckspitzen fertigt die podologische Praxis individuelle Entlastungselemente an. Diese Orthesen aus medizinischem Silikon passen sich exakt der Fußgeometrie an und verteilen den Druck vom schmerzhaften Ansatz der Faszie auf umliegende, belastbare Gewebestrukturen. Bei Bedarf wird der Kontakt zu Orthopädieschuhtechnikern hergestellt, um maßgefertigte orthopädische Einlagen mit einer Weichbettung der Ferse und einer gezielten Aussparung am Schmerzpunkt zu veranlassen.

In unserer Praxis nutzen wir ergänzend physikalische Methoden wie die lokale Kältetherapie. Die Anwendung von extremer Kälte moduliert die Schmerzweiterleitung der peripheren Nervenfasern und kann gewebliche Überreizungen dämpfen. Detaillierte Informationen zu unseren therapeutischen Ansätzen finden Sie auf unserer Übersichtsseite zu den Leistungen.

Die Behandlungsdauer erstreckt sich meist über mehrere Monate, da Sehnengewebe aufgrund seiner geringen Durchblutung nur langsam regeneriert. Regelmäßige Kontrolltermine im Abstand von zwei bis vier Wochen stellen sicher, dass die Maßnahmen an den aktuellen Heilungsverlauf angepasst werden. Wenn Sie Fragen zum Ablauf haben, bietet unsere Seite zur Sektoralen Heilpraktikerin Aufschluss über die erweiterten diagnostischen Möglichkeiten vor Ort.

Was Sie selbst tun können

Die aktive Mitarbeit der betroffenen Person ist der wichtigste Baustein für einen dauerhaften Heilungserfolg. Das Wichtigste ist die Steuerung der Belastung. Eine komplette Ruhigstellung ist schädlich, jedoch muss die schmerzauslösende Belastung reduziert werden. Schmerzintensive Aktivitäten wie Joggen, Hüpfen oder langes Stehen sollten vorübergehend durch sehnenfreundliche Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren ersetzt werden.

Ein gezieltes Übungsprogramm zur Kräftigung und Dehnung verbessert die Belastbarkeit der Gewebestrukturen nachhaltig. Folgende Maßnahmen haben sich in der Praxis bewährt:

  • Dehnung der Wadenmuskulatur: Stellen Sie sich mit dem betroffenen Bein nach hinten versetzt vor eine Wand. Das hintere Knie bleibt gestreckt, die Ferse fest auf dem Boden. Schieben Sie das Becken langsam nach vorne, bis eine deutliche Spannung in der Wade spürbar wird. Halten Sie diese Position für dreimal 30 Sekunden.
  • Spezifische Fasziendehnung: Setzen Sie sich hin und legen Sie den Fuß des betroffenen Beins auf das andere Knie. Fassen Sie die Zehen mit der Hand und ziehen Sie diese sanft nach oben in Richtung Schienbein, bis Sie eine Spannung an der Fußsohle spüren. Massieren Sie gleichzeitig mit dem Daumen der anderen Hand die stramm gezogene Sehne an der Fußsohle leicht quer zum Faserverlauf.
  • Progressives Belastungstraining nach Rathleff: Stellen Sie sich mit den Ballen beider Füße auf eine Stufe. Unter die Zehen des betroffenen Fußes wird ein zusammengerolltes Handtuch gelegt, um die Zehen leicht anzuheben. Drücken Sie sich über drei Sekunden auf die Zehenspitzen hoch, halten Sie die Position für zwei Sekunden und senken Sie die Ferse über drei Sekunden kontrolliert unter das Stufenniveau ab. Führen Sie diese Übung alle zwei Tage mit drei Durchgängen zu je zehn Wiederholungen aus.
  • Sanfte Kühlung: Rollen Sie die Fußsohle für einige Minuten ohne starken Druck über eine gefrorene kleine Wasserflasche oder einen speziellen Kälteball. Dies lindert den akuten Schmerz nach Belastungen.

Tragen Sie im Haushalt niemals barfuß auf harten Fliesen oder Holzfußböden, solange der Schmerz akut ist. Nutzen Sie stattdessen Hausschuhe mit einem vorgeformten Fußbett und einer dämpfenden Sohle, um die Faszie auch im häuslichen Umfeld zu entlasten.

Häufige Fehler

In der podologischen Praxis beobachten wir immer wieder typische Fehlverhaltensweisen, die den Heilungsprozess verzögern oder das Krankheitsbild chronisch werden lassen. Ein weit verbreiteter Fehler ist das absolute Stilllegen des Fußes. Wer bei ersten Schmerzen jegliche Bewegung einstellt und nur noch sitzt, bewirkt eine Versteifung des Gewebes und einen Abbau der muskulären Stützfunktion. Sobald die normale Belastung wieder aufgenommen wird, kehrt der Schmerz umso intensiver zurück. Besser ist eine relative Ruhigstellung, bei der schmerzfreie Bewegungen bewusst gefördert werden.

