Neueröffnung der Podologie-Praxis geplant: 30.11.2026

Erkrankungen

Rheuma und Füße: Deformitäten frühzeitig entlasten und Gelenke schützen

Schmerzen im Vorfuß und veränderte Zehenstellungen sind häufige Folgen rheumatologischer Erkrankungen. Eine fachgerechte podologische Entlastung bewahrt die Gehfähigkeit und beugt chronischen Wunden vor.

Professionelle Untersuchung und schonende Entlastung eines rheumatisch veränderten Vorfußes in der podologischen Praxis
Rheuma und Füße: Deformitäten frühzeitig entlasten und Gelenke schützen. Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Person und keine dokumentarische Behandlungssituation. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO / AI Act).
Helga Maria Freitag, podiatrist in Memmingen

Fachlich geprüft von Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin, sektorale Heilpraktikerin für Podologie und Fachexpertin für Kryotherapie. Redaktionelle Grundsätze.

Veröffentlicht: 16. August 2026 · zuletzt geprüft: 16. August 2026 · Lesezeit etwa 11 Minuten

Was dahintersteckt

Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündlich-rheumatische Systemerkrankung des Erwachsenenalters. Sie führt zu einer chronischen Entzündung der Gelenkschleimhaut, der sogenannten Synovialitis. Im gesunden Fuß sorgt die Synovia für eine reibungsfreie Gleitfähigkeit der Knorpelflächen und versorgt diese mit Nährstoffen. Bei einer rheumatischen Erkrankung vermehren sich die Zellen der Gelenkschleimhaut unkontrolliert. Es bildet sich ein wucherndes Gewebe, das als Pannus bezeichnet wird.

Dieses Pannusgewebe setzt aggressive Enzyme wie Matrix-Metallopenidasen und entzündliche Zytokine frei. Diese Substanzen greifen den Gelenkknorpel direkt an und bauen ihn schrittweise ab. Im weiteren Verlauf dringt das entzündliche Gewebe in den darunterliegenden Knochen ein und verursacht sogenannte Randaussparungen oder Erosionen. Besonders empfindlich auf diesen Prozess reagieren die kleineren Gelenke des Fußes. Die Metatarsophalangealgelenke, kurz MTP-Gelenke, welche die Mittelfußknochen mit den Zehengliedern verbinden, sind extrem häufig betroffen.

Parallel zur knöchernen Destruktion lockert die chronische Entzündung den kapsulären und ligamentären Halteapparat. Die Bänder verlieren ihre Spannkraft. Das Zusammenspiel der Fußmuskeln gerät aus dem Gleichgewicht. Das natürliche Plantarpolster, ein Fettgewebspolster unter den Mittelfußköpfen, verschiebt sich nach vorne in Richtung der Zehen. Fachleute sprechen von einer Dislokation des Fettpolsters. Dadurch verlieren die Mittelfußköpfe ihre schützende Dämpfung. Sie drücken bei jedem Schritt direkt gegen die dünner werdende Haut und die Sohle des Schuhs.

Infolge dieser biomechanischen Verschiebungen kommt es zu typischen Fehleinstellungen. Dazu gehören der Hallux valgus, bei dem die Großzehe nach außen abweicht, sowie Hammer- und Krallenzehen. Am Mittelfuß führt der Verlust des Quergewölbes zum Spreizfuß. Im Rückfußbereich bewirkt die Beteiligung des unteren Sprunggelenks und der Ansatzsehnen oft eine Valgusfehlstellung. Der Fuß knickt nach innen ein, wodurch ein schmerzhafter Knick-Senkfuß entsteht. Ohne korrigierende Eingriffe versteifen diese Deformitäten mit der Zeit.

Typische Anzeichen

Rheumatische Fußveränderungen beginnen häufig schleichend. Betroffene berichten zu Beginn über eine diffuse Morgensteifigkeit der Zehen- und Sprunggelenke, die oft länger als 30 Minuten anhält. Bei Belastung tritt ein brennender Schmerz unter dem Vorfuß auf. Viele Patienten beschreiben dieses Gefühlt treffend als Treten auf runde Kieselsteine oder zusammengeknüllte Socken. In Ruhe lässt der Schmerz zunächst nach, kehrt aber bei erneuter Belastung verstärkt zurück.

