Neueröffnung der Podologie-Praxis geplant: 30.11.2026

Praxis

Der podologische Befund: Wie Inspektion, Sensibilitätstest und Gefäßstatus Ihre Fußgesundheit sichern

Ein professioneller podologischer Befund erfasst Haut, Nägel, Nervenfunktion und Durchblutung systematisch. Er bildet die unverzichtbare Grundlage für jede gezielte podologische Therapie.

Podologische Sensibilitätsprüfung der Fußsohle mit einem Monofilament in einer modernen Praxis
Der podologische Befund: Wie Inspektion, Sensibilitätstest und Gefäßstatus Ihre Fußgesundheit sichern. Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person und keine dokumentarische Behandlungssituation. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO / AI Act).
Helga Maria Freitag, podiatrist in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie. Redaktionelle Grundsätze.

Veröffentlicht: 16. August 2026 · zuletzt geprüft: 16. August 2026 · Lesezeit etwa 12 Minuten

Was dahintersteckt

Der Fuß ist ein komplexes Bewegungsorgan, bestehend aus 26 Knochen, 33 Gelenken und über 100 Ligamenten sowie Muskeln. Es wird über ein dichtes Netz von Blutgefäßen versorgt und von Verzweigungen des Nervus tibialis sowie des Nervus fibularis innerviert. Eine podologische Ersterhebung erfasst die funktionelle und strukturelle Integrität dieses Gefüges. Bei einem podologischen Befund handelt es sich um eine systematische, wissenschaftlich fundierte Zustandsanalyse der unteren Extremität, die dermatologische, neurologische, vaskuläre und biomechanische Parameter zusammenführt.

Die medizinische Befunderhebung unterscheidet sich grundlegend von einer rein kosmetischen Begutachtung. In der Podologie kommen standardisierte Messverfahren und Dokumentationssysteme zum Einsatz. Ziel ist die Erstellung einer exakten Befunddokumentation, die Veränderungen im Zeitverlauf messbar macht. Fachbegriffe wie Hyperkeratose für übermäßige Hornhautbildung, Onychomykose für Nagelpilzbefall oder Trophik für den Ernährungszustand des Gewebes beschreiben die beobachteten Phänomene präzise.

Ein typisches Fallbeispiel verdeutlicht den klinischen Nutzen dieser Vorgehensweise. Ein 62-jähriger Patient mit seit zehn Jahren bekanntem Diabetes mellitus Typ 2 stellt sich zur Erstbehandlung vor. Subjektiv zeigt er sich beschwerdefrei und berichtet lediglich über eine mäßige Verhornung an der Ferse. Bei der standardisierten Prüfung der Sensibilität mittels Monofilament offenbart sich jedoch ein vollständiger Schutzverlust an beiden Ballenregionen. In der Hautfalte unter dem dritten Zeh findet sich zudem eine reizlose, tiefreichende Rhagade, die vom Patienten aufgrund der neuropathybedingten Schmerzfreiheit nicht bemerkt wurde. Ohne die strukturierte Befunderhebung wäre diese Eintrittspforte für pathogene Keime unentdeckt geblieben.

Die Unterteilung des Befunds gliedert sich klassisch in vier Säulen. Die Anamnese erfasst die Krankengeschichte, Medikation und subjektive Beschwerden. Die Inspektion bewertet das visuelle Erscheinungsbild von Haut, Nägeln und Fußstatik. Die Palpation prüft Temperatur, Gewebespannung und Fußpulse. Die Funktions- und Sensibilitätsprüfung schließt die neurologische sowie biomechanische Diagnostik ab.

Typische Anzeichen

Subjektive Empfindungen von Patientinnen und Patienten weichen oft erheblich von den objektiven Befunden ab. Während manche Personen ein starkes Kribbeln oder Ameisenlaufen schildern, zeigen die Messinstrumente noch intakte Nervenleitbahnen. Umgekehrt führt ein fortgeschrittener Nervenschaden häufig dazu, dass Betroffene selbst gravierende Gewebeläsionen vollkommen schmerzfrei wahrnehmen.