Ein anderer Fehler ist das zu aggressive Bearbeiten der schmerzhaften Stelle. Betroffene versuchen häufig, den Schmerzpunkt am Fersenbein mit einer harten Faszienrolle oder einem Massageball mit maximalem Druck herauszumassieren. An einem ohnehin gereizten, mikrotraumatisierten Sehnenansatz führt eine mechanische Quetschung zu zusätzlichen Mikrorissen und verstärkt die Entzündungsreaktion. Massagen im akuten Stadium sollten immer sanft und vorwiegend in der umgebenden Wadenmuskulatur erfolgen.

Viele Patienten brechen die Dehn- und Kräftigungsübungen ab, sobald der erste Anlaufschmerz nachlässt. Das Sehnengewebe benötigt jedoch viele Monate, um wieder eine normale Kollagenstruktur und Zugfestigkeit aufzubauen. Ein zu frühes Zurückkehren zu gewohnten Belastungsspitzen führt verlässlich zu einem Rückfall.

Ebenfalls unterschätzt wird der Einfluss von abgetragenem Schuhwerk. Schuhe, deren Dämpfungssysteme nach mehreren hundert Kilometern Laufleistung oder jahrelanger Nutzung ermüdet sind, verlieren ihre stützende Funktion. Das äußere Erscheinungsbild des Schuhs ist dabei oft noch intakt, während das Material der Zwischensohle seine elastischen Eigenschaften längst verloren hat.

Schließlich verlassen sich manche Betroffene ausschließlich auf passive Hilfsmittel wie kortisonhaltige Injektionen. Spritzen können kurzfristig Schmerzen lindern, verändern jedoch nicht die zugrundeliegende Biomechanik. Mehrfache Kortisoninjektionen im Bereich der Plantarfaszie bergen zudem das Risiko einer Gewebeatrophie oder eines Sehnenrisses.

Studienlage und Einordnung

Die medizinische Forschung hat das Verständnis der Plantarfasziitis in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend verändert. Histopathologische Studien von Lemont et al. zeigten bereits früh, dass Biopsien von Patienten mit chronischem Fersenschmerz kaum Entzündungszellen aufwiesen, sondern Bildmuster einer Tendinose zeigten [1]. Diese Erkenntnis bildet die Grundlage modernster Therapiestrategien, die nicht auf Entzündungshemmung, sondern auf Geweberegeneration abziehen.

In einer vielbeachteten randomisierten kontrollierten Studie von Rathleff et al. wurde gezeigt, dass ein strukturiertes, progressives Krafttraining mit hoher Belastung und langsamer Ausführung dem reinen Dehnen überlegen ist [2]. Die Patientengruppe, die das geführte Fersenheben mit einer Handtuchrolle unter den Zehen durchführte, wies nach drei Monaten signifikant bessere Werte im Foot and Ankle Outcome Score auf als die Vergleichsgruppe. Die Faszienstimulation regt die Fibroblasten zur Synthese neuer Kollagenfasern an.

Untersuchungen zur Wirksamkeit von orthopädischen Einlagen und podologischem Taping bestätigen deren kurz- und mittelfristigen Nutzen. Landorf et al. wiesen nach, dass sowohl maßgefertigte als auch vorgefertigte Einlagen innerhalb der ersten acht Wochen zu einer klinisch relevanten Schmerzminderung führen [3]. Taping zeigte in vergleichenden Studien eine unmittelbare Entlastung der Faszie, wodurch der Anlaufschmerz rasch reduziert werden kann [4].

Bezüglich der physikalischen Therapien zeigt die Datenlage zur fokussierten Extrakorporalen Stoßwellentherapie sowie zur lokalen Kälteanwendung positive Effekte auf die Schmerzwahrnehmung. Kälteanwendungen hemmen die Reizleitung der Schmerznerven und mindern die lokale Hypervaskularisierung, wie sie in dopplersonografischen Studien bei chronischer Fasziitis nachgewiesen wurde [5]. Die Kombination aus mechanischer Entlastung, aktiver Übungstherapie und physikalischer Unterstützung bietet nach aktuellem Forschungsstand die höchsten Erfolgsquoten.

Behandlung in Memmingen

In unserer Praxis für Podologie in Memmingen betreuen wir Patientinnen und Patienten aus dem gesamten Stadtgebiet sowie aus dem Unterallgäu, dem Allgäu und Oberschwaben. Bei chronischen Fersenschmerzen erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen einen individuell angepassten Behandlungsplan, der Ihre berufliche und sportliche Alltagssituation berücksichtigt.

Ein wichtiger Bestandteil unseres Konzepts ist die Kombination aus podologischen Maßnahmen und moderner physikalischer Unterstützung. Über unsere hauseigene Kältekammer bieten wir Ihnen die Möglichkeit, ergänzende Kälteanwendungen gezielt in Ihren Regenerationsprozess einzubinden. Auf unserer Seite Über mich erfahren Sie mehr über die fachlichen Hintergründe unseres Teams und unsere Arbeitsweise.

Sollten Sie unter anhaltenden Beschwerden an der Ferse leiden, zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Über unsere Seite Kontakt können Sie direkt einen Termin in der Praxis in der Kempterstraße vereinbaren.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Heilung einer Plantarfasziitis?

