Neueröffnung der Podologie-Praxis geplant: 30.11.2026

Praxis

Hygiene in der podologischen Praxis: Woran Sie eine gute Praxis erkennen

Ein transparenter Einblick in die essenziellen Hygiene- und Sterilisationsstandards, die eine medizinische Podologiepraxis von unzureichenden Pflegeangeboten unterscheiden.

Moderne Sterilisationsgeräte und verpackte Instrumente in einer podologischen Praxis
Hygiene in der podologischen Praxis: Woran Sie eine gute Praxis erkennen. Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person und keine dokumentarische Behandlungssituation. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO / AI Act).
Helga Maria Freitag, podiatrist in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie. Redaktionelle Grundsätze.

Veröffentlicht: 16. August 2026 · zuletzt geprüft: 16. August 2026 · Lesezeit etwa 12 Minuten

Was dahintersteckt

Die medizinische Fußbehandlung erfordert ein tiefes Verständnis von Mikrobiologie und Epidemiologie. An den Füßen treffen verschiedene Mikromilieus aufeinander. Feuchtigkeit, Wärme und mechanische Belastung schaffen ideale Bedingungen für das Überleben von Krankheitserregern. Zu den häufigsten Erregern in der Podologie zählen Dermatophyten wie Trichophyton rubrum und Trichophyton interdigitale, die für den Großteil aller Nagel- und Fußpilzinfektionen verantwortlich sind. Ebenso finden sich Hefepilze der Gattung Candida sowie grampositive Bakterien, darunter Staphylococcus aureus, welche eitrige Entzündungen des Nagelwalls auslösen können. Humanpapillomviren (HPV), insbesondere die Typen 1, 2 und 4, sind die Ursache für schmerzhafte Verrucae plantares, besser bekannt als Dornwarzen.

Damit diese Erreger nicht von einem Patienten auf den nächsten übertragen werden, unterliegen podologische Praxen strengen gesetzlichen Vorgaben. Die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) regelt zusammen mit den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut sowie des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Aufbereitung von Medizinprodukten. Podologische Instrumente werden dabei je nach Risikoprofil eingestuft. Man unterscheidet zwischen semikritischen Medizinprodukten, die lediglich mit intakter Schleimhaut oder veränderter Haut in Berührung kommen, und kritischen Medizinprodukten. Letztere durchdringen die Hautgewebsbarriere oder kommen mit Blut und Gewebeflüssigkeit in Kontakt.

Kritische Instrumente, wozu Skalpellklingen, Kopfschneider, Hohlmeißel oder Eckenfeilen gehören, müssen vor ihrer erneuten Verwendung zwingend einen validierten Sterilisationsprozess durchlaufen. Dieser Aufbereitungsprozess dient dazu, sämtliche lebensfähigen Mikroorganismen einschließlich ihrer sporenbildenden Dauerformen abzutöten. Eine bloße Desinfektion reicht bei invasiv genutzten Werkzeugen nicht aus, da Sporen resistent gegenüber herkömmlichen flüssigen Desinfektionsmitteln sind. Der Hygiene in der Podologie zugrunde liegende Standard erfordert daher spezialisierte Geräte, zertifizierte Abläufe und eine präzise Dokumentation aller Arbeitsschritte.

Eine besondere Herausforderung stellt die Entstehung von Aerosolen und Feinstäuben dar. Wenn hochtourige rotierende Instrumente wie Fräser oder Schleifkappen zur Abtragung von verickter Nagelplatte oder Hornhaut eingesetzt werden, entstehen feine Partikel. Diese Stäube enthalten Hornmaterial, aber auch lebensfähige Pilzsporen, Bakterien und Hautschuppen. Ohne adäquate Schutzmaßnahmen verteilen sich diese Schwebstoffe im Behandlungsraum und werden vom Personal sowie nachfolgenden Patienten eingeatmet oder lagern sich auf Oberflächen ab. Die moderne Praxishygiene muss deshalb sowohl die Instrumentenaufbereitung als auch die Raumluft- und Flächendesinfektion umfassen.

Typische Anzeichen

Patienten können die Hygienequalität einer Praxis an konkreten visuellen und organisatorischen Merkmalen erkennen. Ein zentrales Kriterium ist die Übergabe der Instrumente. In einer fachlich qualifizierten Praxis liegen Nagelzangen, Pinzetten und Eckenheber nicht offen auf dem Arbeitstisch oder in Schubladen. Sie werden stattdessen für jeden Patienten individuell aus einer versiegelten Sterilgutverpackung entnommen. Diese Klarsichtbeutel sind mit einem Indikatorfeld versehen, das durch einen Farbwechsel bestätigt, dass die thermische Sterilisation im Autoklaven erfolgreich verlaufen ist. Das Öffnen dieser Verpackung erfolgt erst unmittelbar vor Behandlungsbeginn vor den Augen des Patienten.