Bei der visuellen Inspektion offenbaren sich stumme Warnzeichen der Haut und der Nägel. Eine Blässe der Haut im Stehen, die bei Lagerung der Beine rasch in eine Rötung umschlägt, deutet auf Durchblutungsstörungen hin. Eine pergamentartige, glänzende Hautstruktur mit fehlender Behaarung am Unterschenkel weist auf eine unzureichende arterielle Versorgung hin. Verdickte, bräunlich oder gelblich verfärbte Nagelplatten, die bröckelig zerfallen, sprechen für eine Onychomykose oder dystrophische Veränderungen durch chronischen Druck.

Veränderungen der Nervenfunktion kündigen sich durch spezifische Muster an. Die Minderung des Vibrationsempfindens ist oft das erste Zeichen einer distalen symmetrischen Polyneuropathie. Betroffene bemerken, dass sie das Schnurren einer Stimmgabel an den Knöcheln oder am Großzehengrundgelenk nicht mehr adäquat wahrnehmen. Später folgt der Verlust des Schmerz- und Temperaturempfindens, was das Risiko für unbemerkte thermische und mechanische Verletzungen drastisch erhöht.

Die Abgrenzung verschiedener Krankheitsbilder erfordert Erfahrung. Ein schmerzhafter Druckpunkt am Ballen kann durch ein einfaches Hühnerauge, ein Clavus, verursacht sein. Er kann jedoch auch auf eine Fehlbelastung durch einen Hallux valgus oder ein Metatarsalgie-Syndrom zurückgehen. Ischämische Schmerzen infolge einer arteriellen Verschlusskrankheit treten bevorzugt bei Belastung oder beim Hochlegen der Beine auf, während neuropathische Schmerzen klassischerweise in Ruhe und während der Nachtstunden an Intensität zunehmen.

Ursachen im Alltag

Die Ursachen für auffällige podologische Befunde sind vielfältig und resultieren oft aus dem Zusammenwirken von inneren Erkrankungen und äußeren Einflüssen. Ein zentraler Faktor im Alltag ist unpassendes Schuhwerk. Zu enge, zu kurze oder nicht atmungsaktive Schuhe erzeugen kontinuierliche Druck- und Scherkräfte. Dies führt nicht nur zu reaktiver Hornhautbildung, sondern begünstigt auch Fehlstellungen wie Krallen- oder Hammerzehen.

Haut- und Nagelveränderungen werden häufig durch ein feucht-warmes Mikroklima im Schuh gefördert. Synthetische Strumpfmaterialien und unzureichende Belüftung bieten idealen Nährboden für dermatopathogene Pilze wie Dermatophyten. Zudem führt eine falsche Nagelpflege, etwa das runde Schneiden der Nagelränder tief in den Falz, regelmäßig zu eingewachsenen Nägeln mit schmerzhaften Entzündungsreaktionen.

Systemische Stoffwechselerkrankungen stellen die gravierendste innere Ursache dar. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt über komplexe biochemische Pfade sowohl die kleinen Blutgefäße, was als Mikroangiopathie bezeichnet wird, als auch die zuführenden Nervenfasern. Bei rheumatischen Erkrankungen führen chronische Entzündungsprozesse in den Gelenken zu Subluxationen der Zehengelenke, was die Druckverteilung auf die Fußsohle extrem verändert.

Auch altersbedingte Gewebeveränderungen hinterlassen spürbare Spuren. Das plantare Fettpolster, das unter den Metatarsalköpfchen als natürlicher Stoßdämpfer dient, atrophiert im Laufe des Lebens. Dadurch erhöht sich der punktuelle Druck auf das Gewebe unter den Knochenstrukturen bei jedem Schritt deutlich. Dies begünstigt schmerzhafte Schwielenbildungen und tiefliegende Verhornungen.