Mit fortschreitender Gelenkveränderung werden sichtbare Symptome an der Haut und der Knochenstruktur deutlich. Durch die Fehlstellung der Zehen reiben die Gelenke an der Oberseite des Schuhs oder an benachbarten Zehen. Der Körper reagiert auf diesen mechanischen Druck mit einer gesteigerten Zellteilung in der Epidermis. Es entstehen umschriebene Hornhautverdickungen, sogenannte Hyperkeratosen. Unter diesen Hornhautplatten bilden sich durch den punktuellen Druck nicht selten tief sitzende Hühneraugen, im Fachjargon Clavi genannt.

Die veränderten Belastungsverhältnisse zeigen sich durch folgende charakteristische Merkmale:

  • Subluxation oder Luxation der Metatarsophalangealgelenke mit plantarer Prominenz der Mittelfußköpfe
  • Hallux valgus mit medialer Exostosenbildung und Schleimbeutelreizung
  • Krallen- und Hammerzehendeviationen mit dorsalen Druckstellen an den Interphalangealgelenken
  • Planovalgus-Deformität (Knick-Senkfuß) durch Insuffizienz der Sehne des Musculus tibialis posterior

Abzugrenzen sind diese entzündlichen Veränderungen von der klassischen Degeneration, wie sie bei einer Arthrose auftritt. Eine Arthrose zeigt meist einen belastungsabhängigen Anlaufschmerz ohne ausgeprägte ruhende Entzündungszeichen wie Erwärmung oder Schwellung. Auch die Gicht unterscheidet sich deutlich. Sie verläuft in akuten, extrem schmerzhaften Anfällen, die meist isoliert ein einzelnes Gelenk, bevorzugt das Großzehengrundgelenk, betreffen. Eine diabetische Polyneuropathie wiederum geht mit einem Verlust des Schmerzempfindens einher, während der rheumatische Fuß extrem schmerzempfindlich bleibt.

Ursachen im Alltag

Im täglichen Leben wirken verschiedene Faktoren zusammen, die das Beschwerdebild bei Rheuma beschleunigen. Ein Hauptauslöser für die Entstehung schmerzhafter Druckstellen ist ungeeignetes Schuhwerk. Modeorientierte Schuhe weisen häufig eine zu enge Zehenbox auf. Sie pressen die ohnehin instabilen Zehen zusammen und verstärken die Subluxation der Gelenke. Hohe Absatzhöhen verlagern das gesamte Körpergewicht nach vorne auf das geschädigte Vorfußskelett und vervielfachen den Druck auf die Mittelfußköpfe.

Ein weiteres Problem liegt in veränderten Gangmustern. Um den Schmerz beim Abrollen des Fußes zu vermeiden, nehmen Patienten unbewusst eine Schonhaltung ein. Sie rollen verstärkt über den Fußaußenrand oder den Rückfuß ab. Diese Fehlbelastung überlastet benachbarte Muskelschlingen, Sehnen und Gelenke. Es entstehen chronische Überlastungssymptome, die weit über dasursprünglich entzündete Gelenk hinausreichen.

Fehler passieren zudem häufig bei der alltäglichen Fußpflege. Rheumatiker stehen oft unter einer medikamentösen Therapie mit Glukokortikoiden wie Cortison oder Immunmodulatoren. Diese Medikamente führen zu einer Ausdünnung der Hautstruktur, die als Pergamenthaut bezeichnet wird. Das Bindegewebe verliert an Elastizität, die Wundheilung ist verzögert. Wer versucht, Hornhaut mit scharfen Klingen, Hobeln oder Bimssteinen selbst zu entfernen, riskiert kleinste Verletzungen. Diese Mikrotraumata bilden Eintrittspforten für Krankheitserreger und können schwerwiegende Infektionen auslösen.