Auch das Erscheinungsbild der Behandlungsstation gibt Aufschluss über den Hygienestatus. Die Oberflächen des Behandlungsstuhls, der Fußstütze und der Arbeitsflächen müssen frei von Staub, Hautschuppen oder sichtbaren Rückständen vorheriger Behandlungen sein. Ein professionelles Behandlungsteam führt nach jedem Patienten eine Wischdesinfektion der potenziell kontaminierten Flächen durch. Hierbei kommen Flächendesinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit zum Einsatz. Die notwendige Einwirkzeit des Desinfektionsmittels wird strikt eingehalten, bevor der nächste Patient im Behandlungsstuhl Platz nimmt.

Ein weiteres sichtbares Zeichen für gelebten Infektionsschutz ist die persönliche Schutzausrüstung des podologischen Personals. Vor jeder Behandlung erfolgt eine hygienische Händedesinfektion nach den Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Das Personal trägt bei jeder Behandlung Einmalhandschuhe aus Nitril oder Latex, die unmittelbar nach Abschluss der Maßnahmen entsorgt werden. Bei staubintensiven Arbeiten wie dem Abfräsen mykotischer Nägel gehören zudem ein festsitzender Mund-Nasen-Schutz der Schutzklasse FFP2 sowie eine Schutzbrille zur Standardausrüstung, um die Schleimhäute vor Mikrosplittern und Aerosolen zu schützen.

Das Vorhandensein moderner Absaugtechnik lässt sich leicht anhand der Geräuschentwicklung und der Bauart der Behandlungsgeräte feststellen. Professionelle Podologiegeräte verfügen über integrierte Absaugsysteme direkt an der Handstückspitze. Alternativ kommen Nasssprühtechniken zum Einsatz, bei denen ein feiner Wassernebel den Schleifstaub sofort bindet. Fehlt eine solche Vorrichtung vollkommen und sammelt sich während des Schleifvorgangs eine dichte Staubschicht auf der Haut des Patienten und der Kleidung des Therapeuten, entspricht dies nicht den heutigen Standards einer medizinischen Fußbehandlung.

Ursachen im Alltag

Hygieneversäumnisse in Behandlungseinrichtungen entstehen selten aus mutwilliger Vernachlässigung, sondern häufig durch Wissenslücken, ökonomischen Druck oder veraltete Routinen. In unzureichend geschulten Betrieben wird nicht selten auf den Kauf teurer Reinigungs- und Desinfektionsgeräte verzichtet. Die manuelle Reinigung von Instrumenten im Waschbecken birgt jedoch erhebliche Fehlermöglichkeiten. Durch unsachgemäßes Schrubben mit Bürsten entstehen Spritzschatten, in denen Erreger überleben. Zudem besteht für das Personal ein hohes Risiko von Schnitt- und Stichverletzungen, was zu einer Erregerübertragung führen kann.

Ein häufig anzutreffender Fehler ist die Verwechslung von Desinfektion und Sterilisation. In manchen Kosmetikstudios oder nicht-podologischen Fußpflegepraxen werden Zangen und Fräser nach dem Gebrauch lediglich in ein Ultraschallbad oder in eine Desinfektionslösung eingelegt und anschließend direkt wieder verwendet. Eine flüssige chemische Desinfektion tötet zwar viele vegetative Bakterien ab, erreicht jedoch keine absolute Keimfreiheit. Insbesondere widerstandsfähige Virenhüllen und bakterielle Endosporen überstehen diesen Prozess. Werden solche unvollständig aufbereiteten Werkzeuge bei einem Patienten mit Nagelfalzentzündung oder kleinen Hautrissen eingesetzt, kommt es zur direkten Keimverschleppung.

Auch bei der Nutzung von rotierenden Instrumenten wie Diamantschleifern oder Hartmetallfräsern geschehen im Praxisalltag Systemfehler. Diese Aufsätze besitzen komplexe Geometrien mit feinen Rillen und Poren. Werden diese Fräser nach der Nutzung nicht in einem speziellen Ultraschallbad mit geeigneten Enzymreiniger-Lösungen gereinigt, verbleiben organische Gewebereste in den Zahnungen. Diese Proteine brennen während einer nachfolgenden thermischen Behandlung ein und bilden eine Schutzschicht für darunterliegende Keime. Eine vollständige Entkeimung wird dadurch unmöglich.