Wann ärztliche Abklärung nötig ist

Ein podologischer Befund dient der Risikoeinschätzung und der verfeinerten Verlaufskontrolle. Er ersetzt jedoch keineswegs die ärztliche Diagnostik. Sobald bei der Befunderhebung Anzeichen für akute oder fortschreitende Pathologien zu Tage treten, ist eine unverzügliche Überweisung an den behandelnden Hausarzt, einen Diabetologen, Dermatologen oder Phlebologen erforderlich.

Folgende Warnzeichen erfordern eine rasche medizinische Evaluation:

  • Fehlende Fußpulse an der Arteria dorsalis pedis oder Arteria tibialis posterior in Kombination mit kalter, blasser Haut.
  • Offene Gewebedefekte, Ulzerationen oder tiefgreifende Risse, insbesondere bei Personen mit Diabetes mellitus.
  • Zeichen einer akuten Infektion wie lokal erhöhte Überwärmung, flächige Rötung, Schwellung, Eiterbildung oder klopfender Schmerz.
  • Plötzliche Schwarzfärbung von Gewebearealen an den Zehenkuppen oder im Nagelbereich, was auf Gewebenekrosen hinweist.
  • Verdacht auf einen Charcot-Fuß, gekennzeichnet durch einen überwärmten, geschwollenen, meist schmerzarmen Fuß ohne vorangegangenes adäquates Trauma.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist hierbei der Schlüssel zur Patientensicherheit. Die Podologin erkennt aufgrund der regelmäßigen Untersuchungsintervalle feine Abweichungen vom Ausgangsbefund oft früher als die Betroffenen selbst. Ein schriftlicher Befundbericht erleichtert dem Arzt die Einordnung der Befunde und beschleunigt die Einleitung notwendiger therapeutischer Schritte.

Was die podologische Behandlung leisten kann

Die Erhebung des Erstbefunds in der Praxis erfordert Zeit, Ruhe und spezielle diagnostische Werkzeuge. Bei einem Termin zur Befunderhebung durchläuft der Patient ein strukturiertes Prüfprotokoll, das sämtliche relevanten Parameter systematisch erfasst. Wer sich über das gesamte Behandlungsspektrum informieren möchte, findet Details auf der Seite /leistungen.

Die vaskuläre Untersuchung beginnt mit der Messung der Hauttemperatur im Seitenvergleich. Anschließend erfolgt die Palpation der arteriellen Impulse. Hierbei ertastet die Podologin die Arteria dorsalis pedis auf dem Fußrücken sowie die Arteria tibialis posterior hinter dem Innenknöchel. Zur Beurteilung der kapillären Füllung wird der Rekapillarisierungstest durchgeführt: Nach kurzem manuellem Druck auf die Zehenbeere muss die durch Blässe gekennzeichnete Stelle innerhalb von zwei Sekunden wieder ihre normale rosige Farbe annehmen. Verzögerungen deuten auf Mikro- oder Makrozirkulationsstörungen hin.

Für die Neurologie kommen drei etablierte Prüfgeräte zum Einsatz. Das Semmes-Weinstein-Monofilament, ein kalibrierter Kunststofffaden, wird rechtwinklig auf definierte Hautpunkte an der Fußsohle aufgesetzt, bis er sich biegt. Damit wird eine Kraft von exakt 10 Gramm ausgeübt. Kann der Patient diese Berührung bei geschlossenen Augen an mehr als zwei Punkten nicht spüren, liegt ein Verlust der schützenden Sensibilität vor. Mit der 128-Hz-Stimmgabel nach Rydel-Seiffer wird das Vibrationsempfinden an knöchernen Vorsprüngen getestet. Werte unter 5 von 8 auf der Skala gelten als auffällig. Die Thermosensibilität wird mit dem Tip-Therm-Stift geprüft, der eine kalte Metallseite und eine wärmere Kunststoffseite besitzt.

