
Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie. Redaktionelle Grundsätze.
Veröffentlicht: 16. August 2026 · zuletzt geprüft: 16. August 2026 · Lesezeit etwa 12 Minuten
Was dahintersteckt
Der kindliche Fuß ist kein verkleinertes Abbild des erwachsenen Fußes. Bei der Geburt besteht das Skelett der Fußwurzel und des Mittelfußes überwiegend aus knorpeligen Strukturen. Diese sind flexibel, verformbar und noch nicht vollständig verknöchert. Der Prozess der Ossifikation, also die Umwandlung von Knorpelgewebe in festen Knochen, erstreckt sich über das gesamte Kindes- und Jugendalter. Erst etwa mit dem sechzehnten bis achtzehnten Lebensjahr schießen die Epiphysenfugen vollkommen zu, wodurch das Skelett seine endgültige Festigkeit erhält.
Im Kleinkindalter verbirgt sich das Fußgewölbe unter einem dicken, physiologischen Fettpolster auf der Fußsohle. Dieses Polster schützt die empfindlichen Knorpelstrukturen bei den ersten Gehversuchen und verleiht dem Fuß eine flache Erscheinung. Bei vielen Kindern wird daher fälschlicherweise ein Plattfuß vermutet, obwohl es sich lediglich um ein normales Entwicklungsstadium handelt. Durch das zunehmende Aufrichten des Körpers, das Laufen auf unebenen Untergründen und die Beanspruchung der Unterschenkelmuskulatur bildet sich dieses Fettgewebe schrittweise zurück. Das Längs- und Quergewölbe richtet sich systematisch auf.
Das Längenwachstum verläuft nicht linear, sondern in schubweisen Phasen. Bei Kleinkindern zwischen einem und drei Jahren wachsen die Füße durchschnittlich um bis zu 1,5 Millimeter pro Monat. Das entspricht etwa drei Schuhgrößen innerhalb eines einzigen Jahres. Im Alter von drei bis sechs Jahren verlangsamt sich die Zunahme auf etwa einen Millimeter pro Monat. Ab dem sechsten Lebensjahr beträgt das Wachstum meist noch etwa 0,5 bis 0,8 Millimeter monatlich. Da dieses Wachstum ruckartig erfolgt, kann ein passender Schuh innerhalb weniger Wochen zu klein werden.
Eine weitere Besonderheit betrifft die Propriorezeption und Neurologie. Die Rezeptoren in den Fußsohlen und Sehnen leiten Rückmeldungen an das zentrale Nervensystem weiter, um das Gleichgewicht zu steuern. Wenn der Fuß dauerhaft in ein starres Schuhwerk gepresst wird, verkümmert diese Sensomotorik. Zudem schütten Nervenbahnen bei Druck auf das Knorpelgewebe kaum Schmerzreize aus. Die Zehen weichen dem Widerstand aus, krümmen sich ab oder schieben sich übereinander. Es kommt zu adaptiven Gewebeveränderungen, die ohne äußere Kontrolle lange unbemerkt bleiben.
Typische Anzeichen
Eltern stellen sich oft die Frage, woran sie Fehlentwicklungen oder unpassendes Schuhwerk erkennen können. Da Kinder selten über Schmerzen klagen, müssen optische und funktionelle Marker herangezogen werden. Nach dem Ausziehen der Schuhe und Strümpfe liefert das Hautbild erste Hinweise. Befinden sich deutliche Rötungen an den Zehenbeeren, den proximalen Interphalangealgelenken oder den Außenkanten des Fußes, ist das ein klares Indiz für mechanischen Druck.
Ein verändertes Gangbild stellt ein wichtiges Warnzeichen dar. Fängt das Kind plötzlich an zu humpeln, zieht es ein Bein nach oder läuft es auffällig häufig auf den Zehenspitzen, versucht es womöglich, Druckschmerzen auszuweichen. Ein verstärktes Eindrehen der Fußspitzen nach innen, medizinisch als Pes adductus oder Antetorsionssyndrom bezeichnet, sollte beobachtet werden. Auch ein extremes Abkippen der Fersentrampoline nach innen, der sogenannte Knick-Senkfuß, zeigt sich oft im Gangbild durch ein Einknicken des Innenknöchels.