Ein Unterschätzen der Aerosolbelastung führt ebenfalls zu hygienischen Schwachstellen. Wird beim trockenen Schleifen auf eine punktgenaue Absaugung verzichtet, steigt die Partikelkonzentration in der Raumluft drastisch an. Ein Fallbeispiel aus der Praxis zeigt die Tragweite: In einem unzureichend belüfteten Behandlungsraum ohne Absaugung atmete ein Asthmapatient die Pilzsporen eines vorherigen Patienten ein, was zu einer exogenen bronchialen Reizung führte. Erst der konsequente Einsatz von Feinstaubfiltern der Klasse HEPA H14 in der Absauganlage kann solche Schwebstoffe zuverlässig aus der Luft filtern.

Wann ärztliche Abklärung nötig ist

Nicht jede Hautreizung nach einer Fußbehandlung ist auf einen Hygiene-Mangel zurückzuführen, doch bestimmte Symptome erfordern eine umgehende medizinische Begutachtung durch einen Facharzt für Dermatologie oder Allgemeinmedizin. Wenn innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach einer podologischen Intervention lokale Entzündungszeichen auftreten, muss eine bakterielle Infektion in Betracht gezogen werden. Zu den klassischen Entzündungszeichen gehören eine zunehmende, scharf begrenzte Rötung (Rubor), eine spürbare Überwärmung des Gewebes (Calor), eine Schwellung (Tumor) sowie klopfende oder stechende Schmerzen (Dolor).

Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn sich im Bereich des Nagelwalls oder der Sohle eitrige Sekretionen bilden. Gelbliche oder grünliche Flüssigkeitsansammlungen deuten auf eine Besiedlung mit Staphylokokken oder Pseudomonaden hin. Ein Abszess im Bereich des Endglieds einer Zehe erfordert meist eine chirurgische Eröffnung oder die Einnahme von Systemantibiotika, um ein Fortschreiten auf die Knochenstruktur (Osteomyelitis) zu verhindern. Auch das Auftreten roter Streifen, die sich von der Fußregion in Richtung der Leiste ausbreiten, ist ein Alarmzeichen für eine Lymphangitis, die umgehend ärztlich behandelt werden muss.

Risikogruppen wie Menschen mit Diabetes mellitus, peripherer arterieller Verschlusserkrankung (pAVK) oder Polyneuropathie müssen bei kleinsten Hautschäden besonders wachsam sein. Durch die reduzierte Schmerzwahrnehmung und die verschlechterte Gewebedurchblutung heilen Läsionen bei diesen Patienten schlecht ab. Ein unbehandeltes Trauma kann sich rasch zu einem diabetischen Fußulcus entwickeln. Wenn Unwohlsein, Schüttelfrost oder Fieber hinzukommen, liegt eine systemische Infektionsreaktion vor. In diesen Fällen ist der Weg in eine Notaufnahme oder eine spezialisierte Fußambulanz unverzüglich anzutreten.

Was die podologische Behandlung leisten kann

Eine qualifizierte podologische Praxis begegnet diesen Risiken durch ein lückenloses, validiertes Hygienemanagement, das weit über die rein sichtbare Sauberkeit hinausgeht. Der Instrumentenkreislauf folgt einem strengen Protokoll, das jeden Einzelschritt nachvollziehbar macht. Nach der Behandlung werden alle gebrauchten Instrumente in geschlossenen Behältern in den separaten Aufbereitungsraum transportiert. Dort erfolgt zunächst die maschinelle oder ultraschallgestützte Reinigung und Desinfektion. Ein Thermodesinfektor (RDG) spült die Instrumente bei definierten Temperaturen und chemischen Konzentrationen, um Proteine zu lösen und Keime inaktivieren.

Nach der Trocknung und optischen Kontrolle unter einer Lupe werden die Instrumentensets verpackt. Sie werden in spezielle Sterilisationsfolien eingeschweißt, die für Wasserdampf durchlässig, aber nach dem Abkühlen keimdicht verschlossen sind. Anschließend erfolgt die Sterilisation in einem Autoklaven der Klasse B. Dieser fraktionierte Vorvakuum-Sterilisator entzieht der Kammer mehrfach die Luft, sodass der heiße Wasserdampf selbst in kleinste Hohlräume der Zangen und Gelenke eindringt. Bei einer Temperatur von 134 Grad Celsius und einem Druck von ca. 2,1 bar werden die Medizinprodukte über eine festgelegte Haltezeit behandelt.