Wann ärztliche Abklärung nötig ist

Eine regelmäßige podologische Überwachung ist wertvoll, kann jedoch die fachärztliche Rheumatologie und Orthopädie nicht ersetzen. Es gibt klare Warnzeichen, sogenannte Red Flags, die eine sofortige medizinische Untersuchung erfordern. Wenn ein Gelenk plötzlich stark anschwillt, sich intensiv rötet und sich deutlich heiß anfühlt, muss ein akuter Entzündungsschub oder eine septische Arthritis ausgeschlossen werden. Dies gilt besonders, wenn systemische Begleitsymptome wie Fieber, Schüttelfrost oder allgemeines Krankheitsgefühl auftreten.

Offene Hautstellen, Blasen, tiefere Risse oder ulzerierende Veränderungen an den Mittelfußköpfen und Zehenkuppen verlangen umgehende ärztliche Aufmerksamkeit. Durch die Einnahme von Immunsuppressiva ist das Infektionsrisiko drastisch erhöht. Eine kleine Läsion kann rasch in das tiefere Gewebe vordringen und eine Knochenentzündung, eine sogenannte Osteomyelitis, nach sich ziehen.

Ebenso erfordern neu aufgetretene Taubheitsgefühle, Kribbelparästhesien oder ein plötzlicher Kraftverlust beim Anheben des Fußes eine neurologische und orthopädische Diagnostik. Solche Symptome können auf eine Nervenkompression durch massive Gelenkschwellungen oder auf eine rheumatische Vasculitis hinweisen. Eine Abstimmung zwischen Rheumatologen, Hausarzt und Podologen ist in solchen Situationen zwingend notwendig.

Was die podologische Behandlung leisten kann

Die medizinische Fußbehandlung bei rheumatischen Erkrankungen erfordert ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und fundiertem Fachwissen. Zu Beginn jeder Therapieeinheit steht eine gründliche Anamnese und Sichtbefundung. Der Thapeut beurteilt den Hautzustand, prüft die Durchblutung und lokalisiert Druckschmerzpunkte sowie knöcherne Prominenzen. Sämtliche Befunde werden sorgfältig dokumentiert, um Verlaufskontrollen zu ermöglichen. Mehr zu den strukturierten Behandlungsabläufen erfahren Sie unter /leistungen.

Bei der eigentlichen Behandlung kommen hochmoderne Rotationsinstrumente mit speziellen Diamantschleifern und Hartmetallfräsern zum Einsatz. Um Reibungswärme zu vermeiden, arbeiten wir im Nassbohrverfahren mit einem feinen Sprühnebel. Das Gewebe wird dadurch kontinuierlich gekühlt. Hornhautverdickungen an den belasteten Mittelfußköpfen werden präzise und schmerzfrei Schicht für Schicht abgetragen. Auch tief sitzende Hühneraugen lassen sich auf diese Weise schonend entfernen, ohne die umgebende, empfindliche Haut zu schädigen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt in der Anfertigung individueller Druck- und Reibungsschutzmittel. Hierzu nutzen wir medizinische Silikonorthesen. Diese Orthesen werden direkt am Fuß des Patienten aus zwei Komponenten angemischt und passgenau modelliert. Nach dem Aushärten besitzen sie eine definierte Weichheit mit einer Shore-Härte von etwa 15 bis 25. Eine solche Orthese spreizt beispielsweise zusammengedrückte Zehen, deckt empfindliche Exostosen ab oder entlastet das dorsale Interphalangealgelenk bei einer Hammerzehe. Sie lässt sich einfach im Schuh tragen und ist hygienisch abwaschbar.

Sollten die Fußnägel durch die geänderte Zehenmechanik unter Druck geraten und zu Verformungen wie einer Onychauxis oder zum Einwachsen neigen, kommen sanfte Korrekturverfahren zum Einsatz. Bei Bedarf bewerten wir im Rahmen unserer Qualifikation als /sektorale-heilpraktikerin den Gesamtstatus, um maßgeschneiderte Therapiekonzepte abzustimmen.