Das Abnutzungsmuster der Schuhe liefert wertvolle diagnostische Informationen. Betrachten Sie die Laufsohle getragener Kinderschuhe auf einer ebenen Fläche. Eine gleichmäßige Abnutzung im Bereich des Ballens und der äußeren Ferse ist normal. Ist die Sohle jedoch an der Innenseite extrem abgerieben oder wirkt der Schaft nach innen durchgetreten, liegt eine statische Fehlbelastung vor. Gleiches gilt, wenn die Schuhspitze von oben betrachtet deutliche Ausbeulungen durch die Großzehe oder den kleinen Zeh zeigt.
Abgrenzen muss man physiologische Reifungsverzögerungen von echten Pathologien. Ein flexibles Eintreten des Fußes im Kleinkindalter ist in den meisten Fällen harmlos. lässt sich der Fuß im entlasteten Zustand manuell schmerzfrei in alle Richtungen bewegen und richtet sich das Gewölbe beim Zehenstand auf, liegt meist eine funktionelle Entwicklungsphase vor. Bleibt der Fuß jedoch auch im Zehenstand völlig flach oder lässt er sich manuell nicht korrigieren, spricht die Fachmedizin von einer rigiden Fehlstellung, die umgehend abgeklärt werden muss.
Ursachen im Alltag
Die Hauptursache für erworbene Fußdeformitäten im Kindesalter ist das Tragen von zu kurzen oder falsch geschnittenen Schuhen. Internationale Studien belegen regelmäßig, dass mehr als die Hälfte aller Kindergartenkinder in zu kleinen Schuhen läuft. Der Grund dafür liegt meist in einer fehlerhaften Messung vor dem Kauf oder der fehlerhaften Annahme, dass Schuhgrößen genormt seien. Die angegebene Schuhgröße auf dem Karton stimmt in der Praxis selten mit der tatsächlichen Innenlänge des Schuhs überein.
Ein weit verbreiteter Einflussfaktor sind zu enge oder synthetische Strümpfe. Socken, die durch zu hohe Elasthan-Anteile oder zu kleine Konfektionsgrößen die Zehen komprimieren, wirken wie ein ständiger Zügel. Sie ziehen die Hallux-Beere nach innen und begünstigen die Entstehung eines Hallux valgus bereits im Kindesalter. Auch das Tragen von Strumpfhosen mit zu strammem Fußteil führt über Monate hinweg zu einer funktionellen Einschränkung der Zehenstrecker.
Der frühzeitige Einsatz von festem Schuhwerk stellt ein weiteres Problem dar. Wenn Säuglinge oder Krabbelkinder feste Schuhe tragen, bevor sie frei laufen können, wird die natürliche Muskulatur in ihrer Aktivität gehemmt. Der Fuß benötigt den direkten Kontakt zum Boden, um die Muskelketten von den Zehen über den Unterschenkel bis hin zur Hüfte korrekt anzusteuern. Schuhe haben im ersten Lebensjahr lediglich eine Schutzfunktion gegen Kälte und mechanische Verletzungen im Außenbereich.
Mangelnde Bewegungsvielfalt und ausschließlich flache Böden im häuslichen Umfeld unterfordern die Fußmuskulatur. Das Gehen auf Parkett, Laminat oder Fliesen beansprucht immer dieselben Muskelgruppen. Fehlen Reize wie Gras, Sand, Steine oder unebener Waldboden, wird der Fuß nicht zur dreidimensionalen Verwindung angeregt. Die intramuskuläre Koordination verkümmert, was zu einer Erschlaffung des Sehnenapparates und in der Folge zu Haltungsfehlern der gesamten Beinachse führen kann.
Wann ärztliche Abklärung nötig ist
Nicht jede Gangauffälligkeit erfordert sofortige medizinische Eingriffe, doch bestimmte Befunde müssen zeitnah von einem Facharzt für Orthopädie oder einer spezialisierten podologischen Praxis untersucht werden. Eine frühzeitige Abklärung verhindert dauerhafte Schäden an den Gelenkflächen und der Wirbelsäule.