BefundkategorieUntersuchungsmethode / InstrumentNormwert / Unauffälliger Befund
Vaskulärer StatusPalpation A. dorsalis pedis & A. tibialis posteriorPulse beidseits kräftig und rhythmisch tastbar
Kapillare ReperfusionRekapillarisierungszeit nach FingerdruckRückfärbung der Haut innerhalb von max. 2 Sekunden
Taktile SensibilitätSemmes-Weinstein-Monofilament (10 Gramm)Berührung an allen Testpunkten plantar spürbar
VibrationsempfindenStimmgabel nach Rydel-Seiffer (128 Hz)Empfinden $\ge 5/8$ an den Knöcheln / Großzehengelenk
ThermosensibilitätTip-Therm-Teststift (Metall / Kunststoff)Sichere Unterscheidung zwischen warm und kalt

Die dermatologische Inspektion nutzt Lupenleuchten und sterile Einmal-Sonden, um Nagelpfalze auf Verhornungen, Exsudat oder Verstopfungen hin zu prüfen. Ergänzend wird das Gangbild analysiert und die Abnutzung des mitgebrachten Schuhwerks begutachtet. Ungleichmäßige Abriebmuster an den Laufsohlen geben wertvolle Hinweise auf Fußfehlstellungen wie einen Knick-Senkfuß oder eine Suppinationstendenz.

Sämtliche Daten fließen in eine Karteikarte oder digitale Behandlungssoftware ein. Diese lückenlose Dokumentation ist aus rechtlichen Gründen sowie für die Qualitätssicherung unerlässlich. Eine transparente Darstellung des Rahmens bezüglich der Kosten findet sich unter /preise. Die Befunderhebung nimmt bei Erstkontakt etwa 30 bis 45 Minuten in Anspruch. Re-Evaluationen werden bei Risikopatienten alle vier bis acht Wochen, bei unauffälligen Füßen mindestens einmal jährlich durchgeführt.

Auf Basis der erhobenen Befunde legt die Podologin den individuellen Behandlungsplan fest. Werden beispielsweise erhebliche Druckspitzen festgestellt, können maßgefertigte Orthosen aus medizinischem Silikon gefertigt werden. Bei eingewachsenen Nägeln bietet die Nagelspangentechnik eine effektive Möglichkeit zur Korrektur, ohne dass ein chirurgischer Eingriff notwendig wird. Auch spezialisierte Verfahren wie die lokale Kältetherapie bei hartnäckigen Verhornungen oder Hautveränderungen basieren exakt auf dieser Eingangsanalyse. Informationen zur Praxisphilosophie bietet die Rubrik /praxis.

Was Sie selbst tun können

Patientinnen und Patienten können die Befunderhebung durch eine strukturierte Eigenkontrolle zu Hause wirksam unterstützen. Insbesondere Personen mit reduzierter Schmerzwahrnehmung sollten die tägliche Inspektion fester Bestandteil ihrer Morgen- oder Abendroutine machen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die häusliche Fußkontrolle lässt sich unkompliziert umsetzen:

  1. Richten Sie einen gut beleuchteten Platz ein. Nutzen Sie bei eingeschränkter Beweglichkeit einen Handspiegel oder legen Sie einen unzerbrechlichen Spiegel auf den Boden, um die Fußsohlen vollständig einzusehen.
  2. Prüfen Sie die Haut systematisch vom Knöchel über den Fußrücken bis zu den Zehenkuppen. Achten Sie auf Rötungen, Blasen, Einrisse, Schwellungen oder dunkle Verfärbungen.
  3. Spreizen Sie die Zehen sanft auseinander und kontrollieren Sie die Zehenzwischenräume. Feuchte, weiße Hautareale weisen auf eine Pilzinfektion oder Mazeration hin.
  4. Streichen Sie mit dem Handrücken über beide Füße, um Temperaturunterschiede wahrzunehmen. Ein deutlich wärmerer Fuß kann auf eine Entzündung hinweisen, ein eiskalter Fuß auf eine Durchblutungsstörung.
  5. Tasten Sie das Innere Ihrer Schuhe vor jedem Anziehen mit der Hand aus. Fremdkörper wie kleine Steine, umgeknickte Einlegesohlen oder herausstehende Nähte müssen entfernt werden.