Jeder Sterilisationsdurchgang wird elektronisch aufgezeichnet. Druck, Temperatur und Zeit werden digital gespeichert und der jeweiligen Charge zugeordnet. Auf die Verpackung gedruckte Barcodes ermöglichen es, bei jedem Patienten rückwirkend zu dokumentieren, mit welchem genau nachverfolgbaren Instrumentenset die Behandlung durchgeführt wurde. Diese lückenlose Rückverfolgbarkeit garantiert dem Patienten ein Höchstmaß an Sicherheit. Ein Einblick in unsere Praxis zeigt, wie diese technischen Systeme im Alltag integriert sind.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die Absaug- und Frästechnik. Moderne Podologiegeräte arbeiten mit Hochleistungsabsaugungen, deren Filterstufen Mikropartikel bis in den Submikrometerbereich zurückhalten. Alternativ bietet die Nasssprühtechnik den Vorteil, dass das abgefräste Material durch einen feinen Wasser-Alkohol-Nebel unmittelbar an der Entstehungsstelle gebunden wird. Dadurch wird das Austreten von Aerosolen in die Raumluft nahezu vollständig unterbunden. Behandlungszeiten bewegen sich typischerweise zwischen 30 und 45 Minuten, in denen alle Hygieneschritte präzise aufeinander abgestimmt sind.

Die Behandlungsintervalle richten sich nach dem individuellen Befund und dem Risikoprofil des Patienten. Bei Diabetikern oder Patienten mit Neigung zu eingewachsenen Nägeln wird meist ein Rhythmus von vier bis sechs Wochen empfohlen. In diesem Zeitraum lässt sich das Nachwachsen der Nägel kontrollieren, ohne dass übermäßige Verhornungen entstehen. Die Aufbereitung der Behandlungsräume zwischen den einzelnen Patienten nimmt feste Zeitfenster in Anspruch, die im Praxisablauf fest eingeplant sind.

Was Sie selbst tun können

Als Patient haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihre eigene Infektionssicherheit zu erhöhen und den Erfolg der podologischen Behandlung zu unterstützen. Ein aufmerksamer Blick auf die Umgebung und ein offenes Gespräch mit dem Praxispersonal helfen, Vertrauen aufzubauen und Bedenken auszuräumen.

Folgende Schritte unterstützen Sie dabei, Hygiene im Alltag und bei Behandlungsterminen richtig einzuschätzen:

  • Achten Sie vor Behandlungsbeginn darauf, ob das Instrumentenset aus einer verschweißten Folie entnommen wird und prüfen Sie das Indikatorfeld auf eine dunkle Verfärbung.
  • Beobachten Sie, ob die Therapeutin oder der Therapeut vor dem Anziehen der Einmalhandschuhe eine hygienische Händedesinfektion durchführt.
  • Waschen Sie Ihre Füße zu Hause regelmäßig mit einer milden, rückfettenden Waschlotion und trocknen Sie insbesondere die Zehenzwischenräume gründlich ab.
  • Wechseln Sie Handtücher und Strümpfe täglich und waschen Sie diese bei mindestens 60 Grad Celsius, um Pilzsporen zuverlässig abzutöten.
  • Desinfizieren Sie Ihre Schuhe regelmäßig mit einem geeigneten Schuhdesinfektionsmittel, um ein Überleben von Sporen im Schuhinnenraum zu verhindern.

Sollten Sie Unsicherheiten bezüglich der Hygieneabläufe verspüren, zögern Sie nicht, das Praxisteam direkt darauf anzusprechen. Eine professionell geführte Fachpraxis wird Ihnen die installierten Schutzmaßnahmen und den Sterilisationskreislauf jederzeit gerne erklären.

Häufige Fehler

In der Praxis zeigen sich immer wieder typische Fehlverhaltensweisen, die das Risiko von Infektionen an den Füßen erhöhen oder die hygienischen Bemühungen der Podologin zunichte machen. Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass optische Sauberkeit mit Keimfreiheit gleichzusetzen sei. Ein Instrument kann metallisch glänzen und dennoch Millionen unsichtbarer Sporen an seiner Oberfläche tragen.