Suchen Sie medizinischen Rat beziehungsweise die ärztliche Sprechstunde auf bei folgenden Anzeichen:
- Das Kind klagt regelmäßig über Schmerzen in den Füßen, den Unterschenkeln oder den Kniegelenken, insbesondere nach kurzen Gehstrecken oder nachts.
- Es liegt eine deutliche Asymmetrie vor, bei der ein Fuß stark von der Form oder der Abrollbewegung des anderen Fußes abweicht.
- Der Fuß lässt sich passiv nicht in die neutrale Position bewegen, wirkt steif oder zeigt deutliche Kontrakturen der Sehnen.
- Es treten rezidivierende Hautveränderungen auf, wie eingewachsene Zehennägel, tiefe Schwielen, Hühneraugen oder hartnäckige Warzen im Sohlenbereich.
- Das Gangbild verschlechtert sich plötzlich oder das Kind verweigert ohne erkennbaren äußeren Anlass das Gehen und möchte getragen werden.
Besonders bei eingewachsenen Nägeln, im Fachjargon Unguis incarnatus genannt, ist rasches Handeln geboten. Durch den ständigen Druck zu kurzer Schuhe schiebt sich der seitliche Nagelrand in den empfindlichen Nagelfalzschaum. Es entstehen schmerzhafte Entzündungen und Granulationsgewebe. Hier kann die podologische Behandlung schmerzfreie Abhilfe schaffen und Schlimmeres verhindern.
Was die podologische Behandlung leisten kann
Die moderne Podologie nimmt in der Prävention und Therapie von Fußbeschwerden bei Kindern eine zentrale Rolle ein. Im Mittelpunkt steht zunächst eine ausführliche, schmerzfreie Befunderhebung. Dabei wird nicht nur die Haut- und Nagelstruktur beurteilt, sondern auch die Statik des Fußes im Stand sowie das Gangbild auf einem Podoskop oder einer Druckmessplatte analysiert. In unserer Praxis legen wir großen Wert auf eine ruhige Atmosphäre, um dem Kind jegliche Angst vor den Instrumenten zu nehmen.
Ein häufiges Problem bei Kindern sind Nagelfalzentzündungen durch fehlerhaftes Schneiden der Zehennägel oder zu enge Schuhe. Die podologische Behandlung umfasst die vorsichtige Abtragung von scharfen Nagelkanten, das sanfte Austamponieren des Nagelfalzes mit medizinischen Vliesstoffen sowie die Pflege der periungualen Haut. Sollte ein Nagel bereits eingewachsen sein, kommen nagelschonende Korrekturtechniken wie die Orthonyxie zum Einsatz. Eine maßgefertigte Nagelspange kann den Nagel sanft aus dem entzündeten Gewebe heben und das Wachstum nachhaltig korrigieren, ohne dass ein chirurgischer Eingriff notwendig wird.
Bei flexiblen Zehenfehlstellungen oder reibungsbedingten Druckstellen fertigen wir individuelle Silikonorthesen an. Diese passgenauen Hilfsmittel bestehen aus medizinischem Hautverträglichkeitssilikon. Sie werden direkt am Fuß des Kindes modelliert und dienen dazu, übereinanderstehende Zehen sanft in ihre natürliche Ausrichtung zu führen. Solche Orthesen werden tagsüber im Schuh getragen und entlasten das Gewebe augenblicklich.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der herstellerunabhängigen Hilfsmittel- und Schuhberatung. Wir vermessen die Füße des Kindes präzise in Länge und Breite und vergleichen die Werte mit den Einlegesohlen der mitgebrachten Schuhe. Eltern erhalten konkrete Empfehlungen, worauf beim nächsten Schuhkauf zu achten ist. Die Abstände zwischen den Behandlungen richten sich nach dem individuellen Befund. Bei akuten Nagelproblemen sind kurze Intervalle von zwei bis drei Wochen üblich, während Kontrolluntersuchungen zur Entwicklungsbegleitung meist alle drei bis sechs Monate stattfinden.
Was Sie selbst tun können
Sie als Eltern können die Fußgesundheit Ihres Kindes durch einfache, konsequente Maßnahmen im Alltag nachhaltig stärken. Das wichtigste Fundament ist das regelmäßige und korrekte Ausmessen der Füße und der Schuhe. Verlassen Sie sich niemals auf Größenangaben der Hersteller, da diese nicht standardisiert sind.