Bei der Auswahl der Pflegemittel ist Zurückhaltung geboten. Fußbäder sollten maximal drei bis fünf Minuten dauern und eine Wassertemperatur von 37 Grad Celsius nicht überschreiten. Langes Baden weicht die Haut extrem auf und schädigt den natürlichen Säureschutzmantel. Zum Eincremen eignen sich urea-haltige Lotionen mit einem Harnstoffgehalt von 5 bis 10 Prozent, die der Haut Feuchtigkeit binden. Die Zehenzwischenräume müssen beim Eincremen konsequent ausgespart werden, um ein feuchtes Milieu zu vermeiden.

Textilien spielen ebenfalls eine Rolle. Strümpfe sollten aus einem hohen Anteil an Naturfasern wie Baumwolle oder Merinowolle bestehen und keine einschnürenden Bündchen oder dicken Nähte im Zehenbereich aufweisen. Das Tragen von weißen Socken erleichtert das Erkennen von Wundsekret oder Blutstropfen, die ohne Schmerzempfinden aus kleinen Verletzungen ausgetreten sein könnten.

Häufige Fehler

In der Praxis zeigten sich immer wieder dieselben typischen Pflegefehler, die zu schweren Komplikationen führen können. Der Einsatz scharfer Gegenstände im häuslichen Bereich steht an erster Stelle. Klingen, Rasierhobel, Hornhauthobel oder Nagelscheren mit spitzen Branchen verursachen bei unsachgemäßem Gebrauch häufig Mikrotraumata. Bei vorliegender Sensibilitätsstörung oder schlechter Durchblutung können aus minimalen Schnittverletzungen chronische, schlecht heilende Wunden entstehen.

Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Nutzung frei verkäuflicher Hühneraugenpflaster. Diese Produkte enthalten oft hochkonzentrierte Salicylsäure, die das verhornte Gewebe chemisch auflösen soll. Die Säure macht jedoch nicht an der Hornhaut halt, sondern dringt in das umliegende, gesunde Gewebe ein. Bei neuropathischen Füßen führt dies regelmäßig zu Verätzungen, tiefen Gewebenekrosen und Sekundärinfektionen.

Auch die Selbsteinschätzung von Temperatursignalen birgt Risiken. Viele Menschen mit kalten Füßen greifen zu Wärmflaschen, Heizkissen oder heißen Fußbädern. Wenn das Temperaturempfindungsvermögen herabgesetzt ist, wird eine drohende Verbrennung erst bemerkt, wenn bereits Blasen entstanden sind. Die Erwärmung schmerzender oder kalter Füße sollte ausschließlich passiv über warme, weiche Wollsachen erfolgen.

Das Ignorieren schleichender Symptome ist ein weiterer Fehler. Trockene, schuppende Haut an den Fersen wird oft als rein kosmetisches Problem abgetan. Entstehen aus dieser Trockenheit tiefere Risse, sogenannte Rhagaden, wird die Hautbarriere durchbrochen. Bakterien wie Streptokokken oder Staphylokokken können eindringen und ein Wundrose-Infektionsgeschehen auslösen.

Studienlage und Einordnung

Die Relevanz eines strukturierten podologischen Befunds ist durch internationale Leitlinien und klinische Studien umfassend belegt. Die Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sowie das International Working Group on the Diabetic Foot (IWGDF) fordern in ihren aktuellen Leitlinien die regelmäßige Überprüfung der Beine und Füße von Risikopatienten [1]. Untersuchungen zeigen, dass durch die Kombination von einfacher Monofilament-Prüfung und Stimmgabeltest über 90 Prozent der Patientinnen und Patienten mit einer klinisch relevanten Neuropathie verlässlich identifiziert werden können [2].

Studien zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit belegen, dass das Fehlen beider Fußpulse an einer Extremität einen sensitiven Indikator für eine relevante makroangiopathische Durchblutungsstörung darstellt [3]. Während der Anknöcheldruck-Messwert (ABI) im ärztlichen Bereich den Goldstandard bildet, ist die podologische Palpation in Verbindung mit der Prüfung der Rekapillarisierungszeit das entscheidende Erstscreening in der täglichen Praxis [4]. Fehlt der Puls der Arteria dorsalis pedis, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine stenosierende Gefäßerkrankung signifikant.