Ergänzend kann bei entzündlichen Schwellungszuständen eine gezielte Kältetherapie unterstützen. Durch kontrollierte thermische Reize verengen sich die Gefäße kurzzeitig, was entzündliche Stoffwechselprozesse verlangsamt und Schmerzen lindern kann. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter /kaeltekammer. Eine reguläre podologische Komplexbehandlung dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten. Die Behandlungsintervalle liegen meist bei vier bis sechs Wochen, abhängig von der Geschwindigkeit der Hornhautneubildung und dem Entzündungsstatus.

Was Sie selbst tun können

Die häusliche Pflege bildet die tägliche Ergänzung zur professionellen Versorgung in der Praxis. Nehmen Sie sich jeden Tag wenige Minuten Zeit, um Ihre Füße aufmerksam zu betrachten. Verwenden Sie dafür einen unzerbrechlichen Handspiegel oder bitten Sie Angehörige um Unterstützung. Achten Sie auf Rötungen, kleine Druckstellen, Hautrisse oder Veränderungen der Nagelstruktur. Durch diese Routine erkennen Sie Probleme, bevor daraus schmerzhafte Wunden entstehen.

Folgende Maßnahmen haben sich im Alltag bewährt:

  • Tägliche Inspektion der Fußsohlen und Zehenzwischenräume mithilfe eines unzerbrechlichen Handspiegels
  • Auswahl von Schuhwerk mit weichem Oberleder, weiter Zehenbox und herausnehmbarer Fußbettung
  • Tägliche Pflege der atrophen Haut mit feuchtigkeitsspendenden, ureahaltigen Emulsionen ohne Duftstoffe
  • Sanfte Mobilisationsübungen der Zehen ohne Überschreitung der Schmerzgrenze

Beim Schuhkauf sollten Sie strikt auf biomechanische Kriterien achten. Kaufen Sie Schuhe bevorzugt am Nachmittag, da die Füße im Laufe des Tages leicht anschwellen. Wählen Sie Modelle mit weichem, nachgiebigem Obermaterial wie Elchleder oder dehnbaren Stretcheinsätzen. Die Sohle sollte eine integrierte Abrollhilfe besitzen. Eine solche wiegenförmige Sohlenkonstruktion nimmt dem Vorfuß die Biegung beim Gehen ab und reduziert die Spitzenbelastung der MTP-Gelenke um ein Vielfaches. Der Schuh muss zudem ausreichend Tiefe besitzen, um maßeingelegte Weichpolstereinlagen ohne Druck aufzunehmen.

Hautpflege erfordert Produkte, die speziell auf dünne, empfindliche Haut abgestimmt sind. Cremes mit einem Urea-Anteil von 5 bis maximal 10 Prozent spenden intensiv Feuchtigkeit und halten die Hornhaut geschmeidig. Höhere Konzentrationen sollten vermieden werden, da sie auf gereizter Haut brennen können. Tragen Sie die Emulsion dünn auf, sparen Sie jedoch die Zehenzwischenräume aus. Feuchtigkeit in den Zwischenräumen begünstigt die Entstehung von Hautpilz und Hautmazerationen.

Häufige Fehler

In der Praxis begegnen uns regelmäßig Fehler, die aus Unwissenheit begangen werden und den Zustand der Füße erheblich verschlechtern. Der gefährlichste Fehler ist die Anwendung rezeptfreier Hühneraugenpflaster aus der Apotheke oder Drogerie. Diese Pflaster enthalten Salicylsäure. Bei gesunder Haut mag Säure das Horngewebe auflösen. Bei der durch Glukokortikoide ausgedünnten Haut von Rheumapatienten frisst sich die Säure jedoch unkontrolliert in das tiefer liegende Gewebe. Es entstehen chemische Verbrennungen und tief reichende Gewebsnekrosen.

Ein weiterer Trugschluss ist der Glaube, dass feste, enge Schuhe dem instabilen Fuß Halt geben. Das Gegenteil ist der Fall. Der äußere Druck presst veränderte Gelenke aufeinander und beschleunigt die Zerstörung des Knorpels. Vermeiden Sie ebenso ausgiebige, heiße Fußbäder. Langes Baden weicht die Haut extrem auf, macht sie anfällig für Einrisse und entzieht ihr wertvolle Fette. Ein kurzes, lauwarmes Fußbad von maximal drei Minuten Dauer ist völlig ausreichend.