Folgende Schritte sichern eine optimale Größenkontrolle:
- Fertigen Sie eine Schablone an: Stellen Sie das Kind barfuß mit dem vollen Körpergewicht auf einen festen Karton und zeichnen Sie den Umriss beider Füße mit einem senkrecht geführten Stift nach.
- Geben Sie den Zuwachsraum hinzu: Zeichnen Sie an der längsten Zehe einen Aufschlag von 12 bis 15 Millimetern an. Dieser Raum ist zwingend erforderlich, damit der Fuß beim Abrollen nicht an der Schuhspitze anstößt und Platz zum Wachstum hat.
- Schneiden Sie den Streifen aus und legen Sie ihn in den Schuh: Lässt sich der Kartonstreifen ohne Knicke flach in den Schuh einlegen, passt die Länge. Stoßen die Kanten um, ist der Schuh zu klein.
- Entfernen Sie, wenn möglich, die Innensohle des Schuhs und stellen Sie Ihr Kind direkt darauf. Der Abstand zwischen der längsten Zehe und dem Sohlenrand muss mindestens einen Daumenbreit betragen.
Fördern Sie das Barfußlaufen so oft wie möglich. Das Laufen ohne Schuhe auf naturnahen Untergründen wie Gras, Erde, Moos oder Sand ist das effektivste Training für die Fußmuskulatur. Es regelt die Kapsel-Band-Strukturen an, stärkt die Quergewölbe und schult die Koordination. In den eigenen vier Wänden reichen im Winter rutschfeste Socken oder biegsame Lederpuschen völlig aus. Starre Hausschuhe mit fester Sohle sind in Innenräumen kontraproduktiv.
Achten Sie beim Schneiden der Zehennägel auf die richtige Form. Die Nägel sollten stets gerade abgezwackt oder gefeilt werden. Die Ecken dürfen keinesfalls tief abgerundet oder seitlich herausgeschnitten werden, da dies das Einwachsen des Nagels in den seitlichen Hautwall massiv begünstigt. Eine glatte Nagelkante, die bündig mit der Zehenkuppe abschließt, bietet den besten Schutz.
Häufige Fehler
In der täglichen Praxis begegnen uns immer wieder typische Irrtümer, die aus bester Absicht entstehen, dem kindlichen Fuß jedoch schaden können. Der bekannteste Fehler ist der Daumendruck-Test an der Schuhspitze. Drückt ein Erwachsener von oben auf den Schuh, zieht das Kind reflexartig die Zehen zusammen. Der Schuh wirkt dadurch passend, obwohl er in Wahrheit viel zu kurz ist. Der Test ist medizinisch unzuverlässig.
Ein weiterer Trugschluss ist die Befragung des Kindes. Junge Kinder verfügen über kein ausgeprägtes Druckschmerzempfinden an den Zehen. Sie sagen oft, dass der Schuh passt, weil ihnen das Design gefällt oder sie das Geschäft schnell verlassen möchten. Verlassen Sie sich niemals ausschließlich auf die Aussage Ihres Kindes, sondern prüfen Sie die Maße stets objektiv.
Das Weitergeben von gebrauchten Schuhen innerhalb der Familie oder aus dem Bekanntenkreis birgt Risiken. Jeder Fuß läuft einen Schuh individuell ein. Das Fußbett und die Laufsohle gebrauchter Schuhe weisen Abnutzungsmuster des Vornutzers auf. Wird ein neues Kind in diesen Schuh gesteckt, gezwungen wird dessen Fuß in die Fehlstatik des Vorgängers gedrängt. Ein Schuh sollte nur dann weitergegeben werden, wenn die Sohle absolut unbestoßen ist und das Innenfutter keinerlei Einmuldungen zeigt.
Auch der Kauf von Schuhen mit integrierten Fußbettungen oder Pronationsstützen ohne ärztliche Indikation ist fehlerhaft. Der gesunde Kinderschild benötigt keine passive Unterstützung durch Gewölbestützen. Eine künstliche Aufrichtung inaktiviert die muskuläre Selbststabilisierung. Der Fuß wird träge und die Muskulatur bildet sich zurück. Nur bei diagnostizierten, strukturellen Fehlstellungen dürfen orthopädische Einlagen nach ärztlicher Verordnung getragen werden.