Der Heilungsprozess einer Plantarfasziitis erfordert meist Ausdauer. Da es sich um Umbauprozesse in einem schlecht durchbluteten Sehnengewebe handelt, dauert die vollständige Regeneration oft zwischen sechs und zwölf Monaten. Durch ein konsequentes Belastungsmanagement, passgenaues Taping und gezieltes Krafttraining lässt sich die Schmerzintensität meist schon nach einigen Wochen deutlich reduzieren.

Hilft Barfußgehen bei Schmerzen an der Plantarfaszie?

Im akuten Stadium der Erkrankung ist Barfußgehen auf harten Untergründen wie Fliesen oder Parkett kontraproduktiv, da die ungestützte Faszie bei jedem Schritt maximal gedehnt wird. Erst nach dem Abklingen der akuten Schmerzen kann das Barfußgehen auf weichem, natürlichem Untergrund wie Rasen oder Sand schrittweise aufgebaut werden, um die Fußmuskulatur zu kräftigen.

Ist ein Fersensporn das Gleiche wie eine Plantarfasziitis?

Nein, es handelt sich um zwei verschiedene Befunde, die jedoch oft gemeinsam auftreten. Die Plantarfasziitis beschreibt die chronische Reizung der Sehnenplatte an der Fußsohle. Ein Fersensporn ist eine knöcherne Anlagerung am Fersenbein, die als Reaktion auf dauerhaften Zug entsteht und selbst meist schmerzfrei ist.

Welche Schuhe sollte ich bei einer Plantarfasziitis tragen?

Empfehlenswert sind Schuhe mit einer gut gedämpften, nicht zu biegsamen Sohle und einer leichten Absatzerhöhung von etwa zehn bis fünfzehn Millimetern. Diese Sprengung nimmt die Spannung von der Wadenmuskulatur und der Sehnenplatte. Flache Schuhe ohne Fußbett oder ausgelatschte Sneaker sollten gemieden werden.

Wann kann ich wieder mit dem Lauftraining beginnen?

Ein Wiedereinstieg in den Laufsport sollte erst erfolgen, wenn der Alltag sowie einfache Sprungübungen über mehrere Wochen schmerzfrei bewältigt werden. Der Einstieg muss sehr langsam und progressiv gestaltet werden, beispielsweise durch kurze Wechsel aus Gehen und Trabem auf weichem Waldboden, um dem Gewebe Zeit zur Anpassung zu geben.

Quellen und weiterführende Literatur

Die folgenden Arbeiten und Leitlinien bilden die Grundlage der beschriebenen Einordnung. Sie beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine garantierte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] Lemont H, Ammirati KM, Usen N. Plantar fasciitis: a degenerative process (fasciosis) without inflammation. J Am Podiatr Med Assoc. 2003;93(3):234-237. Histologische Untersuchung von Gewebeproben, die belegt, dass chronischer Fersenschmerz primär degenerativ und nicht entzündlich bedingt ist.
  2. [2] Rathleff MS, Mølgaard CM, Fredberg U, et al. High-load strength training improves outcome in patients with plantar fasciitis: A randomized controlled trial. Scand J Med Sci Sports. 2015;25(3):e292-e300. Klinische Studie, die die Überlegenheit von progressivem Belastungstraining gegenüber reinen Dehnübungen demonstriert.
  3. [3] Landorf KB, Keenan AM, Herbert RD. Efficacy of foot orthoses to treat plantar fasciitis: a randomized trial. Arch Intern Med. 2006;166(12):1305-1310. Untersuchung der Wirksamkeit von maßgefertigten und konfektionierten Einlagen bei der Schmerzreduktion.
  4. [4] Radford JA, Landorf KB, Buchbinder R, Cook C. Effectiveness of low-Dye taping for the short-term treatment of plantar heel pain: a randomised trial. BMC Musculoskelet Disord. 2006;7:64. Studie zum Nachweis der kurzfristigen Schmerzlinderung durch spezifische podologische Taping-Techniken.
  5. [5] Digiovanni BF, Nawoczenski DA, Lintal ME, et al. Tissue-specific plantar fascia-stretching exercise enhances outcomes in patients with chronic heel pain. A prospective, randomized study. J Bone Joint Surg Am. 2003;85(7):1270-1277. Nachweis der Effektivität von spezifischen Faszien-Dehnübungen im Vergleich zu allgemeinen Waden-Dehnungen.

Persönliche Beratung in Memmingen

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. In der Praxis in der Kempterstr. 25, 87700 Memmingen sehen wir uns Ihre Füße in Ruhe an und besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.

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So zitieren Sie diesen Artikel

Helga Maria Freitag (2026): Plantarfasziitis verstehen: Belastung, Heilung und Alltag. FREITAG® Podologie GmbH, Memmingen. Online: https://freitag-podologie.de/ratgeber/plantarfasziitis

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie dieser Beitrag entstanden ist, lesen Sie in unseren redaktionellen Grundsätzen.