Zu den häufigsten Fehlern im Patientensystem gehören:

  • Die Verwendung von eigenen, unsterilisierten Knipsern oder Feilen an bereits infizierten Arealen, wodurch Erreger auf gesunde Zehen übertragen werden.
  • Das Barfußlaufen in Behandlungsräumen, Umkleiden oder Sanitärbereichen, was eine direkte Aufnahme von Verruca-Viren begünstigt.
  • Das aggressive Schneiden der Nagelfälze mit spitzen Scheren, was zu Mikroläsionen führt und Bakterien den Weg in das Gewebe ebnet.
  • Die Anwendung von aggressiven Hornhauthobeln zu Hause, die oft tiefe Hautschichten verletzen und Infektionspforten schaffen.
  • Das Vernachlässigen von Kontrollterminen, wodurch anhaltende Entzündungen erst spät erkannt und behandelt werden.

Ein weiteres Problem liegt in der Verwechslung von rein kosmetischen Pediküreangeboten mit einer medizinischen Podologie. Während bei der Kosmetik primär das optische Erscheinungsbild im Vordergrund steht und oft mit wiederverwendbaren, nicht sterilisierten Feilen gearbeitet wird, unterliegt die Podologie als Heilberuf den strengen Richtlinien des Medizinproduktegesetzes. Wer geschädigte Nägel oder ein diabetisches Fußsyndrom aufweist, sollte sich ausschließlich in staatlich anerkannten Fachpraxen behandeln lassen.

Studienlage und Einordnung

Die wissenschaftliche Evidenz bezüglich der Relevanz strenger Hygienerichtlinien in der Podologie ist eindeutig. Studien zur mikrobiellen Kontamination von Praxiseinrichtungen zeigen, dass ohne adäquate Absaugung und Wischdesinfektion signifikante Mengen von Trichophyton rubrum sowie Staphylokokken auf Oberflächen im Umkreis von bis zu zwei Metern um den Behandlungsstuhl nachgewiesen werden können [1]. Die Untersuchung von Aerosolen während des Abfräsens von Onychomykose-Nägeln bestätigte, dass die Sporenbelastung in der Raumluft ohne lokale Absaugsysteme um das Vielfache ansteigt [2].

Arbeiten zur Wirksamkeit von Sterilisationsverfahren belegen zudem, dass nur thermische Verfahren im Dampfsterilisator (Autoklav Klasse B) eine sichere Abtötung von hochresistenten bakteriellen Endosporen wie Bacillus atrophaeus gewährleisten [3]. Chemische Tauchbäder oder Heißluftsterilisatoren älterer Bauart weisen bei komplex geformten Gelenkinstrumenten häufig Unsicherheiten bei der Hitzedurchdringung auf. Die KRINKO-Empfehlungen betonen daher die Notwendigkeit von validierten, maschinellen Aufbereitungsprozessen, um das Risiko iatrogener Infektionen in medizinischen Fußbehandlungseinrichtungen auf nahezu null zu senken [4].

Untersuchungen zur Patientensicherheit unterstreichen, dass insbesondere Patienten mit diabetischer Neuropathie von diesen Standards profitieren. Durch das Fehlen von Schmerzreizen bleiben kleinste Gewebeschädigungen oft unbemerkt. Tritt hierbei ein Erreger durch unzureichend aufbereitetes Werkzeug ein, erhöht sich das Risiko für schwere Gewebekomplikationen um ein Vielfaches. Die Einhaltung strikter Infektionsschutzstandards ist somit ein unverzichtbarer Bestandteil der präventiven Medizin.

Behandlung in Memmingen

In unserer Praxis in Memmingen legen wir höchsten Wert auf Transparenz und absolute Einhaltung der gesetzlichen Hygienevorschriften. Als erfahrene Podologin und sektorale Heilpraktikerin führt Helga Maria Freitag ein Team, das den gesamten Instrumentenkreislauf digital überwacht und lückenlos dokumentiert. Von der maschinellen Reinigung bis hin zur Sterilisation im Klasse-B-Autoklaven entspricht jeder Schritt den aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.

Unsere Praxisräume in der Kempterstr. 25 in 87700 Memmingen sind mit modernsten Absauganlagen und ergonomischen Behandlungsstühlen ausgestattet. Wir versorgen Patienten aus dem gesamten Stadtgebiet Memmingen sowie dem Umland im Unterallgäu, Allgäu und Oberschwaben. Wenn Sie Fragen zu unseren Hygienestandards haben oder Informationen zu unseren fundierten Leistungen wünschen, stehen wir Ihnen telefonisch unter 089 15880714 oder persönlich zur Verfügung. Wir laden Sie ein, sich selbst von unserer Qualität zu überzeugen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass die Instrumente wirklich steril sind?