Studienlage und Einordnung
Die wissenschaftliche Forschung bestätigt die Dringlichkeit einer präzisen Schuhpassform im Kindesalter. Eine groß angelegte österreichische Studie unter der Leitung von Dr. Wieland Kinz untersuchte über 800 Kindergartenkinder und stellte fest, dass mehr als 85 Prozent der Kinder in zu kurzen Hausschuhen und über 60 Prozent in zu kurzen Straßenschuhen liefen [1]. Die Autoren wiesen nach, dass mit abnehmendem Freiraum im Schuh der Hallux-Valgus-Winkel der Großzehe signifikant anstieg. Bereits ein zu geringer Spielraum von wenigen Millimetern führt demnach zu messbaren Abweichungen der Großzehenachse.
Biomechanische Untersuchungen von Klein et al. verdeutlichten, dass die Schuhgrößenbezeichnungen der Hersteller systematisch von den tatsächlichen Innenmaßen abweichen [2]. Eine ausgeschriebene Schuhgröße 28 wies in vielen Fällen lediglich die Innenlänge einer Größe 26 auf. Die Forscher forderten daher eindringlich standardisierte Messverfahren und warnte vor dem blinden Vertrauen auf Größenetiketten.
Vergleichende Untersuchungen zwischen beschuhten und dauerhaft barfuß aufwachsenden Populationen, wie die Studie von Hollander et al., liefern wertvolle Erkenntnisse über die Fußentwicklung [3]. Kinder, die primär barfuß aufwachsen, weisen signifikant breitere Füße, eine stärkere Fußmuskulatur und eine geringere Prävalenz von Plattfüßen auf als Kinder aus Industrienationen. Zudem zeigen sie eine höhere Sprungkraft und eine bessere motorische Gleichgewichtsleistung.
Die orthopädische Fachliteratur betont zusammenfassend die hohe Plastizität des kindlichen Fußskeletts. Während moderate funktionelle Abweichungen im Rahmen der Entwicklung beobachtet und abgewartet werden können, führen mechanische Restriktionen durch falsches Schuhwerk unvermeidbar zu morphologischen Veränderungen [4]. Präventiven Maßnahmen und der Aufklärung von Eltern kommt daher der höchste Stellenwert zu.
Behandlung in Memmingen
In unserer modern ausgestatteten Praxis für Podologie in Memmingen stehen wir Eltern und ihren Kindern mit fachlicher Expertise zur Seite. Als staatlich anerkannte Podologin und sektorale Heilpraktikerin verbinde ich medizinisches Fachwissen mit einem einfühlsamen Umgang mit jungen Patientinnen und Patienten.
Egal ob es um die Behandlung schmerzender Nägel, die Anfertigung von Silikonorthesen oder eine fundierte Statik- und Schuhberatung geht: Wir nehmen uns Zeit für die individuelle Befundung. Unsere Praxis im Herzen von Memmingen ist gut erreichbar für Familien aus dem gesamten Unterallgäu, dem Allgäu und Oberschwaben. Nehmen Sie bei Fragen oder Unsicherheiten bezüglich der Fußgesundheit Ihres Kindes gerne frühzeitig Kontakt mit uns auf.
Häufige Fragen
Wie viel Platz muss im Kinderschuh vor den Zehen wirklich frei sein?
Beim Neukauf sollte der Freiraum vor der längsten Zehe 12 bis 15 Millimeter betragen. Dieser Platz teilt sich auf in den Bewegungsspielraum beim Abrollen des Fußes und den Zuwachsraum für die kommenden Monate. Sinkt der Spielraum durch das Wachstum des Fußes auf unter 10 Millimeter, ist der Schuh definitiv zu klein und muss ersetzt werden.
Ist ein Plattfuß bei einem dreijährigen Kind bereits gefährlich?