Viele Betroffene schieben den Gang zum Podologen hinaus, weil sie Schmerzen als unvermeidbare Begleiterscheinung ihrer Grunderkrankung akzeptieren. Warten Sie nicht, bis das Gehen kaum noch möglich ist oder sich Wunden gebildet haben. Je früher eine Druckentlastung einsetzt, desto besser lässt sich das Fortschreiten starrer Deformitäten verzögern.

Studienlage und Einordnung

Die medizinische Evidenz zur podologischen und orthopädischen Versorgung bei rheumatischer Arthritis ist eindeutig. Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass bis zu 90 Prozent aller Patienten mit rheumatoider Arthritis im Laufe ihrer Erkrankung signifikante Beschwerden an den Füßen entwickeln [1]. Häufig sind die Gelenke des Vorfußes bereits in den ersten zwei Jahren nach Erstdiagnose betroffen, selbst wenn die medikamentöse Einstellung die Schmerzen an den Händen erfolgreich kontrolliert.

Klinische Studien belegen die Wirksamkeit von individuellen Druckentlastungen und angepassten Einlagen. Eine randomisierte kontrollierte Studie zeigte, dass der frühzeitige Einsatz von weichbettenden Fußorthesen die Druckspitzen unter den Mittelfußköpfen um mehr als 30 Prozent senken kann [2]. Die Patienten berichteten über eine statistisch signifikante Reduktion der Gehschmerzen und eine Verbesserung der allgemeinen Funktionalität im Alltag.

In systematischen Reviews wird zudem hervorgehoben, dass eine Kombination aus professioneller podologischer Haut- und Nagelpflege, individuell gefertigten Silikonorthesen und angepasstem Schuhwerk das Risiko für Ulzerationen drastisch senkt [3]. Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) empfehlen ausdrücklich die Einbindung von qualifizierten Podologen in das interdisziplinäre Behandlungsteam [4]. Die interdisziplinäre Kooperation zwischen Rheumatologen, Podologen und Orthopädieschuhtechnikern sichert langfristig die Mobilität der Patienten.

Behandlung in Memmingen

In unserer Praxis FREITAG® Podologie GmbH in Memmingen bieten wir Menschen mit rheumatischen Erkrankungen eine differenzierte und einfühlsame Betreuung. Unter der Leitung von Inhaberin Helga Maria Freitag, staatlich anerkannte Podologin und sektorale Heilpraktikerin für Podologie, setzen wir auf modernste Hygienestandards und sanfte Behandlungsverfahren. Wir kennen die Besonderheiten der rheumatischen Pergamenthaut und stimmen jeden Handgriff exakt auf Ihren aktuellen Gesundheitszustand ab.

Unser Einzugsgebiet erstreckt sich über Memmingen hinaus auf das gesamte Unterallgäu, das Allgäu und die angrenzende Region Oberschwaben. Wir arbeiten eng mit behandelnden Rheumatologen, Hausärzten und örtlichen Sanitätshäusern zusammen, um für Sie eine lückenlose Versorgung zu gewährleisten. Detaillierte Einblicke in unsere Räumlichkeiten finden Sie unter /praxis. Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, nutzen Sie gerne unsere Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme unter /kontakt.

Häufige Fragen

Wie hilft eine podologische Behandlung bei Rheuma an den Füßen?

Eine podologische Behandlung entfernt schmerzhafte Hornhautverdickungen und Hühneraugen sanft und ohne Verletzungsrisiko für die empfindliche Haut. Durch individuell angefertigte Silikonorthesen werden veränderte Zehengelenke gezielt vom Druck des Schuhs entlastet. Zudem überwacht der Podologe kontinuierlich den Hautzustand, um Entzündungen oder offene Stellen frühzeitig zu erkennen.

Warum sind Hühneraugenpflaster bei Rheuma gefährlich?

Hühneraugenpflaster enthalten Säuren wie Salicylsäure, die Hornhaut chemisch auflösen. Bei Patienten mit Rheuma ist die Haut durch Medikamente wie Cortison oft stark ausgedünnt. Die Säure greift das gesunde Gewebe an und kann schwere, schlecht heilende Wunden sowie Infektionen verursachen.