Bezüglich der dermatologischen Parameter unterstreichen Arbeiten zur Barrierefunktion der Haut, dass Mikroperforationen und unbehandelte Verhornungen unter erhöhter mechanischer Last das Ulkusrisiko um das Vier- bis Sechsfache steigern [5]. Die regelmäßige, professionelle Entfernung von Hyperkeratosen senkt nachweislich den maximalen plantaren Spitzendruck und beugt damit der Gewebeschädigung wirksam vor.

Die Evidenz verdeutlicht, dass die podologische Befunderhebung keine isolierte Maßnahme darstellt. Sie fügt sich vielmehr als präventives Element in das Gesamtkonzept der chronischen Wundprophylaxe ein. Durch die Frühdiagnostik funktioneller Defizite lassen sich kostspielige und für Betroffene belaste Gewebeschäden wirksam begrenzen.

Behandlung in Memmingen

In der Praxis FREITAG® Podologie GmbH in der Kempterstr. 25 in Memmingen bildet die gründliche Erhebung des podologischen Befunds das Fundament jeder Betreuung. Inhaberin Helga Maria Freitag ist seit Juli 2025 staatlich anerkannte Podologin und seit März 2026 als sektorale Heilpraktikerin für Podologie qualifiziert. Nähere Informationen zu diesem besonderen Qualifikationsprofil erhalten Sie unter /sektorale-heilpraktikerin.

Die Praxis betreut Patientinnen und Patienten aus Memmingen sowie dem gesamten Einzugsgebiet Unterallgäu, Allgäu und Oberschwaben. Neben der präzisen Erst- und Verlaufsdiagnostik erstreckt sich das Angebot auf alle Verfahren der modernen podologischen Therapie. Das reicht von der Entlastung schmerzhafter Druckstellen über die Nagelspangentechnik bis hin zur spezialisierten Betreuung von Risikopatienten. Strengste Maßstäbe bei Instrumentenaufbereitung und Praxishygiene sichern das Wohlbefinden bei jedem Termin. Details zu den Qualitätsstandards finden sich unter /hygiene.

Sollten Sie Veränderungen an Ihren Füßen bemerken oder eine kompetente Kontrolle wünschen, erreichen Sie die Praxis telefonisch unter 089 15880714. Direkte Anfragen oder Terminvereinbarungen sind zudem jederzeit möglich über die Seite /kontakt.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich ein podologischer Befund von einer normalen Fußpflege?

Ein podologischer Befund ist eine medizinisch-diagnostische Erhebung, die weit über das Kürzen von Nägeln hinausgeht. Es werden systematisch die Hautstruktur, die Fußpulse, die Nervenfunktion mittels Spezialinstrumenten sowie biomechanische Fehlstellungen untersucht und detailliert dokumentiert. Diese Untersuchung dient der Vorbeugung und Erkennung von Komplikationen, insbesondere bei Risikopatienten mit Diabetes oder Gefäßerkrankungen. Kosmetische Fußpfleger dürfen solche medizinischen Prüfungen und Dokumentationen in der Regel nicht durchführen.

Ist die podologische Befunderhebung schmerzhaft?

Nein, die Untersuchung verläuft vollkommen schmerzfrei und ist absolut uninvasiv. Das Austesten der Nervenfunktion mit dem Monofilament berührt die Haut nur mit sanftem Druck, ähnlich dem Tippen einer Bleistiftspitze. Das Anlegen der Stimmgabel erzeugt lediglich ein leichtes Kribbeln oder Vibrationsgefühl am Knochen. Auch das Tasten der Pulse und das Prüfen der Hauttemperatur verursachen keinerlei Schmerzen.

Wie oft sollte ein podologischer Befund wiederholt werden?