Nein, im Kleinkindalter ist ein flaches Längsgewölbe vollkommen normal. Das Gewölbe verdeckt sich unter einem dicken, körpereigenen Fettpolster, das den Fuß schützt. Erst mit der Zunahme von Bewegung und der Reifung des Bindegewebes richtet sich das Gewölbe bis zum Grundschulalter auf. Eine ärztliche Abklärung ist nur nötig, wenn der Fuß steif wirkt, Schmerzen verursacht oder stark schief steht.
Sind Barfußschuhe für Kinder uneingeschränkt zu empfehlen?
Gute Barfußschuhe zeichnen sich durch eine extrem biegsame Sohle ohne Fersensprung und eine breite Zehenbox aus, die den Zehen volle Bewegungsfreiheit lässt. Für gesunde Kinderfüße sind sie eine hervorragende Wahl, um die Fußmuskulatur zu stärken. Bei bestehenden, strukturellen Fehlstellungen oder Hypermobilität sollte jedoch Rücksprache mit einem Facharzt oder einer podologischen Praxis gehalten werden.
Wie oft sollte ich die Schuhgröße meines Kindes kontrollieren?
Bei Kleinkindern zwischen einem und drei Jahren empfiehlt sich eine Kontrolle der Innenlänge alle sechs bis acht Wochen, da die Füße sehr rasch wachsen. Bei Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren reicht eine Messung im Abstand von drei Monaten. Ab dem sechsten Lebensjahr sollten Sie die Maße etwa alle vier bis fünf Monate überprüfen.
Was kann man tun, wenn der Zehennagel beim Kind ständig einwächst?
Zunächst sollte geprüft werden, ob Schuhe oder Socken zu klein sind und Druck ausüben. Der Nagel darf an den Seiten keinesfalls rund herausgeschnitten werden, sondern muss gerade nach vorne wachsen. In der podologischen Praxis kann der Nagelfalz sanft entlastet werden. Bei wiederkehrenden Problemen verhelfen schmerzfreie Nagelkorrekturspangen zu dauerhaftem Erfolg.
Quellen und weiterführende Literatur
Die folgenden Arbeiten und Leitlinien bilden die Grundlage der beschriebenen Einordnung. Sie beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine garantierte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.
- [1] Kinz, W., Groll-Knapp, E., & Kundi, M. (2015). Children wear shoes that are too small. BMC Musculoskeletal Disorders, 16(1), 1-8. Die Studie belegt, dass die Mehrheit aller Kinder zu kurze Schuhe trägt und zeigt den Zusammenhang zwischen unpassendem Schuhwerk und Hallux-Valgus-Winkeln auf.
- [2] Klein, C., Groll-Knapp, E., Kundi, M., & Kinz, W. (2009). Increased hallux angle in children is associated with insufficient length of footwear. Pediatrics International, 51(6), 779-783. Untersuchung zur Diskrepanz zwischen angegebenen Schuhgrößen und tatsächlichen Innenmaßen sowie deren Folgen für die Zehengeometrie.
- [3] Hollander, K., de Villiers, J. E., Sehner, S., Wegscheider, K., Braumann, K. M., Zech, A., & Zylstra, E. (2017). Growing up barefoot vs. shod: Foot morphology and physical performance in children and adolescents. Scientific Reports, 7(1), 1-9. Vergleichende Studie, die den positiven Einfluss des Barfußaufwachsens auf Gewölbehöhe, Zehenspanne und motorische Fähigkeiten nachweist.
- [4] Mauch, M., Grau, S., Krauss, I., Maiwald, C., & Horstmann, T. (2008). Foot morphology of normal, underweight and overweight children. International Journal of Obesity, 32(7), 1068-1075. Anatomische Vergleiche zur Fußentwicklung im Kindesalter unter Berücksichtigung von Statik und Körpergewicht.
Persönliche Beratung in Memmingen
Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. In der Praxis in der Kempterstr. 25, 87700 Memmingen sehen wir uns Ihre Füße in Ruhe an und besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.
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Helga Maria Freitag (2026): Kinderfüße gesund begleiten: Wachstum, Schuhwahl und Podologie. FREITAG® Podologie GmbH, Memmingen. Online: https://freitag-podologie.de/ratgeber/kinderfuesse
Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie dieser Beitrag entstanden ist, lesen Sie in unseren redaktionellen Grundsätzen.