Welche Schuhe sind bei rheumatischen Fußveränderungen geeignet?

Empfehlenswert sind Schuhe aus weichem, nachgiebigem Obermaterial ohne störende Innennähte. Die Zehenbox muss ausreichend breit und hoch sein, damit verformte Zehen nicht reiben. Eine Sohle mit integrierter Abrollhilfe verringert zudem die Belastung der schmerzenden Mittelfußgelenke beim Gehen.

Wie oft sollte eine podologische Behandlung bei Rheuma stattfinden?

In den meisten Fällen ist ein Behandlungsintervall von vier bis sechs Wochen optimal. Bei starker Hornhautneubildung oder rasch fortschreitenden Deformitäten können kürzer getaktete Abstände sinnvoll sein. Der genaue Rhythmus wird individuell an das Beschwerdebild angepasst.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die podologische Therapie bei Rheuma?

Unter bestimmten Voraussetzungen und bei Nachweis von Folgeschäden an den Füßen kann der behandelnde Arzt eine Heilmittelverordnung für podologische Leistungen ausstellen. Ob eine Kostenübernahme erfolgt, hängt vom individuellen Befund und der Entscheidung der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung ab.

Quellen und weiterführende Literatur

Die folgenden Arbeiten und Leitlinien bilden die Grundlage der beschriebenen Einordnung. Sie beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine garantierte Heilwirkung. Jeder Titel führt zur Fundstelle in der medizinischen Datenbank PubMed.

  1. [1] Backhouse, M. R., et al. (2011). The prevalence and burden of foot problems in rheumatology: a systematic review. Journal of Foot and Ankle Research, 4(1), 22. Die Arbeit belegt, dass bis zu 90 Prozent aller Patienten mit rheumatoider Arthritis im Krankheitsverlauf unter relevanten Fußproblemen leiden.
  2. [2] Firth, J., et al. (2008). The effectiveness of customized foot orthoses in patients with rheumatoid arthritis: a randomized controlled trial. Rheumatology, 47(10), 1530-1535. Die Studie zeigt eine signifikante Schmerzreduktion und Verminderung von Spitzenbelastungen unter dem Vorfuß durch individuell angepasste Orthesen.
  3. [3] Hennessy, K., et al. (2012). Custom-made foot orthoses for the management of foot pain and deformity in rheumatoid arthritis. Cochrane Database of Systematic Reviews, (3). Ein Review, der die positive Wirkung von weichbettenden Fußstützen auf Schmerzintensität und Gehfähigkeit klinisch untermauert.
  4. [4] Tenten-Diepenmaat, M., et al. (2019). Multidisciplinary foot care in rheumatoid arthritis: A systematic review. Musculoskeletal Care, 17(1), 13-27. Untersuchung zur Wirksamkeit interdisziplinärer Fußversorgungssysteme unter Einbindung von rheumatologischer und podologischer Expertise.
  5. [5] Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) (2020). S3-Leitlinie Therapie der rheumatoiden Arthritis mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten. Die medizinische Leitlinie hebt den Stellenwert begleitender physikalischer und podologischer Maßnahmen zum Gelenkschutz hervor.

Persönliche Beratung in Memmingen

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. In der Praxis in der Kempterstr. 25, 87700 Memmingen sehen wir uns Ihre Füße in Ruhe an und besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Medizinische Fußpflege in Ihrer Nähe

Wir behandeln Patientinnen und Patienten aus der ganzen Region rund um Memmingen – auf Wunsch auch als Hausbesuch.

Artikel teilen

So zitieren Sie diesen Artikel

Helga Maria Freitag (2026): Rheuma und Füße: Deformitäten frühzeitig entlasten und Gelenke schützen. FREITAG® Podologie GmbH, Memmingen. Online: https://freitag-podologie.de/ratgeber/fusspflege-bei-rheuma

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie dieser Beitrag entstanden ist, lesen Sie in unseren redaktionellen Grundsätzen.