Das Intervall hängt vom persönlichen Risikoprofil ab. Bei Diabetikern oder Menschen mit neurologischen sowie vaskulären Vorerkrankungen wird der Befund mindestens alle sechs bis zwölf Monate vollständig erneuert, während Teilbereiche bei jeder Behandlung kontrolliert werden. Liegen keine Grunderkrankungen oder Sensibilitätsstörungen vor, reicht eine umfassende jährliche Re-Evaluation aus. Bei plötzlichen Haut- oder Empfindungsveränderungen erfolgt die Kontrolle unverzüglich.

Welche Instrumente werden bei der Untersuchung der Nerven verwendet?

Zur Prufung der neurologischen Status kommen drei Hauptinstrumente zum Einsatz. Das Semmes-Weinstein-Monofilament prüft mit einer definierten Biegekraft von 10 Gramm den Druck- und Berührungssinn. Die Rydel-Seiffer-Stimmgabel mit 128 Hertz misst das Vibrationsempfinden an knöchernen Punkten des Fußes. Der Tip-Therm-Stift testet mit einer kalten Metall- und einer wärmeren Kunststoffseite das Unterscheidungsvermögen für Temperaturen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die podologische Befunderhebung?

Wenn eine ärztliche Verordnung für eine podologische Komplexbehandlung vorliegt, beispielsweise bei einem diabetischen Fußsyndrom mit Nervenschaden oder Durchblutungsstörung, ist die Befunderhebung ein fester Bestandteil der Verordnung und wird von den gesetzlichen sowie privaten Krankenkassen übernommen. Selbstzahler ohne Heilmittelverordnung können den Befund im Rahmen einer privaten Behandlung als Grundlage für die fachgerechte Fußgesundheit durchführen lassen.

Quellen und weiterführende Literatur

Die folgenden Arbeiten und Leitlinien bilden die Grundlage der beschriebenen Einordnung. Sie beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine garantierte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] Schaper NC, van Netten JJ, Apelqvist J, et al. Practical guidelines on the prevention and management of diabetic foot disease (IWGDF 2019 update). Diabetes Metab Res Rev. 2020;36 Suppl 1:e3266. Internationale Leitlinie zur Prävention und Diagnostik von Fußkomplikationen bei Diabetes mellitus.
  2. [2] Boulton AJM, Armstrong DG, Albert SF, et al. Comprehensive Foot Examination and Risk Assessment: A report of the task force of the Foot Care Interest Group of the American Diabetes Association. Diabetes Care. 2008;31(8):1679-1685. Standardwerk zur klinischen Durchfuehrung des podologischen und neurologischen Fußscreenings.
  3. [3] Lawall H, Huppert P, Espinola-Klein C, Lawall H. S3-Leitlinie periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), Diagnostik, Therapie und Nachsorge. AWMF-Register Nr. 065-003. 2015. Deutsche S3-Leitlinie zur Befunderhebung der arteriellen Durchblutung und Pulsdiagnostik.
  4. [4] Spraul M, Schöning A. Das diabetische Fußsyndrom: Diagnostik und Therapieoptionen. Der Diabetologe. 2018;14(5):341-351. Übersichtsarbeit zur Relevanz von Sensibilitätsprüfungen und frühzeitiger Befundung in der Praxis.
  5. [5] Nicoletti G, Faga A, Klinger M. Clinical evaluation of cutaneous lesions in high-risk patients. J Wound Care. 2017;26(4):182-189. Studie zur Validierung von dermatologischer Inspektion und Früherkennung von Gewebeläsionen.

Persönliche Beratung in Memmingen

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. In der Praxis in der Kempterstr. 25, 87700 Memmingen sehen wir uns Ihre Füße in Ruhe an und besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.

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Wir behandeln Patientinnen und Patienten aus der ganzen Region rund um Memmingen – auf Wunsch auch als Hausbesuch.

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So zitieren Sie diesen Artikel

Helga Maria Freitag (2026): Der podologische Befund: Wie Inspektion, Sensibilitätstest und Gefäßstatus Ihre Fußgesundheit sichern. FREITAG® Podologie GmbH, Memmingen. Online: https://freitag-podologie.de/ratgeber/fussuntersuchung-befund

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie dieser Beitrag entstanden ist, lesen Sie in unseren redaktionellen Grundsätzen.