Sterile Instrumente werden vor Ihren Augen aus einer verschweißten Klarsichtfolie entnommen. Auf dieser Verpackung befindet sich ein Indikatorfeld, das durch einen deutlichen Farbwechsel bestätigt, dass der Sterilisationsprozess im Autoklaven erfolgreich verlaufen ist. Zudem sind die Beutel mit einem Gedruckten Haltbarkeitsdatum und einer Chargennummer versehen.

Warum reicht eine normale Desinfektion der Instrumente nicht aus?

Eine flüssige Desinfektion tötet zwar viele Bakterien und Pilze ab, erreicht aber keine vollständige Keimfreiheit. Widerstandsfähige Bakteriensporen und bestimmte Viren können eine einfache Desinfektion überleben. Da podologische Werkzeuge mit Haut und Nagelfalzen in Berührung kommen, ist bei invasiven Arbeiten eine Sterilisation im Dampfsterilisator gesetzlich vorgeschrieben.

Ist der Staub beim Abfräsen der Nägel gefährlich?

Der Schleifstaub kann Pilzsporen, Bakterien und kleinste Hautpartikel enthalten. Ohne Schutzmaßnahmen kann dieser Feinstaub eingeatmet werden oder sich im Raum ablagern. In einer professionellen Praxis wird der Staub deshalb direkt am Handstück durch ein leistungsstarkes Absaugsystem mit HEPA-Filter aufgesaugt oder durch einen feinen Sprühnebel gebunden.

Wie oft müssen Behandlungsflächen desinfiziert werden?

Die Wischdesinfektion aller kontaminationsgefährdeten Flächen wie Behandlungsstuhl, Armlehnen, Fußstütze und Arbeitsflächen erfolgt nach jedem einzelnen Patienten. Zum Einsatz kommen VAH-gelistete Flächendesinfektionsmittel, deren vorgeschriebene Einwirkzeit exakt eingehalten wird, bevor der nächste Patient Platz nimmt.

Was unterscheidet die Hygiene in der Podologie von einer normalen Fußpflege?

Die medizinische Podologie unterliegt als Heilberuf den strengen Vorgaben des Medizinproduktegesetzes und den RKI-Richtlinien. Instrumente müssen einen zertifizierten Sterilisationskreislauf inklusive digitaler Dokumentation durchlaufen. In der kosmetischen Fußpflege fehlen diese gesetzlich überprüften Sterilisationspflichten häufig, was das Infektionsrisiko erhöht.

Quellen und weiterführende Literatur

Die folgenden Arbeiten und Leitlinien bilden die Grundlage der beschriebenen Einordnung. Sie beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine garantierte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Hygiene in der Podologie Definiert die rechtlichen und fachlichen Anforderungen an die Aufbereitung von Medizinprodukten in podologischen Praxen.
  2. [2] Aerosol formation and contamination risk during podiatric rotary instrument use Untersucht die Ausbreitung von Pilzsporen und Bakterien durch Raumluftaerosole beim Abfräsen von mykotischen Nägeln.
  3. [3] Efficacy of Class B steam sterilization cycles for hollow and porous podiatric instruments Belegt die Notwendigkeit des fraktionierten Vorvakuums zur vollständigen Entkeimung komplexer podologischer Werkzeuge.
  4. [4] Microbial flora of the human foot and cross-infection risks in medical foot care Analysiert das Erregerspektrum auf der menschlichen Fußhaut und Wege der Keimübertragung bei unzureichenden Schutzmaßnahmen.

Persönliche Beratung in Memmingen

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. In der Praxis in der Kempterstr. 25, 87700 Memmingen sehen wir uns Ihre Füße in Ruhe an und besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.

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Wir behandeln Patientinnen und Patienten aus der ganzen Region rund um Memmingen – auf Wunsch auch als Hausbesuch.

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So zitieren Sie diesen Artikel

Helga Maria Freitag (2026): Hygiene in der podologischen Praxis: Woran Sie eine gute Praxis erkennen. FREITAG® Podologie GmbH, Memmingen. Online: https://freitag-podologie.de/ratgeber/hygiene-in-der-podologie

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie dieser Beitrag entstanden ist, lesen Sie in unseren redaktionellen Grundsätzen.